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Wenn Umweltverpester zur Mülltrennung aufrufen

Wenn Umweltverpester zur Mülltrennung aufrufen

Amazon schult Beschäftigte in Recycling. Dabei ist der Konzern selbst einer der größten Umweltverschmutzer
Streiks zum Prime-Day bei Amazon in Bad Hersfeld (15.07.2019) Fototeam ver.di Hessen, Andreas Gangl Streiks zum Prime-Day bei Amazon in Bad Hersfeld (15.07.2019)

4. Oktober 2021. Amazon veranstaltet derzeit an verschiedenen Standorten sogenannte „Recycling Weeks“. In diesen „Recycling-Wochen“ sollen die Beschäftigten geschult werden, besser Müll zu trennen.

Das ist erstmal gut, denn Mülltrennung und mehr noch Abfallvermeidung sind für unsere Gesellschaft und unseren Planeten von elementarer Bedeutung. Aber warum versucht das Unternehmen, die Verantwortung auf die Kolleginnen und Kollegen abzuwälzen und fasst sich nicht erstmal an die eigene Nase?

Schöne Worte über Umweltschutz im Fulfillment Center von Amazon ver.di Handel "Recycling Week" bei Amazon im Oktober 2021

Denn die Realität sieht anders aus als in den Werbespots, in denen sich Amazon als umweltfreundliches Unternehmen präsentiert. Noch immer werden massenhaft Retouren, oft neuwertige Ware ohne jeden Makel, in Müllverbrennungsanlagen vernichtet. Weiter fahren Tausende Lastwagen für Amazon quer durch Europa, meist sind die Fahrer von osteuropäischen Speditionen angeheuert worden und auf uralten Fahrzeugen unterwegs.

Amazon Web Services (AWS) unterstützt Öl- und Gaskonzerne bei der Erschließung neuer Bohrfelder, so dass diese ihre Förderung weiter steigern können Über AWS laufen zudem Streamingdienste wie Netflix. Für den Betrieb der notwendigen Server sind riesige Energieressourcen notwendig. Auch deshalb verursacht Amazon mehr CO2-Emissionen als ganze Länder wie Dänemark oder die Schweiz! Klimaschutz?

Gleichzeitig verweigert Amazon den Beschäftigten hierzulande noch immer, tarifvertraglich abgesicherte Löhne zu bezahlen, und auch Verhandlungen über einen Tarifvertrag gute und gesunde Arbeit will man nicht mit ver.di führen.

Und nach wie vor greift Amazon zu Steuertricks. So behauptet man frech, inmitten der Rekordgewinne während der Corona-Krise massive Verluste eingefahren zu haben –in der europäischen Konzernzentrale in Luxemburg. Und prompt zahlt man in Europa fast keine Steuern.

So entzieht sich Amazon der gesellschaftlichen Verantwortung. Die von Amazon verweigerten Abgaben fehlen auch für den Umweltschutz!

Wir fordern Amazon auf, sich seiner Verantwortung zu stellen und gerecht zu werden – „Greenwashing“ werden wir nicht hinnehmen!


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