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Gesundheit vor Profit

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Gesundheit vor Profit

In der Corona-Krise müssen die Beschäftigten geschützt werden, nicht die Gewinne!
Profit Gier Illustration Comic mrhighsky, Bild-ID #62760635, depositphotos.com Die Profitgier bei Amazon kennt selbst in der Corona-Krise keine Grenzen.

Für das Management von Amazon stehen die Gewinne und der Aktienkurs im Mittelpunkt des Interesses. Die Gesundheit der Beschäftigten steht dagegen nicht sehr hoch im Kurs...

In den Versandzentren ist die Hölle los. Das gilt in Deutschland, aber auch international. Gearbeitet wird bereits am Anschlag, weil die Umschlagsgeschwindigkeiten aufgrund der Corona-Krise rasant gestiegen sind. Der Zwang, noch schneller versenden zu müssen, ist schon jetzt absehbar. Damit muss Schluss sein, fordert ver.di.

Entfristung der befristet Beschäftigten!

Noch mehr Stress und Gesundheitsbelastung müssen gerade in dieser speziellen Gefährdungssituation vermieden bzw. aktiv bekämpft werden. Personelle Entlastung – u.a. durch die Entfristung der vielen befristeten Verträge – ist kein Luxus, sondern gehört unbedingt zu den präventiven Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Auch bei Amazon!

Mehr Rücksicht auf die Gesundheit der Amazon-Beschäftigten ist absolut vordringlich, denn daran mangelt es beim Arbeitgeber!

Aus mehreren Standorten werden nach wie vor unzureichende Vorkehrungen gegen Ansteckung berichtet. Auch die riskante Art und Weise, wie die vorerst bis Ende April befristete Lohnerhöhung um zwei Euro pro Stunde gehandhabt wird, verdient laute Kritik: In einigen Versandzentren wird dieses Geld nur als Anwesenheitsprämie gezahlt. Und das kann gerade jetzt fatale Folgen haben, weil sich erkrankte Beschäftigte zur Arbeit schleppen!

Arbeitgeber provoziert Risiken – Schluss damit!

Auf diesem Weg eine zusätzliche Gesundheitsgefährdung zu provozieren, ist ein extrem verantwortungsloses Verhalten der Arbeitgeberseite, das sich ändern muss. Es unterstreicht zugleich, wie wichtig die gewerkschaftlichen Ziele der ver.di-Aktiven bei Amazon sind. Auf den Punkt gebracht: Eine allgemeine Erhöhung der Einkommen sowie mehr Gesundheitsschutz und beides tarifvertraglich wasserdicht abgesichert.

Krankheitsbedingte Kündigungen selbst in Zeiten von Corona zeigen den Zynismus des Amazon-Konzerns, bei dem es vornehmlich um Profite geht!

Orhan Akman, Bundesfachgruppenleiter der ver.di für den Einzel- und Versandhandel

Ein Unding sei, dass es bei Amazon selbst unter den jetzigen Bedingungen krankheitsbedingte Kündigungen gebe.

"Das zeigt den Zynismus eines Unternehmens, bei dem es vor allem um Profite, nicht aber um die Gesundheit der Beschäftigten und ihrer Familien geht", so Akman weiter.

"Die Vorgehensweise des Konzerns zeigt, wie notwendig tarifvertragliche Regelungen über die Einkommen und den Gesundheitsschutz bei Amazon sind", betonte Akman.

Der Konzern weigert sich seit Jahren, mit der Gewerkschaft über einen Tarifvertrag rechtsverbindliche Arbeitsverhältnisse zu vereinbaren.

Jetzt müssen Maßnahmen her, die schnell umzusetzen sind. Dazu gehören auch unkomplizierte Regelungen für Väter oder Mütter, die weder eine Notbetreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen können, noch sonstige Alternativen finden. Wer von einer solchen Notsituation betroffen ist, sollte bei Fortzahlung des Gehalts freigestellt werden.

