GALERIA Karstadt Kaufhof

Zukunft statt Kahlschlag – erster Teilerfolg

Galeria Karstadt Kaufhof

Zukunft statt Kahlschlag – erster Teilerfolg

Nach schwierigen Verhandlungen und vielen Protesten hat ver.di am 18. Juni 2020 eine Tarifeinigung erzielt.
Galeria Karstadt Kaufhof Ehrenamtliche Dietrich Hackenberg, www.lichtbild.org Kampf um jeden Standort und jeden Arbeitsplatz

Nach zähen und enorm schwierigen Verhandlungen und öffentlichen Protesten gegen die geplanten Warenhaus-Schließungen sowie gegen weiteren Verzicht der Beschäftigten hat ver.di am 18. Juni 2020 mit der Unternehmensleitung und dem Generalbevollmächtigten eine Tarifeinigung erzielt.

Dabei geht es um einen Sozialtarifvertrag sowie einen Tarifvertrag zu guter, gesunder Arbeit und der Beteiligung am Zukunftskonzept. 

Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt der Standorte und die Zukunft der Beschäftigten kämpfen. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen!

Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied der ver.di und zuständig für den Handel

Ein erstes Fazit: Gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat konnte die ver.di-Bundestarifkommission vieles erreichen!

Nahezu alle Verzichtsforderungen der Verantwortlichen auf Arbeitgeberseite haben wir zusammen mit dem GBR erfolgreich wegverhandelt. So konnten ver.di und der Gesamtbetriebsrat durchsetzen, dass der geplante Personalabbau von zehn Prozent in den bestehenden Filialen sowie die Ausgliederung des Waren Service Teams (WST) unter dem Vorbehalt einer Gesamtlösung vom Tisch sind.

Auch bei der Zahl der zur Schließung vorgesehenen Filialen lenkten sie ein wenig ein, dennoch droht vielen Kolleginnen und Kollegen weiter der Verlust des Arbeitsplatzes. Das ist und bleibt ein Skandal!

  • Die Ergebnisse im Einzelnen

    Die vom Unternehmen ursprünglich geplante Zahl von 80 Filialschließungen wurde auf maximal 62 reduziert. Die unternehmerische Entscheidung zur Schließung von Warenhaus-Filialen trifft damit rund 6.000 Beschäftigte und ihre Familien.

    „Die Entscheidung zu den Schließungshäusern trifft die Menschen hart, ihnen wird die Existenz unter den Füssen weggerissen", verurteilte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger das Vorhaben. "Die Beschäftigten und ihre Familien erwarten zu Recht auch die volle Unterstützung von politisch Verantwortlichen und dass alle Möglichkeiten, Chancen und Wege, die es gibt, in dieser dramatischen Situation ausgeschöpft werden!“

    Für Abfindungen bei Entlassungen finden die von den Betriebsräten ausgehandelten Sozialpläne Anwendung. Die von Filialschließungen Betroffenen werden auf ihren Wunsch für mindestens sechs Monate in eine Transfergesellschaft zur Beschäftigung und Qualifizierung überführt, in die sich der Gesellschafter einbringt.

    Für die Schließungsfilialen und die betroffenen Kolleginnen und Kollegen ist das eine bittere Stunde. Deshalb ist die tarifvertragliche Regelung zu Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in einer Transfergesellschaft ein wesentlicher Punkt der Vereinbarungen.

    Orhan Akman, ver.di-Verhandlungsführer und Bundesfachgruppenleiter im Einzelhandel

    Die von ver.di immer wieder aufgestellte Forderung zur Beteiligung der Beschäftigten bei der Zukunftsgestaltung der Warenhäuser und Maßnahmen zu guter Arbeit wurde in einem neuen Tarifvertrag „Gute und gesunde Arbeit / Beteiligung Zukunftskonzept“ vereinbart. Der Tarifvertrag ist – gerade in der jetzigen Situation – ein großer Erfolg und ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft der Warenhäuser und für die Gestaltung guter Arbeit.  

    Ein paritätisch besetzter, achtköpfiger Zukunftskreis, dem Vertretungen der Geschäftsleitung, der Gewerkschaft, des Gesamtbetriebsrates und weitere Mitglieder angehören, soll künftig über Themenfelder wie Sortiment, Concession, Shop in Shop-Konzepte, Fremdvermietung von Flächen, Einführung von Omnichannel-Prozessen, Qualifizierung und die Einführung neuer Arbeitsmittel beraten, um Prozessoptimierungen und die Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu erreichen.


