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Dicke Sprüche ersetzen keine sicheren Tariflöhne!

Dicke Sprüche ersetzen keine sicheren Tariflöhne!

Schöne Worte von Jeff Bezos reichen nicht
Amazon-Beschäftige protestieren in Bad Hersfeld ver.di FB12 Amazon-Beschäftige protestieren in Bad Hersfeld

18. Juni 2021. Kurz vor seinem Abgang als CEO hat Jeff Bezos, der sicher weiter am Lenkrad drehen wird, mit diesem Spruch überrascht: Amazon soll der »beste Arbeitgeber und der sicherste Arbeitsplatz der Welt« werden.

Na also: Geht doch, dieses Ziel unterstützen wir sofort. Allerdings sollten der Konzernchef und sein Management ein paar Gänge herunterschalten, die Fakten zur Kenntnis nehmen und das sofort Machbare in Angriff nehmen.

Gute Tipps für ein Sofortprogramm

Wie wär`s denn mit garantierter tariflicher Bezahlung? Es sind schließlich die Beschäftigten, die ihre superharte Arbeit unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie leisten. Sie machen die Umsatzsprünge – aktuell in Deutschland um 33 Prozent – überhaupt erst möglich und riskieren dafür täglich ihre Gesundheit.

Respekt und Anerkennung für die enormen Leistungen könnten Bezos & Co. am besten so ausdrücken: Schnell die Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels anerkennen und tariflich abgesicherte Einkommen einschließlich der Sonderzahlungen und Zuschläge zahlen. Doch davon wollen sie bisher nichts wissen.

Auch die Amazon-Beschäftigten verdienen echte Lohnerhöhungen – also ohne die Corona-Prämie dagegen aufzurechnen! Für den Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels streiken wir deshalb immer wieder – auch während der aktuellen Tarifrunde, wo ver.di 4,5 Prozent mehr Lohn plus 45 Euro sowie einen Mindeststundenlohn von 12,50 Euro fordert.

Europaweit und darüber hinaus ist jetzt wieder deutlich geworden, wie Amazon durch mangelnden Schutz, heftige Arbeitshetze und eine totale Überwachung aller Arbeitsschritte die Gesundheit der Beschäftigten belastet und ihre Rechte beschneidet. Einer Anhörung des EU-Parlaments dazu mit starker Beteiligung von ver.di blieb der eingeladene Amazon-Chef einfach fern und löste Proteste aus.

Gegen den rücksichtslosen Umgang mit der Gesundheit der Beschäftigten stellt ver.di die Forderung nach guten und gesunden Arbeitsbedingungen, die auch in einem Tarifvertrag verbindlich geregelt werden müssen.

Versprochen: Wir werden das Amazon-Management an seinen »Visionen« messen. Im Moment liegt es auf einer Negativskala noch immer ganz weit unten in der Bewertung.

Wenn das kein Grund für mehr Druck durch neue Streiks ist!


  Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

  Dann aber los jetzt, für gute und gesunde Arbeit auch bei Amazon!