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Höchste Zeit für Plan B!

Kaiser's Tengelmann

Höchste Zeit für Plan B!

Infos zur aktuellen Lage für die Beschäftigten bei Kaiser's Tengelmann

Das Bundeskartellamt hat Ende März 2015 den Verkauf von Kaiser's Tengelmann an Edeka deren Einzelgesellschaften einschließlich Netto untersagt. Jetzt spekulieren Edeka und Kaiser's Tengelmann auf eine Ministererlaubnis.

Solidaritätsaktion für die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann ver.di Handel, Bayern Solidaritätsaktion für die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann

Die Monopolkommission wiederum empfiehlt dem Minister in einem am 3. August veröffentlichten Gutachten, dem Verkauf nicht zuzustimmen. Die Entscheidung des Ministers ist noch offen.

Alle Beteiligten werden voraussichtlich Ende August angehört. Erst danach wird klar sein, was aus dem geplanten Verkauf wird!

Herr Haub nimmt Risiken nicht ernst!

Für den Inhaber von Kaiser´s Tengelmann, Herrn Haub, scheint kein Weg am Verkauf an Edeka vorbeizugehen. Er nimmt dabei den Verkauf an einzelne private Edeka-Kaufleute und damit die Zerschlagung von Kaiser´s Tengelmann in Kauf.

Herrn Haub scheint es nicht zu interessieren, dass private Edeka-Kaufleute überwiegend nicht tarifgebunden sind, keine Betriebsräte haben und dass Netto wesentlich weniger Personal beschäftigt.

Der Inhaber nimmt auch in Kauf, dass Lagerstandorte, die Produktion und die Verwaltung geschlossen werden.

Er zeichnet das Bild von angeblich jetzt schon möglichen, rechtssicheren Vereinbarungen für die Beschäftigten – ohne zu wissen, was der Minister tatsächlich entscheiden wird!

Dieses Verhalten ist höchst alamierend! Für die Mitarbeiter bei privaten Edeka-Kaufleuten kann es keine vertragliche Sicherheit zum Fortbestand der Tarifbindung und der Mitbestimmung durch Betriebsräte geben!

ver.di erwartet endlich klare Angebote!

ver.di hat Herrn Haub bereits vor Monaten vier Forderungen übermittelt:

  • Existenzsicherung durch Tarifverträge
  • Mitbestimmung und Schutz der Beschäftigten durch Betriebsräte
  • keine Ausgliederung an selbstständige Kaufleute
  • nachhaltige Beschäftigungssicherung

Bisher hat ver.di von Herrn Haub oder der Chefetage Kaiser's Tengelmann keine konkreten Angebote erhalten.

Herr Haub bzw. die Chefetage fordern stattdessen von den Betriebsräten "Vereinbarungen" zum angeblichen Schutz der
Beschäftigten.

Dabei ist klar: Ein umfassender Schutz der Beschäftigten ist so nicht möglich! Noch stehen weder der tatsächliche Käufer, noch die genaue Form der Betriebsänderung fest!

Herrn Haub scheint es mit solchen Schachzügen tatsächlich nur um die Beeinflussung der Öffentlichkeit und des Ministers zu gehen!

Die Arbeitgeberseite hat ver.di mit einem Schreiben (eingangen am 4. August) sehr kurzfristig aufgefordert, bis zum 6. August Termine für Tarifverhandlungen zu benennen.

Grundlage soll dabei ein Schreiben vom Juni 2015 mit vagen Inhalten und Versprechungen des Edeka-Vorstandes sein, die durch das Votum der Monopolkommission bereits endgültig hinfällig geworden sind.

Dazu ver.di: So geht es nicht, das haben die Beschäftigten nicht verdient! Sie brauchen verbindliche Garantien für ihre Arbeitsplätze!

Wir fordern einen Plan B!

ver.di hat die Geschäftsführung erneut unmissverständlich aufgefordert, Verhandlungen auf Basis der übermittelten Forderungen aufzunehmen.

ver.di appelliert zudem an die Politik, einen "runden Tisch" aller Beteiligten einzuberufen, um nach Lösungen zu suchen.

Und ver.di verlangt von Herrn Haub einen "Plan B", der wirklich im Interesse der Beschäftigten ist!