    Ein zehnköpfiger Kreis aus Fachleuten,
    der erstmals Anfang August tagt und paritätisch besetzt ist, bereitet zeitnah eine Befragung der Beschäftigten vor, um eine breite Beteiligung der Beschäftigten an den wesentlichen Themen zu gewährleisten. „Endlich werden die Beschäftigten an der Entwicklung des Warenhauses für die Zukunft beteiligt“, so Nutzenberger.

    Der im Dezember 2019 vereinbarte Integrationstarifvertrag bleibt in Kraft. Die darin festgeschriebenen Entgelterhöhungen von 0,3 Prozent für das Jahr 2020 sowie die zu erwartende Entgelterhöhung in 2021 bekommen die Beschäftigten in Freizeit statt Geld.

    Ab 2022 werden die Entgelterhöhungen der Flächentarifverträge – wie im Integrationstarifvertrag vorgesehen – eins zu eins an die Beschäftigten weitergegeben. Ab 2025 werden vollumfänglich die ver.di-Flächentarifverträge des Einzelhandels angewendet.


    Weitere Informationen zum neuen Tarifabschluss sowie eine Solidaritätsbekundung der österreichischen GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) findet ihr hier als PDF:

  • Karstadt Sports: Tarifvertrag abgeschlossen, Kampf um Standorterhalt geht weiter!

    ver.di bekräftigt die Forderung nach Erhalt der ebenfalls von Schließung bedrohten Standorte der Karstadt Sports GmbH.

    Am Samstag, 20. Juni 2020, hatte die Karstadt Sports GmbH die Schließung von bundesweit bis zu 20 Filialen bekannt gegeben. Davon betroffen sind etwa bis zu zwei Drittel der rund 1.200 Beschäftigten.

    "Wir werden mit aller Kraft für den Standorterhalt und für die Zukunft der Beschäftigten kämpfen. Dafür sind jetzt Politik, Eigentümer und Vermieter in der Verantwortung", betonte ver.di-Verhandlungsführerin Conny Weißbach am Sonntag, den 21. Juni. Jetzt müsse es darum gehen, alle Möglichkeiten, Chancen und Wege auszuschöpfen, um so viel Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

    In den Verhandlungen für die Karstadt Sports GmbH, die bis zum Samstag andauerten, hat ver.di einen Tarifvertrag abgeschlossen, der unter anderem die Angleichung an das Tarifniveau von Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) in zwei Schritten bis zum 1. Januar 2022 sowie die Übernahme der wesentlichen Regelungsbestandteile von GKK, die Verpflichtung zum Abschluss eines Tarifvertrags Gute Arbeit sowie Standort- und Beschäftigungssicherung für die verbleibenden Häuser vorsieht.

    Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nur mit Versprechungen abgespeist werden!

    Conny Weißbach, Verhandlungsführerin für ver.di bei Karstadt Sports

    Konkret bedeutet das für die von Arbeitsplatzverlust betroffenen Beschäftigten eine Anhebung des Gehalts auf das Niveau der Flächentarifverträge des Einzelhandels. Danach berechnet sich später die Höhe des Arbeitslosengelds.

    Darüber hinaus fordert ver.di für die von Arbeitsplatzverlust bedrohten Beschäftigten der Karstadt Sports GmbH von Eigentümern und Politik, breit angelegte Qualifizierungsmöglichkeiten zu schaffen.

    "Die aktuellen Umstände ermöglichen und erfordern es, die Betroffenen im Hinblick auf den digitalen Wandel umfassend zu qualifizieren. Dafür müssen Mittel bereitgestellt werden", stellte Weißbach klar. ver.di begrüße in diesem Kontext Äußerungen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zur GKK, der den Erhalt qualifizierter Arbeitsplätze fordere.

    "Jetzt gilt es, dafür zu kämpfen, dass die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG), auf die wir uns im Tarifvertrag verständigt haben, so ausgestattet wird, dass sie ihre Aufgabe erfüllen kann", betonte Weißbach. ver.di werde mit Politik und Eigentümern gemeinsam alles daransetzen, mit der Agentur für Arbeit und dem Arbeitsministerium nach Wegen zu suchen, wie den von Kündigung betroffenen Beschäftigten Angebote gemacht werden könnten.


