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Gewerkschaften in Kanada kämpfen um Organisierung bei Amazon. Solidarität aus Deutschland
Amazon-Beschäftigte aus Deutschland sendeten am 2. Oktober 2021 solidarische Grüße an ihre Kolleginnen und Kollegen in Kanada ver.di Handel Solidarität mit Amazon-Arbeiter*innen in Kanada

8. Oktober 2021. Auch in Nordamerika geht der Kampf um die gewerkschaftliche Organisierung bei Amazon weiter. Teamsters Canada, ein 125.000 Mitglieder starker Gewerkschaftsbund in Kanada, hat in neun Niederlassungen des Konzerns eine Kampagne gestartet, um die Fulfillment Center gewerkschaftlich zu organisieren.

Gewerkschaften erfüllen in Nordamerika nicht nur eine Funktion als Interessenorganisation. Ihre Aufgaben in den Unternehmen sind in gewisser Weise auch mit denen der Betriebsräte in Deutschland vergleichbar. Damit eine Gewerkschaft in einem Unternehmen aktiv werden kann, müssen die Beschäftigten darüber abstimmen. Und schon die Durchführung einer solchen Wahl ist oft ein harter Kampf, insbesondere bei Amazon, das in Kanada aktuell 25.000 Menschen beschäftigt und 15.000 weitere einstellen will.

Anfang September hat die örtliche Gewerkschaft in Edmonton den Antrag auf Einleitung von Gewerkschaftswahlen im dortigen Fulfillment Center eingereicht. Man habe bereits Unterstützungserklärungen von mehr als 40 Prozent der Beschäftigten erhalten und damit die Marke überschritten, bei der das Unternehmen verpflichtet ist, die Gewerkschaftsabstimmung einzuleiten. Inzwischen hat sich die Kampagne über das gesamte Land ausgebreitet, von British Columbia an der Pazifikküste bis in Wirtschaftszentren wie Ontario.

Amazon hält auch in Kanada an seiner gewerkschaftsfeindlichen Linie fest. Der Sprecher von Amazon Canada, Dave Bauer, glaubt die Interessen der Beschäftigten besser zu kennen, als diese sich selbst: „Als Unternehmen glauben wir nicht, dass Gewerkschaften die beste Antwort für unsere Angestellten sind.“

Sich an einem Ort wie Amazon zu organisieren, bedeutet für die Arbeiter ein gewisses Risiko. Wenn sie anderswo sehen, dass Arbeiter dieses Risiko auf sich genommen haben, dann ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass sie selbst das auch tun werden.

John Logan, San Francisco State University

Die Teamsters, die auch international organisiert sind, hoffen dagegen auf eine Signalwirkung über die Grenzen Kanadas hinaus, denn gewerkschaftliche Organisierung helfe beim Kampf um bessere Löhne und bezahlte Urlaubstage. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters teilte der Arbeitsrechtler John Logan von der San Francisco State University diese Hoffnung: „Sich an einem Ort wie Amazon zu organisieren, bedeutet für die Arbeiter ein gewisses Risiko. Wenn sie anderswo sehen, dass Arbeiter dieses Risiko auf sich genommen haben, dann ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass sie selbst das auch tun werden.“

Im Frühjahr war ein Bessemer, Alabama, ein Versuch der US-Handelsgewerkschaft RWDSU vorläufig gescheitert, bei Amazon eine Gewerkschaft zu gründen. Der Konzern hatte dazu unzählige schmutzige Tricks angewandt und die arbeiterfeindlichen Gesetze in den USA voll ausgenutzt. Da in Kanada die Regelungen weniger restriktiv sind, hoffen die Teamsters dort auf einen Erfolg.

Amazon-Beschäftigte und Gewerkschaften weltweit verfolgen den Kampf ihrer Kolleginnen und Kollegen in Nordamerika sehr aufmerksam. Am vergangenen Wochenende schickten Beschäftigte von deutschen Amazon-Standorten zusammen solidarische Grüße nach Kanada. Denn gemeinsam sind wir unaufhaltsam!


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Teamsters Canada

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