Jugend im Handel

Überstunden in der Ausbildung? Nein, danke!

Jugend im Handel

Überstunden in der Ausbildung? Nein, danke!

Bei der Mehrarbeit für Auszubildende gelten strenge Vorgaben, hier die Kurzübersicht.
Junge Frau hält eine Uhr vor sich und schielt aufs Zifferblatt. Aaron Amat, Shutterstock.com Grundsätzlich sind für Auszubildende keine Überstunden vorgesehen!

Immer wieder müssen Auszubildende im Handel Überstunden leisten. Doch sind Überstunden in der Ausbildung überhaupt zulässig? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Wir liefern euch die wichtigsten Infos im Überblick.

Grundsätzlich sind für Auszubildende keine Überstunden vorgesehen. Sie sind im Betrieb, um einen Beruf zu erlernen und dazu sollte die vertraglich festgelegte Ausbildungszeit auch ausreichen. Aus diesem Grund erhalten Auszubildende auch keinen Lohn oder Gehalt, sondern eine Ausbildungsvergütung.

Überstunden müssen dem Ausbildungszweck dienen

Im Gegensatz zu den meisten anderen Beschäftigten dürfen Auszubildende lediglich freiwillig und auch nur solche Überstunden leisten, die tatsächlich der Ausbildung dienen. Eine ausbildungsbeauftragte Person muss gleichzeitig anwesend sein. Je nachdem welcher Tarifvertrag Anwendung findet, müssen Überstunden ggf. mit Mehrarbeitszuschlag ausbezahlt oder mit Zeitzuschlag in Freizeit ausgeglichen werden.

Wenn ihr also länger arbeitet, solltet ihr die Stunden genau aufschreiben und von Vorgesetzten abzeichnen lassen. So lassen sich die Überstunden später besser nachweisen! Sollte es hier Probleme geben, wendet euch am besten an die Jugend- und Auszubildendenvertretung (also eure JAV) oder an euren Betriebsrat.

Minusstunden

Auszubildende laufen oft wie ganz normale Beschäftigte bei den Zeiterfassungssystemen im Betrieb mit. Wenn also die Ausbilderkraft im Betrieb die Auszubildenden früher nach Hause schickt, werden ihnen oft automatisch Minusstunden eingetragen, die sie dann an einem anderen Tag durch zusätzliche Arbeit wieder ausgleichen sollen. Das ist für Auszubildende in aller Regel ebenfalls nicht zulässig. Eure Ausbilderkraft oder der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Auszubildende ihre tägliche Arbeitszeit auch für die Ausbildung im Betrieb verbringen können.

Wenn ihr als Auszubildende also grundsätzlich zur Verfügung steht, aber keine Ausbildung stattfindet, z.B. weil es nichts mehr zu tun gibt, gilt das laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) als bezahlte Freistellung. Und selbstverständlich können auch Krankheit oder Schwangerschaft kein Grund für Minusstunden sein!

Diese Infos findet ihr auch hier als PDF zum Ausdrucken und Verteilen an eure Kolleginnen und Kollegen:


ver.di Jugend – deine Gewerkschaft

Zu Problemen kann es in der Ausbildung leider immer kommen. Die ver.di Jugend ist die Expertin für Fragen rund um die Berufsausbildung. Unsere ver.di Jugend vor Ort kennt sich bestens aus mit den Tücken im Ausbildungsalltag oder auch zum Berufsstart nach der Ausbildung. Und sollte sich ein Konflikt mit deinem Ausbildungsbetrieb einmal nicht mehr anders lösen lassen, streiten unsere Fachjuristinnen und -juristen für Mitglieder – wenn nötig durch alle Instanzen!

Deswegen: mitmachen, mitreden, Mitglied werden – in eurem eigenen Interesse!


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