    Zum bisherigen Verlauf der Tarifauseinandersetzung bei Karstadt Sports findet ihr hier weitere Infos, dazu ein Statement des GBR und des WA zum Sanierungskonzept:

  • Karstadt Feinkost und ver.di schließen Sozial-Tarifvertrag: Mindestens 26 Filialen gesichert

    Am 27. Juni haben sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Karstadt Feinkost GmbH auf einen umfassenden Sozialtarifvertrag verständigt.

    "Es ist uns gelungen, dass mindestens 26 Filialen erhalten bleiben und es für vier weitere Filialen Hoffnung auf den Erhalt gibt", erklärte Orhan Akman, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel. Bitter sei, dass dennoch Standorte geschlossen würden und Arbeitsplätze verloren gingen. Allerdings sorge der Tarifvertrag für eine bestmögliche Absicherung der von Entlassung betroffenen Beschäftigten. Ebenso sei für die weiterbeschäftigten Menschen eine Beschäftigungssicherung vereinbart worden. Bei Karstadt Feinkost arbeiten rund 2.100 Beschäftigte in 50 Filialen.

    Für die von Arbeitsplatzverlust betroffenen 637 Beschäftigten wurde ein Rechtsanspruch auf Eintritt in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) mit anschließendem sechsmonatigen Arbeitsverhältnis vereinbart. Bei einer möglichen Fortführung der vier Filialen würde sich die Anzahl der Beschäftigten, die ihren Job verlieren, reduzieren. Zudem wird das Transferkurzarbeitergeld um 13 auf 73 bzw. 80 Prozent vom letzten Nettogehalt aufgestockt. Weitere Regelungen betreffen unter anderem Probearbeiten, das vorzeitige Ausscheiden aus der BQG, die Drittmittelakquise oder den Schutz der Interessen der Betroffenen durch einen kontrollierten Beirat. Beschäftigte können zwischen einer insolvenzordnungsbedingten geringen Abfindung und der für Insolvenzen überdurchschnittlich ausgestatteten BQG wählen.

    Für die im Unternehmen verbleibenden Beschäftigten wurde eine Beschäftigungssicherung bis zum 1. Januar 2025 vereinbart. Zudem gelten ab sofort die Vergütungsregelungen der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH (GKK) mit 97 Prozent der Vergütung nach den jeweiligen Flächentarifverträgen bei Verzicht auf Jahressonderzahlung und Weihnachtsgeld. Ab 2025 gilt wieder die Flächenvergütung. Die Tariferhöhungen für das 2021 werden in Zeitguthaben umgewandelt und weitergegeben. Ab 2022 werden die Entgelterhöhungen aus den Flächentarifverträge des Einzelhandels eins zu eins weitergegeben. Darüber hinaus wird das Kurzarbeitergeld auf 80 bzw. 87 Prozent vom letzten Netto aufgestockt. Zudem soll ein Tarifvertrag über gute und gesunde Arbeit entsprechend zu GKK abgeschlossen werden.

  • Verhandlungen in Köln von Protesten begleitet!

    Beschäftigte von Galeria Karstadt Kaufhof haben am Dienstag, den 16. Juni 2020, in Köln gegen den drohenden Kahlschlag im Unternehmen protestiert.

    Protestaktion Köln Galeria Karstadt Kaufhof  (16.06.2020) ver.di FB 12 Beschäftigte von Galeria Karstadt Kaufhof bei einer Protestaktion am 16. Juni in Köln gegen den drohenden Kahlschlag im Unternehmen

    Dazu erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger: "Die Beschäftigten sind die größte Gläubigergruppe. Sie haben in den letzten Jahren bereits durch Verzicht und enorme Arbeitsbelastung in das Unternehmen investiert."

    Kürzungen brächten den Konzern aber nicht aus der Krise, so ver.di-Verhandlungsführer Orhan Akman. Eigner Rene Benko müsse Geld für die Zukunft der Betroffenen bereitstellen, unter anderem für eine ausreichende Ausstattung der Transfergesellschaft. 

    Protestaktion Köln Galeria Karstadt Kaufhof  (16.06.2020) ver.di FB 12

    Dazu gehört auch die Zukunft von Karstadt-Sports, Karstadt-Feinkost, der Restaurants Le Buffet und Dinea, der Logistik und Reisebüros. 


