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Culture Change – aber nicht gegen Betriebsräte und ver.di!

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Culture Change – aber nicht gegen Betriebsräte und ver.di!

Wir fordern: Schluss mit der Salamitaktik und mit der Behinderung von betrieblicher Mitbestimmung!
Gewerkschaft gemeinsam stark Wolf Schaf nuvolanevicata, Bild-ID 117729383, fotolia.com Wir lassen uns nicht einschüchtern: Alle zusammen für gute Perspektiven bei IKEA!

Bei IKEA scheint heute vieles möglich zu sein, was bis zum Bekanntwerden der global angelegten Veränderungspläne im Frühjahr 2018 nicht zum Kern der Unternehmenspolitik gehörte: Mit der Umgestaltung des Geschäftsmodells (Business Transformation) geht jetzt offensichtlich auch ein unguter kultureller Wandel (Culture Change) einher.

Was sich konkret verändern soll, wird den Betriebsräten und damit auch den knapp 18.000 Beschäftigten in Deutschland immer schön scheibchenweise präsentiert. Das ist Salamitaktik pur und es erschwert die gesetzlich vorgesehene Mitbestimmung.

Ohne einen Gesamtüberblick über die anstehenden Veränderungen ist es für Betriebsräte nur schwer möglich, die Entwicklungen bei IKEA im Interesse der Kolleginnen und Kollegen zu beeinflussen. Es ist vor allem schwieriger, etwas für den Erhalt der Arbeitsplätze bzw. für Qualifizierungen mit Blick auf eventuell neu entstehende Stellen zu tun und so ein gutes Arbeitsklima aufzubauen.

Die Beschäftigten aber brauchen dringend eine bessere »Work-Life-Sleep-Balance« und die Unternehmensleitung ist in der Pflicht, für einen solchen Culture Change zu sorgen!

Beim schlecht verstandenen Culture Change wird hingegen versucht, den Informationsaustausch der Ikea-Betriebsräte zu torpedieren: Sie sollen sich nicht mehr gegenseitig über aktuelle Entwicklungen informieren können, um sich wie bisher auszutauschen und Handlungsmöglichkeiten zu beraten!

Ob die Betriebsräten es selbst organisieren oder ob die Gewerkschaft ver.di einlädt: In der Regel werden die Anträge auf Freistellung von der Arbeit für Beratungen der Betriebsräte untereinander durch die Unternehmensleitung abgelehnt.

  • Um es klarzustellen:

Es handelt sich hierbei nicht um Termine, die sich ein Mitglied des Betriebsrats selbst aussucht – nach dem Betriebsverfassungsgesetz wird vorher ein Beschluss zur Teilnahme gefasst, erst dann kann die Freistellung überhaupt beantragt werden.

Es geht hier also nicht um Lust und Laune von Kollege X oder Kollegin Y, sondern es geht um den wichtigen Austausch innerhalb des gesamten Betriebsratsgremiums mit den Betriebsräten anderer Häuser, der auf diese Weise unterbunden wird.

  • Wir sagen:

Es ist ein Skandal, dass gewählten Vertretungen der Beschäftigten die Arbeit durch Vernetzungsverbote erschwert wird!

  • Wir fordern:

Die Betriebsräte müssen ihr Recht auf Information sowohl regional, als auch bundesweit wahrnehmen können, damit IKEAs Business Transformation nicht an den Beschäftigten vorbei durchgedrückt wird!

Skandalös ist auch die Behinderung der gewerkschaftlichen Betätigung im Betrieb!

In einigen Einrichtungshäusern werden Mitglieder von ver.di daran gehindert, Flyer der Gewerkschaft und anderes Informationsmaterial zu verteilen. Aushänge am »Schwarzen Brett« werden entfernt und dabei fallen Bemerkungen wie »Betriebsräte und Beschäftigte dürfen im Betrieb keine Werbung für ver.di machen«.

Ja, wenn nicht im Betrieb, wo soll denn eine Gewerkschaft sonst aktiv werden?

Euer gutes Recht steht außer Frage: Der Arbeitgeber muss eine Gewerkschaftstafel zwecks Werbung und Information dulden, dazu gibt es Gerichtsentscheidungen. Es empfiehlt sich, dafür generell einen festen Ort zu bestimmen. Und: Gewerkschaftszeitungen sowie Flyer dürfen an alle Beschäftigten und nicht etwa nur an die ver.di-Mitglieder verteilt werden!

Jedes Mitglied darf für seine Gewerkschaft:

  • werben und über sie informieren
  • in zulässigem Umfang Plakate aushängen
  • Prospekte verteilen und auslegen
  • mit den anderen Beschäftigten sprechen

Dabei darf natürlich nicht die Arbeit liegen bleiben; aber entweder während der Arbeit oder jedenfalls in den Pausen, sowie vor Arbeitsbeginn und bei Arbeitsende darf man so agieren. Natürlich dürfen Betriebsräte weitergeben, was ihnen Gewerkschaften übermittelt haben, sie müssen dabei nur erkennbar als Gewerkschaftsaktive und nicht als Betriebsratsmitglied auftreten.

Apropos: Diese Infos gibt's hier als PDF zum Ausdrucken und Verteilen an die Kolleginnen und Kollegen:

 

Also: Lasst euch nicht einschüchtern! Gemeinsam stark in ver.di!

Denn je mehr wir sind, desto besser ist unsere Verhandlungsposition!

Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Jetzt aber los – alle zusammen für sichere Perspektiven bei IKEA!


Ich will mehr Infos zu ver.di!

Weitere Infos von ver.di bei IKEA auf unserer Übersichtsseite