Amazon

Erneute Streiks vor Weihnachten

Amazon

Erneute Streiks vor Weihnachten

„Wir haben uns auf einen langen Kampf eingestellt“ – Lena Widmann im Interview mit Deutschlandfunk

„Weihnachten steht vor der Tür – wir auch!“

Vergangene Woche in Rheinberg, diese Woche in Werne und noch bis Samstag in Leipzig – alle Jahre wieder, in diesem Jahr zum fünften Mal, streiken die Beschäftigten an den verschiedenen Amazon-Standorten in Deutschland dafür, dass ihr Arbeitgeber endlich den Tarifvertrag für den Einzelhandel unterzeichnet.

Lena Widmann, für Amazon zuständige Gewerkschaftssekretärin bei ver.di, sprach dazu mit Tobias Armbrüster vom Deutschlandfunk.

„Nach den Tarifverträgen des Einzelhandels steht den Kolleginnen und Kollegen in der Branche ein Weihnachtsgeld in Höhe von 62,5 Prozent des individuellen Monatsentgelts zu", erläutert Silke Zimmer, Landesbezirksfachbereichsleiterin für den Handel in Nordrhein-Westfalen. "Bei einem Picker oder Packer bei Amazon wären das derzeit 1.436,25 Euro. Beim Online-Riesen werden allerdings lediglich 400 bis 600 Euro gezahlt und das auch erst, seitdem wir streiken.“

Bei dem Umsatz, den Amazon in der Weihnachtszeit auf dem Rücken der Beschäftigten erwirtschafte, sei dies durch nichts zu rechtfertigen. „Die Beschäftigten brauchen das Weihnachtsgeld, um beispielsweise ihre Versicherungen zu zahlen oder sich auch mal etwas außer der Reihe leisten zu können“, so Zimmer.

Für den in Werne zuständigen Gewerkschaftssekretär, Karsten Rupprecht, sind die Streiks wichtig, um weiterhin Druck auf den Arbeitgeber auszuüben: „Den Kolleginnen und Kollegen wird nichts geschenkt. Gerade in der Weihnachtszeit hätten sie es zwar verdient, aber die Erfahrung mit Amazon zeigt, dass es nur der Druck durch die Beschäftigten war, der bislang zu Verbesserungen geführt hat.“

Es bleibt bei unserer Forderung, die Arbeitsbedingungen tarifvertraglich zu regeln. Dafür werden wir weiter vor den Toren stehen!

Thomas Schneider, ver.di-Streikleiter in Leipzig, wo noch bis Samstag gestreikt wird

Eher Gutscheine als Päckchen

„Weihnachten steht vor der Tür – wir auch“, sagt in Leipzig der ver.di-Streikleiter Thomas Schneider. „Wir haben Amazon immer wieder Zeit gelassen, auf unsere Forderung nach Tarifverhandlungen zu reagieren.“ Dass Amazon weiter die Aufnahme von Tarifverhandlungen ablehne, sei eine Provokation. ver.di fordert seit Jahren einen Tarifvertrag für den weltweit größten Versandhändler, während Amazon jede tarifliche Bindung für die Beschäftigten ablehnt.

Darüber hinaus hat ver.di das Online-Kaufhaus zum Abschluss eines Gesundheitstarifvertrages aufgefordert, der ebenfalls abgelehnt wird.

„Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir auf Erfolge verweisen können, die ohne unsere Arbeitskämpfe nicht möglich wären.“, so Schneider. In Leipzig dauern die Streiks in dieser Woche noch bis Samstag, 22. Dezember 2018. Dass unter zahlreichen Weihnachtsbäumen deshalb in diesem Jahr eher Gutscheine als Päckchen liegen werden, ist nicht mehr auszuschließen, auch wenn Amazon weiterhin verspricht, pünktlich bis Weihnachten zu liefern.

Radiotipps zum Thema

Wenn nicht jetzt, wann dann? Organize now!

Gebt uns Rückendeckung in eurem eigenen Interesse!


Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Dann mal los – für angemessenen Tarif und faire Arbeit bei Amazon!


Ich will mehr Infos zu ver.di!

Mehr Infos zu Amazon auf unserer Übersichtsseite