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Jeff Bezos gerät wegen Klimaspende unter Beschuss

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Jeff Bezos gerät wegen Klimaspende unter Beschuss

"Amazon Employees for Climate Justice" melden sich auf Twitter mit kritischer Stellungnahme zu Wort.
Streiks bei Amazon im Dezember 2019, hier in Bad Hersfeld Fototeam ver.di Hessen, Andreas Gangl Bei Amazon wird seit Jahren immer wieder für einen Tarifvertrag gestreikt.

Zehn Milliarden US-Dollar: So viel will Amazon-Chef Jeff Bezos für den Kampf gegen die Erderhitzung zur Verfügung stellen. Ehrenhaft, sagen die einen. Andere finden es verlogen. 

Jeff Bezos gilt derzeit als reichster Mensch der Welt, rund 130 Milliarden US-Dollar soll sein Vermögen betragen. Zehn Milliarden davon will er nun zur Bekämpfung der Klimakrise spenden, denn «der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten», wie Bezos vergangenen Montag auf Instagram verkündete.

Dagegen soll nun der neu zu gründende «Bezos Earth Fund» angehen, welcher finanzielle Unterstützung gegen die Klimakrise leisten will und damit betraute wissenschaftliche Fachkräfte, Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen fördert – und das bereits ab dem kommenden Sommer.

Soweit eine durchaus bemerkenswerte und sinnvolle Aktion. Allerdings regt sich auch herbe Kritik, nicht zuletzt von den eigenen Beschäftigten. 

So meldeten sich die sogenannten "Amazon Employees for Climate Justice" (engl. für "Amazon-Beschäftigte für Klimagerechtigkeit") ebenfalls am Montag, den 17. Februar 2020, mit einer Stellungnahme zu Bezos' Klimaspende zu Wort. Darin bezeichneten sie Bezos' Großzügigkeit zwar als lobenswert, doch müsse das Unternehmen zunächst selbst umweltfreundlicher werden.

Wann wird Amazon aufhören, Öl- und Gasunternehmen bei der Zerstörung der Erde mit noch mehr Öl- und Gasbohrlöchern zu helfen?

Auszug aus der Stellungnahme der "Amazon Employees for Climate Justice"

Schließlich finanziere Amazon gleichzeitig Thinktanks, welche die Klimakrise leugnen, ebenso laufen Lkws weiterhin mit Dieselmotoren. Die Gruppe forderte daher auf Twitter den Unternehmensgründer dazu auf, selbst Vorreiter für klimafreundliches Wirtschaften zu werden.

«Wie die Geschichte uns lehrt, erheben sich wahre Visionäre gegen etablierte Systeme, auch wenn es sie selbst teuer zu stehen kommt», so die Beschäftigten in ihrer Stellungnahme. 

Und auch wir von ver.di sehen bei diesem Projekt die Kehrseite der Medaille:

Denn Bezos hat seinen Reichtum durch Tarifflucht und teilweise unmenschliche Arbeitsbedingungen von seinen eigenen Beschäftigten erpresst – also von genau denjenigen, die ihn und sein Unternehmen Tag für Tag auf Erfolgskurs halten!

Und zur Erderhitzung trägt sein Konzern aktiv bei – der Energieausstoß von Amazon entspricht dem ganzer Staaten in der Größe von Dänemark!

Beides brachte dem Online-Versandhändler allein im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 einen Gewinn von 11,6 Milliarden Dollar ein. Und der Konzern existiert bereits seit über 25 Jahren und ist (nach Apple und Microsoft) das drittwertvollste Unternehmen der USA. 

Wir fordern gesellschaftliche Verantwortung: Amazon muss selbst klimafreundlich werden und seinen Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne gewährleisten! 

Deswegen bleibt es dabei: regionale Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels müssen auch bei Amazon gelten! Und wir werden nicht lockerlassen, bis wir genau das durchgesetzt haben – gemeinsam bis zum Tarifvertrag!

Machen wir uns bei Amazon gemeinsam stark für diese Forderungen!

Gebt uns Rückendeckung in eurem eigenen Interesse: Schließt euch zusammen und werdet Mitglied!


Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Jetzt aber los – für einen angemessenen Tarif und faire Arbeit bei Amazon!


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