    Zwischenergebnisse unserer Online-Befragung und den Verlauf unserer Auseinandersetzung und Verhandlungen zum Gesundheitstarifvertrag und zur Beteiligung am Zukunftskonzept gibt es hier als kompaktes PDF:

  • Unsere zentralen Forderungen und Infos für Beschäftigte

    Unser Ziel ist klar: Möglichst gute Absicherung der Beschäftigten und der Erhalt möglichst vieler Filialen. Zusammen mit dem GBR kämpft ver.di gleichzeitig dafür, dass die von Arbeitslosigkeit bedrohten Kolleginnen und Kollegen nicht ins Bodenlose fallen, weil ihnen die Existenz geraubt wird.

    Wir fordern eine klare Positionierung des Eigentümers René Benko. Die Beschäftigten erwarten von ihm Zukunft statt Kahlschlag!

    Orhan Akman, Bundesfachgruppenleiter der ver.di im Einzelhandel

    Vom Generalbevollmächtigten Geiwitz erwarten wir, dass er die Kriterien offenlegt, nach denen die zur Schließung bestimmten Standorte ausgewählt werden. 

    Die Warenhäuser sind wichtige Ankerpunkte in unseren Innenstädten und sichern die Zukunft des Handels in den Städten insgesamt. Deshalb gilt es, Nachfolgekonzepte für die Schließungsstandorte zu entwickeln, in die auch die Verantwortlichen auf kommunaler Ebene vom Eigentümer und der Unternehmensleitung einbezogen werden.

    Die Unternehmensleitung hat bisher nicht gezeigt, dass sie neue Ideen hat, im Gegenteil: Es werden die alten Konzepte weiterverfolgt.

    Für die Standorte, die nicht geschlossen werden, muss ein Zukunftskonzept her, das diesen Namen verdient. Entscheidend dabei ist die Beteiligung der Beschäftigten. Sie wissen am besten, wo es hakt und wie das Warenhaus besser laufen könnte. 


    Informationen zum Verlauf der Verhandlungen und zur Positionierung der beiden Verhandlungsseiten gibt es hier als kompakte PDFs:


    Weitere Details zu einzelnen Aspekten des Kahlschlags beim Warenhauskonzern haben wir hier für euch zusammengestellt, dazu gesonderte Infoblätter für Beschäftigte und Auszubildende – gerne auch zum Weiterverteilen an die Kolleginnen und Kollegen!

  • Keine Träne nachweinen: Stephan Fanderl geht!

    Am Ende war es offiziell ganz einvernehmlich und der Grund ein „massiver Bandscheibenvorfall“: Stephan Fanderl, Chef von Galeria Karstadt Kaufhof, verlässt das Unternehmen.

    Die Kolleginnen und Kollegen des Warenhauskonzerns, der unter Fanderls Verantwortung von einer Krise in die nächste gesteuert wurde, werden dem feinen Herrn keine Träne nachweinen. Sie müssen mit den Konsequenzen von Entscheidungen fertig werden, für die Fanderl maßgeblich verantwortlich war.

    Sie müssen endlich ein tragfähiges Konzept liefern und die Warenhäuser zukunftsfähig machen.

    Orhan Akman, Bundesfachgruppenleiter der ver.di im Einzelhandel

    „Im Sinne aller Beschäftigten ist es die richtige Entscheidung, dass der für die Misere hauptverantwortliche Manager gehen muss“, sagte Orhan Akman, bei ver.di verantwortlich für den Einzelhandel, am 11. Juni der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Das hätte aber schon früher passieren müssen, so Akman weiter. Fanderl habe es nicht geschafft, die Warenhäuser so aufzustellen, dass sie an der Ladenkasse Geld verdienen. Doch genau das sei seine Aufgabe gewesen.


    Der Abgang Fanderls sei auch eine Botschaft an seine Nachfolger: „Sie müssen endlich ein tragfähiges Konzept liefern und die Warenhäuser zukunftsfähig machen.“

    Am besten, sie wenden sich dazu an diejenigen, die sich im Unternehmen am besten auskennen: An die Kolleginnen und Kollegen. Wenn die Belegschaft in die Diskussionen und Entscheidungen einbezogen wird, kann Galeria Karstadt Kaufhof wieder auf Kurs gebracht werden.

