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Dringlichkeitserklärung zur Corona-Pandemie

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Dringlichkeitserklärung zur Corona-Pandemie

Erstes virtuelles Meeting der Amazon-Allianz, Forderungen zum Gesundheitsschutz verabschiedet.
Menge Menschenmenge Gruppe Bündnis Protest Demonstration Team OpenClipart-Vectors, pixabay.com Gegen die menschenfeindlichen Praktiken bei Amazon wehrt sich ein weltweites, breites Bündnis.

Die nachfolgende Dringlichkeitserklärung der Amazon-Allianz zur COVID-19-Pandemie wurde am 11. Juni 2020 beim ersten virtuellen Meeting der Amazon-Allianz verabschiedet.

  • In Erwägung der Tatsache, dass die Amazon-Allianz der weltgrößte Zusammenschluss von Amazon-Beschäftigten ist – darunter Amazon-Beschäftigtenvertretungen aus 22 Ländern,

  • in Erwägung der Tatsache, dass die Beschäftigten in der anhaltenden Corona-Pandemie immer noch mit beispiellosen Risiken und Problemen konfrontiert sind,

  • in Erwägung der Tatsache, dass Tausende von Amazon-Beschäftigten infiziert wurden und mindestens zehn Beschäftigte ihr Leben verloren haben,

  • in Erwägung der Tatsache, dass Amazon sich geweigert hat, direkt mit Gewerkschaften zu verhandeln, sofern dies nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, und so das Wohlergehen, die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten, ihrer Familien und ihrer Gemeinden gefährdet,

  • in Erwägung der Tatsache, dass Amazon, statt ein offenes Ohr für die Beschäftigten zu haben, entschieden hat, zahlreiche Whistleblower und Aktivisten fristlos zu entlassen,

  • und in Erwägung der Tatsache, dass die Pandemie andauert, dass sie Amazon gestärkt hat sowie Jeff Bezos möglicherweise zum ersten Billionär der Welt machen wird,

fordert die Allianz, dass Amazon:

  1. sich ab sofort nicht mehr gegen die Gewerkschaften stellt, sondern Vereinbarungen über Gesundheit und Sicherheit sowie Löhne und Sozialleistungen verhandelt, keine Anti-Gewerkschafts-Berater mehr beschäftigt und sich bei allen gewerkschaftlichen Organisierungskampagnen neutral verhält.

  2. die Ende Mai ausgesetzten Lohnerhöhungen unverzüglich wieder auszahlt und dass diese Lohnerhöhungen auch bestehen bleiben. Amazon-Beschäftigte sind bei ihrer Arbeit immer noch nie zuvor dagewesenen Gefahren ausgesetzt, und Amazon und Jeff Bezos können es sich leisten.

  3. unverzüglich sämtliche Maßnahmen einführt bzw. wiedereinführt, mit denen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden können, bis die Pandemie vollständig abgeebbt bzw. bis breitflächig ein Impfstoff verfügbar ist. Dazu gehören die Gewährung zusätzlicher Pausenzeiten, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (in den USA), doppelter Lohn für Überstunden, unbegrenzter unbezahlter Urlaub und ein Ende von Produktivitätsquoten für die Beschäftigten.

  4. unverzüglich alle entlassenen Whistleblower und Aktivisten, einschließlich Courtney Bowden, Gerald Bryson, Maren Costa, Emily Cunningham, Bashir Mohammed und Chris Smalls wiedereinstellt und ihnen rückwirkend ihre Löhne auszahlt.

  5. unverzüglich die Gesamtzahl der Fälle von COVID-19 und der durch COVID-19 verursachten Todesfälle unter Amazon-Beschäftigten bekanntgibt – und zwar sowohl im Hinblick auf Beschäftigte als auch auf Auftragnehmer – und sich bereiterklärt, den Beschäftigten und Gewerkschaften laufend und zeitnah Informationen über das Infektionsgeschehen zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus beschließt die Amazon-Allianz, im September dieses Jahres den größten jemals organisierten Amazon-Protest während des jährlichen Amazon Prime Day abzuhalten. Wir vereinbaren, zu protestieren und uns mit Verbündeten auf der ganzen Welt zusammenzuschließen, um Amazon in die Pflicht zu nehmen!

Wir bleiben dabei: Schließt euch zusammen, seid solidarisch – auch jenseits von Ländergrenzen! Eure Gesundheit ist wichtiger als Profit!

Gemeinsam bis zum Tarifvertrag! Gebt uns Rückendeckung in eurem eigenen Interesse: als ver.di-Mitglied und damit als Teil unserer Basis. Denn je mehr wir sind, umso stärker können wir Druck machen!
Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Jetzt aber los – für angemessenen Gesundheitsschutz und faire Arbeit bei Amazon!


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