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"Sick Out" beim Versandhändler

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"Sick Out" beim Versandhändler

Kollektive Krankmeldungen bei Amazon in den USA aus Protest gegen mangelnden Gesundheitsschutz

Videobotschaft der Kolleg*innen bei Amazon Koblenz als Solidaritätsbekundung zum "Sick Out"-Aktionstag 

In den USA sind am Freitag zahlreiche Beschäftigte von Amazon nicht zur Arbeit erschienen, sondern haben sich krankgemeldet. Sie folgten damit einem von den Gewerkschaften unterstützten Aufruf der „Amazon Employees for Climate Justice“ (Amazon-Beschäftigte für Klimagerechtigkeit).

Hintergrund ist, dass die Beschäftigten nach wie vor mangelnden Gesundheitsschutz und Sicherheitsvorkehrungen in den Einrichtungen des Konzerns kritisieren. In den vergangenen Wochen kam es deshalb wiederholt zu Arbeitsniederlegungen und anderen Protesten.

Die Unternehmensführung versucht allerdings, sogar den Erfahrungsaustausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen zu unterbinden. So wurde auf den internen Kanälen eine Online-Konferenz blockiert, zu der sich bereits rund 1.000 Beschäftigte der Warenhäuser und Computerzentralen angemeldet hatten, um über die aktuelle Lage zu diskutieren. Trotzdem fand die Videokonferenz am Donnerstag vergangener Woche mit immerhin rund 375 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Die Reaktion des Konzerns war repressiv. Zwei als aktive Mitglieder der „Amazon Employees for Climate Justice“ bekannte Kolleginnen – Emily Cunningham und Maren Costa – wurden entlassen, weil sie wiederholt die internen Regeln verletzt hätten. Gegen einen weiteren Kollegen wurden „disziplinarische Maßnahmen“ ergriffen, weil er die Einladung zur Diskussion weitergeleitet hatte.

Inmitten einer Krise von biblischen Ausmaßen sollte Bezos die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten über die Gier des Unternehmens stellen!

Christy Hoffman, Generalsekretärin der UNI Global Union

Schon zuvor waren gewerkschaftlich aktive Kolleginnen und Kollegen entlassen worden, weil sie von der Unternehmensführung für Proteste verantwortlich gemacht wurden.

Als Reaktion darauf organisierten die Kolleginnen und Kollegen nun ein "Sick Out": Am heutigen Freitag, den 24. April, solle niemand zur Arbeit erscheinen, alle sollten sich krankmelden. Begleitet wurde der Aktionstag durch eine Online-Kundgebung per Livestream sowie Solidaritätsbekundungen von Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt. So meldeten sich Amazon-Beschäftigte aus Deutschland per Video zu Wort.

Unterstützt wurde die Aktion von der internationalen Dienstleistungsgewerkschaft UNI Global Union, der auch ver.di angehört.

"Der Versuch von Amazon, auf Kritik mit einer ‚Keine-Gefangenen‘-Strategie zu reagieren, ist nicht neu. Die Arbeitenden überall auf der Welt, die versuchen, sich gewerkschaftlich zu organisieren, wissen das sehr gut", erklärte UNI-Generalsekretärin Christy Hoffman. "Aber inmitten einer Krise von biblischen Ausmaßen sollte Bezos besseres Urteilsvermögen an den Tag legen und die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten und der Öffentlichkeit über die Gier des Unternehmens stellen!"

Die Amazon Alliance, der Gewerkschaften aus 23 Ländern angehören, forderte den Konzern ebenfalls auf, die entlassenen Kolleginnen und Kollegen sofort wiedereinzustellen. „Die Arbeiter werden aktiv, um ihre Würde und Sicherheit einzufordern, aber anstatt die Probleme zu lösen, weigert sich der reichste Mann der Welt, der mit dem Verlauf der Pandemie noch reicher wird, zu verhandeln oder auf die Forderungen nach sichereren Arbeitsplätzen einzugehen.

Wir bleiben dabei: Schließt euch zusammen, seid solidarisch – auch jenseits von Ländergrenzen! Eure Gesundheit ist wichtiger als steigende Aktienkurse und Extraprofite!

Gemeinsam bis zum Tarifvertrag! Gebt uns Rückendeckung in eurem eigenen Interesse: als ver.di-Mitglied und damit als Teil unserer Basis. Denn je mehr wir sind, umso stärker können wir Druck machen!
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