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Massives Union Busting bei Aldi Nord

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Massives Union Busting bei Aldi Nord

Heftige Kritik von ver.di: Die Kampagne gegen demokratisch gewählte Betriebsräte muss sofort aufhören!
Faust Abwehr gemeinsam stark Gewerkschaft tampatra@hotmail.com, Bild-ID #249730818, Depositphotos.com Alle für einen: ver.di stellt sich hinter den Aldi-Betriebsrat Uli Kring!

ver.di kritisiert in aller Schärfe die seit Wochen stattfindenden, massiven Angriffe auf demokratisch gewählte Betriebsräte bei Aldi. Wir fordern den Discounter auf, diese Kampagne gegen die Mitbestimmung im Betrieb sofort einzustellen!

Im konkreten Fall wird gegen den langjährigen Betriebsratsvorsitzenden Uli Kring und seine Kolleginnen und Kollegen aus der Aldi-Region Bad Laasphe in NRW (Aldi Nord) eine Kampagne geführt, um Beschäftigte gegen den Betriebsrat (BR) aufzustacheln. Hintergrund ist, dass sich der BR in Bad Laasphe als eines von nur noch zwei Gremien gegen neue Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen positioniert, die die Arbeitsbedingungen verschlechtern würden.

„Aldi Nord behindert massiv die Arbeit demokratisch gewählter Betriebsräte", so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. "Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als verantwortungsbewusster, fairer Arbeitgeber, der auf Nachhaltigkeit setzt und angeblich die Menschenrechte achtet. Nach innen werden engagierte Betriebsräte mit Schmutzkampagnen und Diffamierungen unter Druck gesetzt, die die zuständige Geschäftsführung billigt. Diese Kriminalisierung aktiver Betriebsratsarbeit muss sofort aufhören!“

ver.di hat seit heute eine Protestpetition freigeschaltet und lädt die Öffentlichkeit dazu ein, sich mit dem Betriebsrat von Bad Laasphe solidarisch zu zeigen. Seid dabei und unterstützt die Petition!

Wir appellieren an die Beschäftigten, sich nicht vor den Karren des Arbeitgebers spannen zu lassen!

Uli Kring, Betriebsratsvorsitzender der Aldi-Region Bad Laasphe

„Wir erleben seit Wochen, wie Aldi mit rabiaten Methoden versucht, unsere Arbeit zu behindern", erklärt Uli Kring, Betriebsratsvorsitzender der Aldi-Region Bad Laasphe.

"Beschäftigte werden aufgestachelt und gegeneinander ausgespielt, vorgefertigte Briefe gegen uns zu unterzeichnen. Mit aggressiver Präsenz auf Betriebsratssitzungen und Betriebsversammlungen sollen wir durch eine selbsternannte Gruppe von ‚Aldianern‘ eingeschüchtert werden.

Und 20 Filialleiter haben in einem offenen Brief erklärt, ich sei in ihrer Filiale unerwünscht – aus angeblicher Sorge um die Gesundheit der Beschäftigten.

Gegen meine Person wird eine massive Diffamierungskampagne gefahren. Allerdings lassen wir uns als Betriebsräte nicht einschüchtern und appellieren auch an die Beschäftigten, sich nicht vor den Karren des Arbeitgebers spannen zu lassen!“

Aldi macht Angst

Die Diffamierungskampagne gegen Uli Kring bezieht sich u.a. auch darauf, dass in der letzten Betriebsversammlung am 17. September 2019 einer der sogenannten „Aldianer“ eine Aufzeichnung von Kring vorspielte, in der dieser mit den Aussagen „Angst ist die stärkste Triebfeder des Menschen“ und „Mit ein bisschen Angst verbreiten erreicht man alles“ zu hören ist. Der „Aldianer“ kommentierte die Aussagen mit den Worten: „Das ist Euer Betriebsratsvorsitzender!“

Bewusst wurde der Hinweis verschwiegen, dass Uli Kring mit dieser Aussage in einem ver.di-Video aus dem Jahr 2016 die konkrete Vorgehensweise des Arbeitgebers Aldi kommentiert. Das Video thematisierte schon zum damaligen Zeitpunkt die heute immer noch aktuelle Auseinandersetzung um neue Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen bei Aldi Nord. Hier geht es zum Video in voller Länge.

 

Hintergrundinformationen

Mit neuen Arbeitsverträgen bzw. Betriebsvereinbarungen will Aldi u.a. erreichen, dass die Betriebsräte die Mitbestimmungsmöglichkeiten bei Mehrarbeit komplett an den Arbeitgeber abgeben. Hochflexible Einsätze sollen künftig von 4 Uhr früh bis 23 Uhr abends möglich sein. In den Arbeitsverträgen sollen sich die Beschäftigten bereiterklären, bis zur gesetzlichen Höchstarbeitszeit Mehrarbeit und Überstunden zu leisten, das wären im konkreten Fall 50 Stunden wöchentliche Arbeitszeit bei einer 5-Tage-Woche.

Auch könnten freiwillige Zulagen vom Arbeitgeber laut der neuen Arbeitsverträge schneller wieder einkassiert werden. Zudem will Aldi Nord neue Betriebsvereinbarungen für das Zentrallager erreichen, die Sonn- und Feiertagsarbeit in Fuhrpark und Kommission ermöglichen sollen.

Aldi Nord besteht aus 32 rechtlichen Regionalgesellschaften mit insgesamt rund 2.200 Filialen. Der BR in Bad Laasphe ist für 59 Filialen zuständig. Bei Aldi Nord gibt es insgesamt 32 Betriebsratsgremien, ein Teil davon wird dominiert von der arbeitgeberfreundlichen Vereinigung AUB. Aldi Süd ist weitgehend betriebsratsfrei.

ver.di fordert auch, dass Aldi Nord und Süd ihre Intransparenz mit Blick auf die Unternehmensstruktur beenden. Bei neuen Betriebsratsgründungen verweigert Aldi immer wieder Informationen, wie viele Filialen als Betrieb zusammengehören und was der Betrieb im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes ist. Der Arbeitgeber kann damit im Nachhinein Betriebsratswahlen anfechten.

Wann, wenn nicht jetzt? Machen wir uns gemeinsam stark!

Helft mit und gebt uns Rückendeckung: als ver.di-Mitglied und damit als Teil unserer Basis. Denn wir sind umso stärker, je mehr wir sind. Und umso besser können wir für gemeinsam mitbestimmen.

Deswegen: mitmachen, mitgestalten, Mitglied werden – in eurem eigenen Interesse!


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