    Die Schließung von Standorten und das Entlassen von Beschäftigten beschleunigt dagegen nur den Weg in den Abgrund.

  • ver.di-Vorsitzender Frank Werneke sieht die Corona-Krise als Vorwand für den Kahlschlag.

    Shutdown und Corona vorzuschieben, um sich durch massenhafte Schließungen und Entlassungen gesundzustoßen, sei durchsichtig und weit weg von einem Zukunftskonzept für die Warenhäuser.

    Politiker in Bund, Land und Kommunen müssten jetzt ihren Einfluss geltend machen, um ein Sterben vieler Innenstädte zu verhindern und die Arbeitsplätze zu erhalten, forderte die Gewerkschaft.

    Frank Werneke, Vorsitzender der ver.di, wandte sich am 26. Mai 2020 mit einer Grußbotschaft an die Beschäftigten der Warenhäuser:

    Wir wehren uns dagegen, dass die Geschäftsleitung und die Verwalter des Schutzschirmverfahrens nun versuchen, das mühsam Vereinbarte über Bord zu werfen und damit tausende Arbeitsplätze gefährden.

    ver.di-Vorsitzender Frank Werneke

    "Sicher – die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, die behördlich angeordneten wochenlangen Schließungen treffen weite Teile des Handels negativ. Und damit auch Galeria Karstadt Kaufhof", so Werneke.

    "Was wir allerdings nicht akzeptieren, ist, dass versucht wird, diese Situation auszunutzen, um lange gehegte Pläne zur Verschlechterung von Arbeitsbedingungen und Stellenstreichungen durchzusetzen!

    Die Beschäftigten und ihre Familien brauchen eine planbare Zukunft statt einer einfallslosen Kürzungspolitik. Statt einer Politik des Kahlschlags ist es notwendig, in die Zukunft der Warenhäuser zu investieren!"

    Die vollständige Nachricht unseres ver.di-Vorsitzenden findet ihr hier als kompaktes PDF:

  • Scharfe Kritik von Stefanie Nutzenberger im Interview mit der Lebensmittelzeitung

    Bereits nach den ersten Medienberichten Mitte Mai stießen die Planungen des Managements auf Empörung und Unverständnis bei den Beschäftigten und im Fachbereich Handel der ver.di.

    "Das ist brutal! Es hat den Anschein, dass die Unternehmensleitung und der Eigentümer die Corona-Krise missbrauchen, um ihre ursprünglichen Planungen von Standortschließungen und Entlassungen doch noch umzusetzen", wirft Stefanie Nutzenberger, das für den Handel zuständige Bundesvorstandsmitglied der ver.di, dem Handelskonzern vor. Konkrete Zahlen halte das Unternehmen gegenüber der Öffentlichkeit zurück.

    "Wenige Wochen nach der tarifvertraglichen Zusicherung von Ende 2019 kommt jetzt die Umkehr und ein Kahlschlag auf Kosten der Beschäftigten. Eine Umsetzung dieser Planung hätte verheerende Auswirkungen auf die rund 35.000 Beschäftigten bei Galeria Karstadt Kaufhof und im Konzern", so Nutzenberger.

    Das werden wir nicht zulassen! Corona zu benutzen, um sich gesund zu stoßen, das darf auch die Politik nicht zulassen. Es geht um das Schicksal von tausenden Beschäftigten. Hier sind alle gefordert, von den Bürgermeistern bis hin zur Bundespolitik

    Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied der ver.di und zuständig für den Handel

    Darüber hinaus habe dies mittelfristig aber auch Auswirkungen auf zehntausende Beschäftigte in den betroffenen Innenstädten und auf die Attraktivität der Städte selbst.

    "Denn die Warenhäuser in den Städten sind Ankerstandorte. Sie sind der Schlüssel für Frequenz und für die Ansiedlung von weiteren Einzelhandelsbetrieben", so Nutzenberger.

    Die Tarifkommission sei mit dem Integrationstarifvertrag den richtigen Weg gegangen und habe von Anfang an darauf gedrängt, Konzepte gemeinsam mit den Betriebsräten und den Beschäftigten zu entwickeln, die die Zukunft der Standorte und der Arbeitsplätze im Mittelpunkt haben.

