Primark

Gesunde Arbeit statt Sorge um Gewinne

Gesunde Arbeit statt Sorge um Gewinne

Viele Kolleg*innen bei Primark klagen über Gesundheitsbelastungen. Die Ursachen liegen in den Arbeitsbedingungen
Tarifaktion bei Primark in Hannover ver.di Tarifaktion bei Primark in Hannover

10. Februar 2023. Andauernde Gelenkschmerzen, pochender Kopfschmerz, Verspannungen, Konzentrationsprobleme und Probleme beim Einschlafen: Dies  sind nur wenige Beispiele für Gesundheitsprobleme, die unsere Kolleg:innen auf Betriebsversammlungen schildern. Die Ursachen dafür liegen in den  Arbeitsbedingungen bei Primark.

Das Instrument des Gesundheitsmappings hilft uns, die Probleme und Ursachen zu erkennen. Auf einem Körperbild haben unsere Kolleg:innen in Frankfurt,  Dortmund, Hamburg, Essen, Leipzig und Bielefeld die Beschwerden aufgeklebt und diskutiert. Die Ergebnisse sind überall die Gleichen, wie auf dem Bild zu sehen ist.

Gesundheitsmapping bei Primark Archiv Gesundheitsmapping bei Primark

Die Beschwerden lassen wir in keinem Store an der Tür zurück: Beim Gesundheitsmapping schildern wir im Schritt »Unsere Welt«, was diese Gesundheitsprobleme für uns persönlich bedeuten. Die Belastungen werden am »Partner ausgelassen«, für Hobbies und Freizeit bleibt kaum noch Zeit und Lust, Kinder und Freund:innen werden vernachlässigt, weil »du antriebslos bist«.

Bei der Arbeitsplatzanalyse arbeiten wir die Ursachen systematisch auf: Anhand eines Grundrisses des Arbeitsplatzes untersuchen wir unsere Arbeitsabläufe  und stellen die Ursachen für die Belastungen fest.

Ursachen sind zum Beispiel die vielen gleichzeitig anfallenden Aufgaben an der Umkleide, die ständigen Unterbrechungen auf der Fläche, weshalb Arbeiten  immer wieder von vorne gemacht werden müssen, die ständig wechselnden Anforderungen durch ISE oder nur schwer zu bewegende Trollys. Diese  verschärfen den ständigen Zeitdruck und die körperlichen Belastungen. 

PRIMARK CARES – ABOUT MONEY!

Die Mappings sind »Augenöffner«: Das erste Mal werden wir als Beschäftigte nach unserer Meinung zu den Gesundheitsproblemen und ihren Ursachen bei Primark gefragt und können Ideen für Lösungen einbringen. Leider reagiert Primark ablehnend. In mehreren Verhandlungen mit Betriebsräten haben  Unternehmensvertreter in Frage gestellt, dass die Ergebnisse der Mappings – also unsere gemeinsamen Diskussionen und Untersuchungen – aussagekräftig  sind. Stattdessen soll ein Fragebogen her. Eine einmalige Umfrage kann aber niemals eine gemeinsame Bewertung der Kolleginnen und Kollegen ersetzen,  welche Belastungen für die eigene Gesundheit ein Problem darstellen. Deshalb kämpfen die Betriebsräte weiterhin dafür, dass eine Gefährdungsbeurteilung  nicht über dem Kopf der Beschäftigten hinweg passiert, sondern unter echter Beteiligung der Beschäftigten gemacht wird.

Zur gleichen Zeit steht im Raum, dass mehrere hundert Millionen bei Primark eingespart werden sollen. Schon jetzt erleben wir ständig, dass die Zahl der  Mitarbeiter:innen schrumpft und die Belastungen steigen. Es zeigt sich: Primark sind Zahlen wichtiger als die Gesundheit der Mitarbeiter:innen.

WIR FORDERN VON PRIMARK, DEN GESUNDHEITSSCHUTZ ERNST ZU NEHMEN!

GEMEINSAM STÄRKER, JETZT MITGLIED WERDEN!


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Auf den Punkt gebracht

  • 70% der Beschäftigten klagen über Beinschmerzen,
  • 90% über psychische Belastungen,
  • 80% über Schmerzen im Kopf,
  • 100% über Rückenschmerzen.