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Esprit-Geschäftsführung muss endlich liefern

Esprit-Geschäftsführung muss endlich liefern

Unternehmen bleibt Gesamtstrategie und Zukunftskonzept schuldig
ESPRIT Geschäft Karolis Kavolelis/ shutterstock.com ESPRIT Geschäft

Für eine sichere Zukunft fordere ich für meine Kolleginnen und Kollegen den Flächentarifvertrag. Denn der gibt uns die Garantie für eine gerechte Entlohnung.

Aleksandra Petrovic, Betriebsrat München, Kaufingerstraße 22

27. Mai 2021. Am 25. Mai hat eine weitere Tarifverhandlung zwischen dem Arbeitgeber und der ver.di-Bundestarifkommission (BTK) für Esprit stattgefunden. Dabei ging es erneut um die angespannte wirtschaftliche Situation und die Voraussetzungen für einen möglichen Zukunfts- und Sanierungstarifvertrag.

Anders als beim vorigen Termin zugesagt, konnte die Geschäftsführung erneut keine Angaben zu einer Gesamtstrategie und zu einem Zukunftskonzept machen. Die Begründung diesmal: Noch bis Mitte Juni würden in verschiedenen Workshops auf Ebene der Führungskräfte alle internen Prozesse beleuchtet, strategische Zukunftskonzepte erarbeitet und damit verbundene Maßnahmen definiert.

Wir sind NICHT für Dumpingpreise zu haben. Unsere Lebensqualität ist keine Ware, auf die es Rabatt gibt. Deshalb fordern wir für unsere Kolleg*innen die Flächentarifverträge zurück.

Karina Reimann, Betriebsrat Wildau

Aufgrund der Pandemie und des Lockdowns ist die Umsatzentwicklung laut Arbeitgeberseite stark beeinträchtigt. Dadurch werde die Liquidität aufgezehrt. Die Bundestarifkommission vermutet jedoch, dass die Umsatzzahlen für den Onlinehandel gestiegen sind. Die Geschäftsführung möchte den Onlinehandel allerdings getrennt vom stationären Handel betrachten, auch wenn beide Bereiche zu einer Gesellschaft gehören. Unterlagen hat sie bisher nicht vorgelegt. Die BTK kann diese Vorgehensweise nicht nachvollziehen, denn es sind die Beschäftigten, die das Onlinegeschäft mit bearbeiten.

Zur unmittelbaren Zukunft der Filialen teilte die Geschäftsführung mit, dass derzeit keine weiteren Schließungen oder die Abgabe von Stores an Franchisepartner geplant seien.

Ich fordere für meine Kolleg*innen den Anerkennungstarifvertrag, der meine Kolleg*innen in den Filialen gerecht entlohnt. Ein Verzicht ist unter diesen Umständen nicht hinnehmbar. Ich fordere eine Entlohnung, die zum Leben reicht.

Susanne Weiland, Betriebsrat Sulzbach, Main Taunus Zentrum

Um abschließend feststellen zu können, ob bei Esprit eine Sanierungsbedürftigkeit vorliegt und die Not- und Härtefallregelungen von ver.di greifen, braucht die BTK allerdings noch folgende Unterlagen: Eine Unternehmensstrategie und ein ausgearbeitetes Konzept, eine aktuelle Liste mit der Laufzeit der Mietverträge und den Sonderkündigungsrechten sowie aktuelle Geschäftszahlen inkl. des Online-Geschäfts. Als nächster Verhandlungstermin wurde der 2. Juli vereinbart.

Die ver.di-Bundestarifkommission fordert die Unternehmensleitung von Esprit im Rahmen der Verhandlungen auf, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen und folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

Die Beschäftigten leisten jeden Tag wichtige Arbeit. Das muss sich im Gehalt widerspiegeln. Wir fordern Esprit auf, jetzt Verantwortung für die Beschäftigten zu übernehmen und sie gerecht zu entlohnen.

Dursun Kapusuz, Gewerkschaftssekretär, Betreuung des Gesamtbetriebsrats
  • Eine verbindliche Zusage zur Wiederherstellung der Tarifbindung
  • Garantien für Standort- und Beschäftigungssicherung
  • Beteiligung der Beschäftigten am Digitalisierungsprozess und Qualifizierungsmaßnahmen
  • Zusicherung ausreichender Investitionen für die Filialstandorte und Konzepte zur Weiterentwicklung des stationären Handels

Die Forderung nach einem Anerkennungstarifvertrag mit ver.di, der die erneute Bindung an die Flächentarifverträge des Einzelhandels regelt, muss noch mehr Schub durch Esprit-Beschäftigte bekommen!

Machen wir uns gemeinsam stark: Macht mit, organisiert euch – werdet Mitglied in ver.di!


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