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Wenn schon, dann richtig: mit Tarif!

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Wenn schon, dann richtig: mit Tarif!

Überraschung: Der Arbeitgeberverband HDE hat mit Amazon seit Kurzem ein neues, prominentes Mitglied.
Streiks bei Amazon im Dezember 2019, hier in Bad Hersfeld Fototeam ver.di Hessen, Andreas Gangl Bei Amazon wird seit Jahren immer wieder für einen Tarifvertrag gestreikt.

Das ist eine gelungene Überraschung gleich am Anfang des Jahres: Mit seinem Beitritt zum Arbeitgeberverband HDE, der Spitzenorganisation der Unternehmer im deutschen Einzel- und Versandhandel, räumt der Online-Marktführer Amazon endlich ein, was er seit 20 Jahren geleugnet hatte.

Amazon ist vieles – Technologiekonzern, Cloud-Dienstleister, Finanzjongleur. Doch sein Kerngeschäft in Deutschland ist der Verkauf von Waren an die Endkunden. Mit den ständig an Zahl zulegenden Versandzentren ist das Unternehmen hierzulande vor allem ein klassischer Onlinehändler – und sollte endlich seiner Verantwortung gegenüber den Beschäftigten und der Gesellschaft nachkommen!

Im Klartext heißt das, die Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels 1:1 anzuwenden und nicht länger darauf zu spekulieren, dass ein auf Tarifdumping gebautes Geschäftsmodell ewig mit öffentlichen Geldern gestützt wird (Stichwort: Aufstockerleistungen). So wie es aussieht, muss dieser Forderung auch weiterhin auf vielfältige Weise Nachdruck verliehen werden: Als sogenanntes OT-Mitglied (»OhneTarif«) im Arbeitgeberverband kann und will sich Amazon offenbar noch immer der Tarifbindung entziehen.

Das wird Folgen haben und es ist kein Geheimnis: Die nächsten ver.di-Streiks für eine Anerkennung der Branchentarifverträge Einzelhandel und für einen Tarifvertrag gute, gesunde Arbeit sind ebenso in Vorbereitung wie viele andere Aktionen von Amazon-Beschäftigten und ihren Unterstützenden. 

Dass jetzt ein besonders aggressiver Player wie Amazon, der sich auf jede erdenkliche Weise Kostenvorteile im Verdrängungswettbewerb verschafft, Verbandsmitglied werden kann, sorgt übrigens selbst in den eigenen Reihen für erhebliche Unruhe. Hier ist auch die Politik gefragt, denn schon seit Einführung der OT-Mitgliedschaften vor etwa 20 Jahren wird die Erosion der Tarifverträge stark befördert.

ver.di hält die vom HDE beworbene Tarifflucht durch die Hintertür für skandalös, denn sie ist schädlich für die Beschäftigten, für die gesamte Branche und für die Gesellschaft.

Auszug aus der ver.di-Information 02/2020 für Beschäftigte bei Amazon
  • Der HDE muss endlich damit aufhören, die Zerstörung des stationären Handels zu beklagen, aber selbst den Wettbewerb im Einzel- und Versandhandel zu verzerren. Aus tariflosen Mitgliedschaften müssen vollwertige werden, damit Beschäftigte Tariflöhne bekommen!
  • Der Gesetzgeber muss für geregelten Wettbewerb und eine gesündere Entwicklung in der Branche ohne Erwerbs- und Altersarmut sorgen.

ver.di fordert deshalb, die Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE) der Tarifverträge zu erleichtern und alle Unternehmen auf ihre Einhaltung zu verpflichten! Löhne und Gehälter dürfen nicht zum Spielball des Wettbewerbs werden!

  • Amazon muss seinen Worten – »Wir sind ein guter Arbeitgeber und zahlen ordentliche Gehälter« – endlich Taten folgen lassen. Das bedeutet, tarifgebundenes HDE-Mitglied zu werden und endlich die regionalen Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels anzuwenden!

Diese Infos gibt es hier zum Download, gerne auch zum Weiterverteilen an eure Kolleginnen und Kollegen:


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