Primark

Tarif statt Krümel!

Erstes Angebot der Arbeitgeberseite absolut unzureichend
27.07.2015

Am 10. Juli fand in Essen die erste Tarifverhandlung statt. Die Mitglieder unserer ver.di-Bundestarifkommission haben dabei deutlich gemacht, dass wir für alle Beschäftigten die volle rechtliche Sicherheit der regionalen Tarifverträge wollen.

 
Tarifaktion bei Primark in Hannover

Wir wollen genauso bezahlt werden wie die Beschäftigten von Kaufhof in Hamburg oder H&M in München! Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das sieht Herr Krogmann leider anders. Zwar will er mit ver.di über einen Tarifvertrag verhandeln, aber nur über einen Unternehmenstarifvertrag. Ginge es nach ihm, sollte dieser Tarifvertrag unter den Regelungen unserer Flächentarifverträge bleiben.

Das lehnen die Mitglieder der ver.di-Bundestarifkommission für Primark ab. Denn für die Beschäftigten würde das bedeuten, dass sie trotz täglicher guter Arbeit am Ende eines Monats auf viele Leistungen verzichten sollten, die ihnen nach den regionalen Flächentarifverträgen zustehen würden.

Ein Vergleich, der die Unterschiede klarstellt

Ein paar Beispiele: Nach den Vorstellungen von Primark soll die bisherige freiwillige Regelung zum Weihnachtsgeld tariflich festgeschrieben werden.

Demnach sollen Beschäftigte einen bestimmten Anteil fest bekommen, den Rest nach noch nicht festgelegten Bedingungen (Leistung? Umsatz? Gewinn?).

Die ver.di-Tarifverträge bestimmen, dass jeder Beschäftigte einen festen Anspruch auf Weihnachtsgeld hat. Und zwar in Höhe von 62,5 Prozent des eigenen Monatseinkommens.

Dazu kommt auch noch der Rechtsanspruch auf das Urlaubsgeld in Höhe von 50 Prozent der Tarifgruppe für Verkäuferinnen und Verkäufer: Schon jetzt sind das für Vollzeitbeschäftigte in der untersten Einkommensgruppe im Jahr rund 500 Euro mehr als Primark anbietet!

Mehr Urlaub nur für langjährig Beschäftigte? Nicht mit uns!

Nach den ver.di-Tarifverträgen haben alle Beschäftigten – egal wie alt sie sind oder wie lange sie bei Primark arbeiten – einen Rechtsanspruch auf sechs Wochen Urlaub im Jahr. Also eine Woche mehr als es bei Primark heute gibt.

Hier hat Herr Krogmann angedeutet, dass es eine Urlaubsverlängerung geben könnte. Aber gestaffelt nach Beschäftigungsjahren bei Primark!

Das könnte ihm so passen, uns aber nicht: Da heute viele befristet und nur wenige langjährig beschäftigt sind, kämen nur wenige Kolleginnen und Kollegen in den Anspruch der vollen sechs Wochen Jahresurlaub.

Und was ist zum Beispiel mit den Zuschlägen für Spätarbeit wie sie nach den ver.di-Tarifverträgen gezahlt werden? Sie fallen im Vorschlag von Herrn Krogmann gleich unter den Tisch!

Wir leisten jeden Tag gute Arbeit bei Primark, deswegen wollen wir auch gute Tarifverträge!

Für die ver.di-Bundestarifkommission ist klar: Unsere Tarifverträge sind ein wichtiger Faktor für existenzsichernde Einkommen. Gerade im Einzelhandel!

Wir arbeiten in einer Frauenbranche, in der die Beschäftigten eh schon weniger verdienen als in den klassischen Männerberufen. Und der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigung und geringfügiger Beschäftigung bedeutet für viele Kolleginnen, dass am Ende des Monats Geld fehlt.

Hier sind die ver.di-Entgelttarifverträge ein wichtiges Instrument für ein sicheres Einkommen und eine vernünftige Rente.

Deswegen akzeptieren wir auch keine Lösungen, bei denen die Beschäftigten weniger als nach Tarifvertrag verdienen. Jeder Euro unter Tarif fehlt beim täglichen Leben und bei der Altersabsicherung!

Du wirst gebraucht – mach mit!

Das erste Angebot von Herrn Krogmann hat deutlich gemacht, dass unsere Aktionen der letzten Wochen schon einen ersten Erfolg gebracht haben.

Für die ver.di-Mitglieder ist deshalb klar, dass wir solange aktiv bleiben, bis Primark bereit ist, über die volle Anerkennung unserer Tarifverträge zu verhandeln.

Wir wollen schließlich keine Krümel, wir wollen den vollen Rechtsanspruch!