Im Betrieb selbst müssen die Hygienemaßnahmen ausgeweitet werden, weil sie ein wichtiger Schutz sind:

  • Um sich vor Schmierinfektionen zu schützen, müssen die Beschäftgten angewiesen werden, mindestens jede Stunde gründlich die Hände zu waschen und zu pflegen.
  • Der Arbeitgeber muss zusätzlich Handdesinfektion sowie Einweghandschuhe zur Verfügung stellen, die mindestens »begrenzt viruzid« sind, also eine Wirkung gegen Viren haben.
  • Türgriffe und andere prekäre Flächen wie gemeinsame Arbeitsmittel müssen regelmäßig gereinigt werden.
  • Alle Beschäftigten müssen im Hinblick auf »richtiges Niesen und Husten« unterwiesen sein: Von anderen wegdrehen, Einwegtaschentuch oder Armbeuge benutzen.
  • Externe Besucher oder Dienstleister müssen auf die Hygienemaßnahmen hingewiesen werden (Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe anbieten).
  • Viren werden vor allem durch Niesen, Husten oder beim lauten Sprechen übertragen. Es ist deshalb notwendig, ein möglichst ruhiges Arbeitsumfeld zu schaffen und einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.
  • Alle Beschäftigten müssen über das erhöhte Risiko informiert werden, wenn folgende Umstände zu verzeichnen sind:
    - Vorerkrankungen (z.B. Grippe, Asthma, Diabetes, Herz-, Krebs- oder Organ-Erkrankung)
    - geschwächte Immunabwehr aufgrund von Medikamenten, Erkrankungen oder besonderer Belastung
    - Alter über 50 Jahre
  • Der Arbeitgeber ist gefordert, Beschäftigten mit erhöhtem Risiko z.B. den Wechsel zu einem Arbeitsplatz mit weniger Lieferanten- oder anderen Außenkontakten anzubieten.
  • Der Betriebsrat und die Führungskräfte müssen einbezogen werden, um an diesen zeitweisen Arbeitsplatzwechseln mitzuwirken.

Der beste Schutz vor Viren ist eine gute Immunabwehr. Welche Möglichkeiten gibt es?

  • Eine Intensivierung der Arbeitsbelastung muss vermieden und stattdessen die Personalplanung angepasst werden. Dazu gehört es unbedingt, die Arbeitsverträge der Kolleginnen und Kollegen zu entfristen. Menschen, die sich respektiert fühlen und die ihnen zustehende Achtsamkeit erfahren, sind robuster gegenüber Erkrankungsrisiken.
  • Den Beschäftigten muss deutlich gezeigt werden, dass ihre Gesundheit dem Arbeitgeber wichtig ist, und sie müssen umfassend informiert werden, welche Präventionsmaßnahmen er in die Wege leitet.
  • Die Beschäftigten und der Betriebsrat müssen bei der Festlegung von Maßnahmen, bei Veränderung von Abläufen etc. eng einbezogen werden. Dadurch werden Wertschätzung und fürsorgliches Handeln unterstrichen.
  • Es muss möglich gemacht werden, direkt am Arbeitsplatz oder sehr nah davon nicht-alkoholische Getränke zu sich zu nehmen, damit die Schleimhäute nicht austrocknen.
  • Eine Kultur der Kurzpausen muss gefördert werden. Jedes Immunsystem reagiert positiv auf eine kurze Pause im Freien (Vitamin D) oder in einem lichtdurchfluteten und gut gelüfteten Raum.
  • Es muss unbedingt vermieden werden, dass bei eventuell steigenden Krankheitszahlen die verbleibenden Beschäftigten die gesamte Arbeit leisten müssen. Das ist viel zu riskant!
  • Gemeinsam mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten müssen Regelungen für einen größeren Personalausfall vereinbart werden. Es ist notwendig, die Dringlichkeitsstufen bei der Erledigung von Aufgaben festzulegen und einen Notfallplan zu erstellen.

Diese Infos gibt es unten als PDF, gerne auch zum Weiterverteilen an eure Kolleginnen und Kollegen.

Mehr zum Thema findet ihr in der ver.di-Pressemeldung vom 20.03.2020.


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