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Streik am verkaufsträchtigen Schnäppchentag

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Streik am verkaufsträchtigen Schnäppchentag

Beschäftigte werfen dem Online-Riesen Amazon vor, an ihrer Gesundheit zu sparen.
Beschäftigte protestieren für Gesundheitsschutz bei Amazon ver.di FB12 Beschäftigte protestieren für Gesundheitsschutz bei Amazon

Am Dienstag, den 17. Juli 2018, streiken die Beschäftigten bei Amazon erneut. Am traditionellen Schnäppchentag des Konzernriesen, an dem bis um Mitternacht Preise millionenfach gesenkt werden und die Gewinne sprudeln, wollen die Beschäftigten die Arbeit niederlegen und für einen Gesundheitstarifvertrag demonstrieren.

Stefanie Nutzenberger, für den Handel zuständiges Bundesvorstandsmitglied der ver.di, sieht das Managementvorgehen als Versuch, sich auf Kosten der Gesundheit seiner Beschäftigten zu bereichern. Nicht anders sei zu verstehen, warum Amazon sich einem Tarifvertrag verweigere.

Die Amazon-Beschäftigten kämpfen seit Jahren mit gesundheitlichen Belastungen. Lange Schichten, kilometerlange Wege, monotones Arbeiten und schwere körperliche und psychische Belastung sorgen für etliche gesundheitliche Probleme. Deswegen fordern die Beschäftigten vertraglich geregelte Maßnahmen zur Entlastung.

Dagegen bietet der Konzern als gesundheitsfördernde Maßnahme Obsttage an. Ein Hohn, findet Nutzenberger: "Der Arbeitgeber hat die Verantwortung, für das körperliche und das psychische Wohl seiner Beschäftigten zu sorgen. Diese Verantwortung vernachlässigt Amazon seit Jahren und verweigert seinen Leuten das Recht auf festgeschriebene Regeln – in einem Tarifvertrag."

Das wollen sich die Beschäftigten nicht länger bieten lassen und nutzen den verkaufsträchtigen Schnäppchentag – auch Amazon Prime Day genannt – für Streiks.

Die Botschaft ist klar: Während der Onlineriese sich bereichert, wird an der Gesundheit der Beschäftigten gespart!

Stefanie Nutzenberger, Vorstandsmitglied der ver.di

Bislang verweigert Amazon jede Verhandlung mit ver.di.

Und doch ist in den vergangenen Jahren durch die vielen Streikaktionen einiges geschehen:

So musste Amazon die Luftzufuhr und die Lichtverhältnisse in den Lagerstandorten verbessern.

Auch steigen seitdem Löhne und Gehälter regelmäßig.

Eine Vereinbarung und Planungssicherheit für die Beschäftigten mittels Tarifvertrag lehnt Amazon jedoch kategorisch ab.

Dagegen finden die Streiks am morgigen Dienstag, 17. Juli, in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben (Bayern), Rheinberg, Werne und Koblenz statt.

Auch in Spanien und Polen starten die Beschäftigten verschiedene Aktionen, um auf ihre Arbeitsbedingungen hinzuweisen:

  • In Polen laufen ebenfalls Dienstag Safe Package Aktionen (sozusagen "Dienst nach Vorschrift"), in denen besonders auf ordnungs- und sachgemäße Behandlung der Pakete geachtet wird.
  • In Spanien rufen die Gewerkschaften zum Streik bis Mittwoch auf.