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Wer kämpft, kann gewinnen

Wer kämpft, kann gewinnen

Amazon zieht Abmahnung von aktivem Gewerkschafter zurück
Amazon-Beschäftigte bei der DGB-Kundgebung zum 1. Mai 2022 in Bad Hersfeld Andreas Gangl Amazon-Beschäftigte bei der DGB-Kundgebung zum 1. Mai 2022 in Bad Hersfeld

12. Januar 2023. Ein alter Spruch lautet: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Manchmal geht er aber noch weiter: „Wer kämpft, kann gewinnen!“

Auf Anis Zitoun trifft das zu. Der aktive ver.di-Vertrauensmann, Schwerbehindertenvertreter und Betriebsrat bei Amazon in Bad Hersfeld, der seit rund 20 Jahren in dem Unternehmen ist, war Mitte 2021 abgemahnt worden. Eine Managerin unterstellte ihm, in einem privaten Gespräch mit anderen Kollegen antisemitische Äußerungen getan zu haben. Anis wies das entschieden zurück, und auch seine Gesprächspartner erklärten vor dem Arbeitsgericht Fulda, dass es die angeblichen Äußerungen nie gegeben habe. Die Richter entschieden daraufhin im Januar 2022, dass die Abmahnung aus der Personalakte entfernt werden müsse.

Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke erklärte damals: „Anis Zitoun ist ein langjährig aktiver ver.di-Vertrauensmann, für den Solidarität ein grundlegendes Prinzip ist. Eine antisemitische Haltung passt nicht zu ihm und ist auch nicht aufgefallen. Amazon hat offenkundig versucht einen engagierten Kollegen zu diskreditieren. Es ist ein Skandal, dass der Konzern dafür zu solch ungeheuerlichen Vorwürfen greift. Gut, dass Anis die Stärke hatte, dagegen vorzugehen.“

Amazon kündigte zunächst an, das Urteil anfechten zu wollen. Nun jedoch die Kehrtwende: Kurz vor Weihnachten ließ das Unternehmen dem Kollegen mitteilen, dass man die Berufung zurückziehe. Die Abmahnung wurde inzwischen aus der Personalakte entfernt. Wir gratulieren Anis zu diesem Erfolg!

 

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