Galeria-Eigentümer muss notwendigen Beitrag leisten!

Tarifverhandlungen auch in vierter Runde ohne Ergebnis
02.05.2023
Zukunft statt Kahlschlag

2. Mai 2023. Das Spitzenmanagement von Galeria Karstadt Kaufhof mauert weiter: Ende April ist auch die vierte Runde der Tarifverhandlungen mit ver.di ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Erneut wurde unserer Bundestarifkommission (BTK) kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Immerhin signalisierte die Arbeitgeberseite aber, dass sie die klare Absage von ver.di an einen »Warenhaustarifvertrag«, der abgesenkte Entgelte dauerhaft  festschreiben würde, verstanden hat.

»Wir lassen in unseren Forderungen nicht nach«, so ver.di-Verhandlungsführer Marcel Schäuble. »Wir erwarten jetzt für die nächste Verhandlungsrunde ein klares Entgegenkommen und ein verhandlungsfähiges Angebot.«

Die Bundestarifkommission hat darüberhinaus betont, dass die Unternehmensleitung bei ihrem jetzt geplanten Warenhaus-Konzept von einer riskanten  Fehleinschätzung ausgeht, weil darin keine auskömmlichen Einkommen für die Beschäftigten vorgesehen sind. Wer wie Galeria im Insolvenzverfahren  ankündigt, auch zukünftig guten Service und Beratung in den Filialen zu bieten, muss den Beschäftigten eine Perspektive bieten und qualifiziertes  Fachpersonal anständig bezahlen.

Finanzmittel aufstocken und die Beschäftigten fair bezahlen

In dieser Hinsicht ist ein genauerer Blick auf die Finanzierungszusage von 200 Millionen Euro für die verbleibenden Galeria-Warenhäuser hilfreich, die der Chef  von Mehrheits-Anteileigner Signa, René Benko, gemacht hat. Die Hälfte dieser ohnehin nicht üppigen Summe soll als zu verzinsendes Darlehen fließen, wie  jetzt bekannt wurde! Das aber ist der Hammer, denn wie sieht es mit den »Investitionen« der Beschäftigten aus, die weiterhin 5.500 Euro pro Jahr hingeben sollen? Zusammengenommen sind das 66 Millionen Euro und über den Sanierungszeitraum gerechnet sogar ebenfalls fast 200 Millionen Euro.

Diese Gegenrechnung macht mehr als deutlich, dass das finanzielle Engagement des milliardenschweren Immobilien-Investors für die Zukunft von Galeria sehr stark zu wünschen übrig lässt. »Ein schlechter Scherz,« kommentierte kürzlich ein Politiker zu Recht die schmale Finanzspritze der Signa.

Für uns steht fest: Der Finanzierungsanteil des Galeria-Eigentümers ist viel zu gering und muss erhöht werden, denn die Beschäftigten und ihre Familien brauchen existenzsichernde Tarifeinkommen. Angesichts der rasant steigenden Lebenshaltungskosten sind auch spürbare Einkommensverbesserungen dringend nötig. Dafür muss auch in Zukunft auf vielfältige Weise Druck gemacht werden!

Schließt euch zusammen, werdet aktiv und stärkt die Position eurer ver.di-Bundestarifkommission!

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 25. Mai in Frankfurt a.M. statt.

 

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