Adler Modemärkte

ADLER verweigert Urlaubsgeld für 2022

ADLER verweigert Urlaubsgeld für 2022

Als einziges tarifgebundenes Modeunternehmen. Verhandlungen gehen am 21. Juni weiter
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6. Mai 2022. Zur Erinnerung: Ende letzten Jahres hat die ver.di-Bundestarifkommission (BTK) nur wenige Wochen nach Ende der Insolvenz für die ADLER Modemärkte AG mit der Unternehmensleitung mehrere gute Vereinbarungen für die Beschäftigten getroffen. So wird in diesem Jahr die Entgelterhöhung um einen Monat vorgezogen. Zudem haben beide Tarifparteien Folgendes vereinbart:

  • Gespräche über die mögliche Zahlung eines Urlaubsgeldes für das Jahr 2022
  • Gespräche über die Überleitung des ADLER-Haustarifvertrages in die Flächentarifverträge des Einzelhandels sowie
  • Verhandlungen zu einem Digitalisierungstarifvertrag

Entsprechend groß war am 4. Mai die Entrüstung in der Bundestarifkommission, als bei den Verhandlungen zum Urlaubsgeld 2022 das Unternehmen ein dreifaches Nein verkündete: Kein Urlaubsgeld, keine Flächentarifverträge und kein Tarifvertrag zur Gestaltung der Digitalisierung bei ADLER.

Deine Bundestarifkommission machte deutlich, dass ein Urlaubsgeld für 2022 ein unbedingtes Muss ist und verwies darauf, dass es für die meisten Beschäftigten in den letzten zwei Jahre nur drei Monate gab, in denen es keine Entgeltabzüge durch Kurzarbeit gab.

Auch der Verweis auf die schwierige Lage im Modehandel ließ Deine Bundestarifkommission nicht gelten: Denn alle anderen tarifgebundenen Unternehmen in der Modebranche zahlen Urlaubsgeld.

Und warum?

Weil sie entweder über den Arbeitgeberverband HDE oder über Anerkennungstarifverträge an die jeweils gültigen regionalen Flächentarifverträge gebunden sind – und diese schreiben die Zahlung eines Urlaubsgeldes zwingend vor!

Daraus erklärt sich, weshalb es Deiner Bundestarifkommission so wichtig ist, dass endlich eine Überleitung des Haustarifvertrages von ADLER in die Flächentarifverträge des Einzelhandels erfolgt: Damit würden die jährlichen Verhandlungen über das Urlaubsgeld entfallen und du hättest Planungssicherheit!

Zum letzten Punkt: Gerade, weil sich der Modehandel in einer Umbruchphase befindet, ist es sowohl für ADLER als auch für die Beschäftigten zentral, die Themen Online, Digitalisierung und Qualifizierungsmaßnahmen gemeinsam anzugehen.

Nach längeren Diskussionen erklärte sich die Arbeitgeberseite bereit, die Verhandlungen zum Urlaubsgeld 2022 am 21. Juni fortzuführen. Bis dahin kann sich das Management und der Gesellschafter überlegen, ob sie tatsächlich dieses »Alleinstellungsmerkmal« pflegen wollen: Das einzige tarifgebundene Unternehmen zu sein, das seinen Beschäftigten dieses Jahr kein Urlaubsgeld bezahlt!

Was kannst Du jetzt tun?

Mache das Urlaubsgeld zum Thema im Betrieb, zum Beispiel auf einer Betriebsversammlung Deines Betriebsrates, und mache deutlich, wie wichtig Urlaubsgeld für Dich ist!

SCHLIESST EUCH ZUSAMMEN – JETZT VER.DI-MITGLIED WERDEN!


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