    Die Orientierung des Managements und des Generalbevollmächtigten sei dagegen die Folge einer fantasie- und verantwortungslosen Haltung in der Geschäftsleitung.


    "Statt die Kompetenzen der zum Teil langjährig Beschäftigten zu nutzen, um gemeinsam frühzeitig ein Konzept für die Zukunft des Warenhauses zu entwickeln, ist die Geschäftsleitung auf ein Kürzungsprogramm zulasten der Beschäftigten umgeschwenkt", so Nutzenberger.


    In einem Interview mit Werner Tewes von der LebensmittelZeitung äußerte Stefanie Nutzenberger ebenfalls harsche Kritik. Den vollständigen Beitrag gibt es unten als PDF und hier im Netz.

  • Insolvenzverfahren auch für Galeria Reisen

    Für die 106 ehemaligen Thomas Cook Reisebüros, die jetzt unter Galeria Reisen firmieren, wurde nach ver.di-Informationen das Insolvenzverfahren beantragt. Allen Beschäftigten der ehemaligen Thomas Cook Reisebüros (Atrys I GmbH) soll gekündigt, die Büros endgültig geschlossen werden.

    Das Unternehmen gehört zum Signa-Konzern des österreichischen Investors und Unternehmers René Benko. Nach ver.di-Angaben sind rund 440 Beschäftigte betroffen. Inwieweit weitere Galeria-Reisebüros betroffen sind, ist nicht bekannt.

    In der ersten Insolvenz von Thomas Cook war der Investor Benko im November 2019 als "Retter in der Not" aufgetaucht und kaufte die Reisebüros. 

    Erkennbar war, dass auch diese Branche peu à peu wieder ins Laufen kommt, nicht zuletzt aufgrund des großen Engagements der Beschäftigten, denen eine Zukunft versprochen wurde.

    Christine Behle, stellv. Vorsitzende der ver.di

    In den Sanierungsplänen für Galeria Karstadt Kaufhof, die zurzeit vom Sachwalter Frank Kebekus und Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz erstellt werden, sollen die ehemaligen Thomas Cook Reisebüros jetzt keine Rolle mehr spielen.

    "Herr Benko scheint offenbar nicht bereit zu sein, auch nur einen Cent zur Rettung und Finanzierung der Reisebüros zu investieren.

    Und das, obwohl zahlreiche dieser Reisebüros in coronalosen Zeiten sehr gute Umsätze geschrieben haben", erklärte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle.

    "Deshalb fordern wir gemeinsam mit den Beschäftigten den Investor Benko auf, seine Entscheidung noch einmal gründlich zu überdenken!"

  • FAQ zu Ausbildung und Schutzschirmverfahren bei Galeria Karstadt Kaufhof

    Für alle Auszubildenden in den Warenhäusern haben wir allgemeine Informationen zum laufenden Schutzschirmverfahren und Tipps zum Ausbildungsverhältnis als kompaktes PDF zusammengestellt.

    Diese FAQ ersetzen keine Rechtsberatung! Sie liefern aber häufig gesuchte Antworten, speziell zu den Fragen:

    1. Was ist ein Schutzschirmverfahren?
    2. Wie lange dauert das Schutzschirmverfahren und was passiert danach?
    3. Was bedeutet das Schutzschirmverfahren für mein Ausbildungsverhältnis?
    4. Kann ich als Azubi gekündigt werden?
    5. Muss ich mir im Fall einer Standortschließung einen neuen Ausbildungsbetrieb suchen?
    6. Wird mir meine Ausbildungsvergütung während des Schutzschirmverfahrens weitergezahlt?
    7. Deckt das Insolvenzgeld auch das Urlaubsgeld ab?
    8. An wen wende ich mich, wenn ich Fragen zur aktuellen Situation bei Galeria Karstadt Kaufhof habe?
  • Endlich Auswege aus der Krise zeigen!

    Gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat von Galeria Karstadt Kaufhof fordern wir von der Geschäftsführung eine Strategie, die die Existenzgrundlage des Unternehmens langfristig sichert und alle Arbeitsplätze erhält!

    Von einem hochbezahlten Spitzenmanagement und ebensolchen Wirtschaftsanwältinnen und -anwälten muss man etwas anderes erwarten können, als die stereotypen Worthülsen von „noch besser und noch konsequenter…“

    Sie müssen den Beschäftigten Existenzsicherheit verschaffen und das Unternehmen endlich positiv aufstellen. Beides gehört untrennbar zusammen!

