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Überraschung für die Bosse

Überraschung für die Bosse

Auch am Cyber Monday wieder Streiks bei Amazon
Streikposten am 30. November 2020 vor Amazon in Bad Hersfeld Diana Ritz Streikposten in Bad Hersfeld

30. November 2020. Nach dreitägigen Streiks in der vergangenen Woche sind die Beschäftigten des Handelskonzerns Amazon am heutigen Montag in Leipzig, Bad Hersfeld, Werne und Rheinberg erneut in den Streik getreten. Damit intensiviert ver.di den Arbeitskampf beim Online-Riesen im beginnenden Weihnachtsgeschäft. Die Gewerkschaft fordert von Amazon die Tarifverträge des Einzelhandels anzuerkennen und einen Tarifvertrag „Gute und Gesunde Arbeit“ abzuschließen.

An den nordrhein-westfälischen Standorten Rheinberg und Werne haben die Kolleginnen und Kollegen in der Nacht zum Montag die Arbeit niedergelegt. Silke Zimmer, Landesbezirksfachbereichsleiterin für den Handel bei ver.di NRW, dazu: „In diesen Tagen hat Amazon als Teil des sogenannten Black Friday und Cyber Monday enorme Rabatte angeboten und sorgt damit für hohe Umsätze und viel Stress bei den Beschäftigten. Diese Sonderbelastung bereits zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts wird leider nach wie vor nicht angemessen bezahlt. Anstatt die Beschäftigten endlich nach Tarif zu bezahlen, sollen ihnen im Weihnachtsgeschäft lediglich Bonuszahlungen in Höhe von zwei Euro pro Stunde geboten werden, und das auch erst ab dem 9. Dezember. Diese sollen auch nur ausgezahlt werden, wenn die Beschäftigten nicht krank werden. Eine Anwesenheitsprämie in Pandemiezeiten ist völlig deplatziert, da sie einerseits der Gesundheit von Beschäftigten nicht zuträglich ist, wenn diese sich trotz Krankheit zur Arbeit schleppen. Andererseits erhöht sich damit das Infektionsrisiko auch für die gesunden Kolleginnen und Kollegen. Tarifverträge, die für den stationären Einzelhandel gelten, müssen erst recht für den Online-Handel gelten.“

Die Schnäppchenjagd wird mit schlechten Arbeitsbedingungen und unfairer, weil nicht tariflicher Entlohnung erkauft!

Mechthild Middeke

Auch im hessischen Bad Hersfeld haben die Beschäftigten der beiden Versandzentren wieder die Arbeit niedergelegt, nachdem schon in der vergangenen Woche mehr als 500 Beschäftigte dem Streikaufruf von ver.di gefolgt waren. ver.di-Streikleiterin Mechthild Middeke hebt die hohe Beteiligung hervor, „obwohl Überstunden mit extra Zuschlägen angesagt sind und viel Druck durch Vorgesetzte gemacht wird.“ Die Kundinnen und Kunden sollten bedenken, dass ihre Schnäppchenjagd beim Onlinegiganten „mit schlechten Arbeitsbedingungen und unfairer, weil nicht tariflicher Entlohnung erkauft" werde. Amazon habe gegenüber anderen Handelsunternehmen dadurch Wettbewerbsvorteile.

In Leipzig beteiligen sich seit 0.30 Uhr ebenfalls hunderte Beschäftigte am Ausstand. Ver.di-Streikleiter Thomas Schneider zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf hochzufrieden, der Betrieb in dem Versandzentrum sei bereits spürbar gestört worden.


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