Kaufland

„Schützender Mantel gegen zerfetztes T-Shirt“

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„Schützender Mantel gegen zerfetztes T-Shirt“

Warnstreiks in über 20 Kaufland-Filialen in NRW

Im Tarifkonflikt des nordrhein-westfälischen Einzelhandels kommt es am Freitag den 21. Juni wieder zu Warnstreiks. Die Gewerkschaft ver.di ruft mit Beginn der Frühschicht rund 500 Beschäftigte in über 20 Kaufland SB-Warenhäusern zu Arbeitsniederlegungen auf. Betroffen sind Märkte in Arnsberg, Bergisch Gladbach, Bergkamen, Dortmund, Duisburg, Emmerich, Goch, Gummersbach, Hagen, Hamm, Herford, Kleve, Menden, Schwerte und Witten. Auf einer zentralen Streikversammlung in Hamm wird ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer sprechen.

Die Tarifverhandlungen für die rund 462.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie den rund 231.000 geringfügig Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel waren in zwei Tarifverhandlungen ohne jede Annäherung geblieben.  Die Arbeitgeberseite macht den Abschluss eines neuen Lohn- und Gehaltstarifvertrages von drastischen Verschlechterungen im Manteltarifvertrag abhängig. „Es ist eine dreiste Zumutung, den ohnehin nicht besonders gut bezahlten Beschäftigten im Einzelhandel den schützenden Mantel im Tausch gegen ein altes, zerfetztes T-Shirt anzubieten“,  erklärte Verhandlungsführerin Zimmer.

In dieser Tarifrunde gehe es „um Lohn und Gehaltserhöhungen und sonst um nichts“. Der Arbeitgeberverband will durchsetzen, dass die Beschäftigten auf Spät- und Nachtzuschläge verzichten und flexibel auf Abruf eingesetzt werden. Teilzeitbeschäftigten will man wesentliche Schutzvorschriften nehmen, um sie „zur zeitlichen Manövriermasse der Unternehmen“ zu degradieren, kritisiert die Gewerkschaft.  An eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei „gar nicht mehr zu denken“. Kassiererinnen und Warenauffüller wollen die Arbeitgeber darüber hinaus abgruppieren.

ver.di fordert in der diesjährigen Tarifrunde eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent, mindestens 140 Euro. Für Auszubildende fordert die Gewerkschaft 140 Euro mehr im Monat. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen.

Die nächste Verhandlung findet am 3. Juli in Düsseldorf statt.