    • ver.di verlangt sofortige Transparenz über die bisherigen Ergebnisse des Schutzschirmverfahrens, in das auch Karstadt Sports und Karstadt Feinkost einbezogen sind.

    • Die komplizierte Situation erfordert Klarheit und eine enge Einbindung der Interessenvertretungen der Beschäftigten – so wie es auch in den Tarifverhandlungen kurz vor Jahresende zugesichert worden war.

    • Insbesondere fordern wir auch die Einhaltung der Tarifverträge, in denen sich die Unternehmensleitung zu Standort- und Beschäftigungssicherung verpflichtet hat.

    • Tariflicher Schutz, Wertschätzung für die Beschäftigten und kluge, nachhaltige Geschäftskonzepte sind unverzichtbar für die Rettung des Warenhauses und die Existenzsicherung von über 30.000 Beschäftigten und ihrer Angehörigen!

    Unsere Infos gibt es hier als PDF, gerne auch zum Weiterverteilen an eure Kolleginnen und Kollegen:

  • Pressemitteilungen der ver.di-Zentrale

    ver.di fordert vollen Einsatz zum Erhalt von Filialen (13.07.2020)
    Empört hat ver.di auf Berichte reagiert, wonach Geschäftsführung und Insolvenzverwalter von Galeria Karstadt Kaufhof die Verhandlungen mit den Vermietern der Warenhäuser eingestellt haben.

     

    Filialschließungen Karstadt Sports: Beschäftigte fordern Perspektive und Qualifizierung (10.07.2020)
    ver.di erhöht den Druck auf Insolvenzverwalter und Eigentümer, für die von Filialschließung betroffenen Beschäftigten von Karstadt Sports breit angelegte Qualifizierungsmöglichkeiten zu schaffen.

     

    Galeria Karstadt Kaufhof: Sechs Filialen bleiben erhalten – ver.di bleibt beharrlich (03.07.2020)
    Das ist eine gute Nachricht für die betroffenen Beschäftigten und für die Städte. 

     

    Karstadt Feinkost: Mindestens 26 Filialen gesichert (27.06.2020)
    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Karstadt Feinkost GmbH haben sich auf einen umfassenden Sozialtarifvertrag verständigt.

     

    Karstadt Sports: Kampf um Standorterhalt geht weiter (21.06.2020)
    ver.di bekräftigt ihre Forderung nach Erhalt der von Schließung bedrohten Standorte der Karstadt Sports GmbH.

     

    Galeria Karstadt Kaufhof: ver.di erreicht Tarifabschluss und der Kampf geht weiter (19.06.2020)
    Nach viertägigen Verhandlungen hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft einen Tarifabschluss für Galeria Karstadt Kaufhof erreicht. 

     

    Galeria Karstadt Kaufhof: Bewegung in Verhandlungen – ver.di verhandelt „open end“ (17.06.2020)
    Ziel sei es, in dieser Situation bestmögliche Ergebnisse für die Beschäftigten zu erreichen, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

     

    Galeria Karstadt Kaufhof: Sanierungskonzept ideenlos und unkreativ (26.05.2020)
    Beschäftigte fordern Umdenken der Verantwortlichen und Unterstützung der Politik

     

    Galeria Karstadt Kaufhof: Verantwortliche informieren ver.di-Tarifkommission – Gewerkschaft will Zukunft statt Kahlschlag (18.05.2020)
    Warenhäuser hätten nach wie vor eine Zukunft. Jetzt komme es darauf an, die Tradition der Warenhäuser modern zu denken.

     

    ver.di kritisiert Management und Generalbevollmächtigten von Galeria Karstadt Kaufhof: Unternehmen missbraucht die Corona-Krise für Kahlschlag (15.05.2020)
    Es geht um das Schicksal von tausenden Beschäftigten.

Haltet zusammen, organisiert euch – werdet Mitglied bei ver.di!

Helft mit und gebt uns Rückendeckung: als ver.di-Mitglied und damit als Teil unserer Basis. Denn wir sind umso stärker, je mehr wir sind. Und umso besser können wir für euch verhandeln.

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Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

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Protestaktion in Köln (16. Juni 2020)