Hennes & Mauritz

Solidaritätserklärung mit den Beschäftigten von Hennes & Mauritz

Solidaritätserklärung mit den Beschäftigten von Hennes & Mauritz

ver.di-Bundesfrauenrat fordert sozialen Dialog statt Massenentlassungen!
Wir wählen Zusammenhalt! Internationaler Frauentag 2021 und Landtagswahl Baden-Württemberg am 14.03.2021 ver.di Frauentag 2021

Hennes & Mauritz muss sein öffentliches Versprechen zu konstruktiven Arbeitsbeziehungen einhalten: Wir fordern sozialen Dialog statt Massenentlassungen!

In Hochglanzbroschüren präsentiert sich der Textilkonzern Hennes & Mauritz (kurz H&M) der Öffentlichkeit als sozialer Arbeitgeber. Anders die Realität hinter den Kulissen...

Unmittelbar vor der ersten Adventwoche 2020 konntet ihr es bereits hier auf unserer Seite und auch überall in den Medien lesen: Ohne im Vorfeld mit uns von ver.di – der Gewerkschaft der Beschäftigten – zu sprechen, verteilte H&M-Deutschlandchef Thorsten Mindermann sein unchristliches „Weihnachtsgeschenk“ – Mindestens 800 Beschäftigte sollen ihren Job verlieren und darüber hinaus folgen weitere Filialschließungen.

Wen es zuerst treffen soll...

Ein Blick in die von H&M vorgelegten Entwürfe zu einer "Freiwilligenvereinbarung" zeigt, an wen sich das "großzügige Angebot" richtet, das Unternehmen zu verlassen: an die Beschäftigten, die nicht an den umsatzstarken Tages- bzw. Abendzeiten sowie an der größtmöglichen Anzahl von Samstagen arbeiten.

Im Klartext: H&M will insbesondere Beschäftigte mit Kindern oder Schwerbehinderte loswerden, die auf sozial- und gesundheitsverträgliche Arbeitszeiten angewiesen sind. Und das alles unter dem Deckmantel von "Digitalisierung" und "verändertem Kundenverhalten"...

Wir sind entsetzt und solidarisieren uns mit den Beschäftigten!

 

Solidaritätserklärung mit den Beschäftigten von Hennes & Mauritz

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit Entsetzen haben wir erfahren, dass eurer Arbeitgeber H&M angekündigt hat ca. 800 Beschäftigte zu entlassen! Und noch weitere Filialen sollen geschlossen werden. Davon betroffen sind zum größten Teil Frauen, da die Beschäftigtenstruktur bei H&M wie überall im Einzelhandel immer noch weiblich geprägt ist.

Die von H&M von vorgelegten Entwürfe zu einer sogenannten "Freiwilligenvereinbarung" zeigen, wen das Unternehmen loswerden will: die Beschäftigten, die nicht an den umsatzstarken Tages- bzw. Abendzeiten sowie an der größtmöglichen Anzahl von Samstagen arbeiten. Also euch Frauen (und Männer) mit Familienpflichten  die Kindererziehung und Pflege von Angehörigen, die auf eine Vereinbarkeit von Beruf und Leben angewiesen sind! Außerdem ältere Kolleg*innen und Menschen mit Behinderung! Sozial geht anders!

Begründet wird das mit verändertem Kundenverhalten und der Digitalisierung der Arbeit. Das besonders unverständliche an diesem Vorgehen: ver.di hat bereits im Juni 2020 euren Arbeitgeber H&M zu Verhandlungen über einen Digitalisierungstarifvertrag aufgefordert. Euer Arbeitgeber verweigert aber bislang jegliche Verhandlung mit ver.di. Was jetzt passiert, hätte also verhindert werden können!

Wir unterstützen eure ver.di-Bundestarifkommission und sind an eurer Seite!

H&M muss an den Verhandlungstisch, damit das Jahr 2021 den Beschäftigten bei H&M gute Arbeit mit Zukunft bringt anstelle von Jobverlust und Existenzangst!

Nur wenn ihr mit ver.di an der Gestaltung eines tragfähigen Zukunftskonzeptes, für nachhaltige Beschäftigungssicherung und für gute, gesundheitsförderliche Arbeit beteiligt werdet, bleibt das Unternehmen H&M zukunftsfähig. Und nicht dadurch, dass ihr durch Kündigungen aus dem Unternehmen gedrängt werdet.

Für den Bundesfrauenrat:

Barbara Henke, BFR-Vorsitzende
Karin Schwendler, ver.di Frauen- und Gleichstellungspolitik

Übernommen von frauen.verdi.de