AVE-Initiative

Plötzlich systemrelevant

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Plötzlich systemrelevant

Auch Tarifverträge sind systemrelevant, sie müssen verbindlich und für alle gelten!
Systemrelevant Danke Balkon Corona TimKvonEnd, Bild-ID #358564380, depositphotos.com Danke sagen ist ein Anfang, reicht aber noch lange nicht.

Brauchten wir wirklich erst eine Pandemie, um zu erkennen, wie wichtig gerade die am schlechtesten bezahlten Berufe sind?

In der April-Ausgabe des Verbandsorgans „Wirtschaft“ fordert Dr. Eberhard Sasse, Präsident der Industrie und Handelskammer für München und Oberbayern: „Nehmen wir die Krise zum Anlass, um über Veränderungen nachzudenken“. Dieser Aufforderung sollten wir als Gewerkschaftsaktive nachkommen.

Wer sich also nicht mit Applaus, Schokolade und Einmalprämien abspeisen lassen will, muss die plötzliche „Systemrelevanz“ nutzen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Nötig dazu sind allgemeinverbindliche Tarifverträge, die als Mindestbedingungen mehr als die Lohnfrage regeln.

Tarifverträge sind systemrelevant

Deswegen müssen sie verbindlich und für alle Kolleginnen und Kollegen gelten. Dazu hat die Politik die Hebel in der Hand, genauso wie sie Unternehmen mit Krediten, Zuschüssen und Steuererleichterungen bedient.

Dagegen hält der Arbeitgeberverband im Einzelhandel, der HDE, gar nichts von mehr Geld für die „Heldinnen und Helden an den Lebensmittelkassen“.

In meinen besten Zeiten habe ich 1.800 Euro netto verdient. Damit kann eine Alleinerziehende in der Großstadt nicht ihr Kind großziehen.

Eva Ohlert, Altenpflegerin

Auch für sie gilt jedoch das, was die Altenpflegerin Eva Ohlert am 27. März 2020 der „Süddeutschen Zeitung“ sagte:

„Wir sind in den Fokus gerückt, weil man uns braucht. Die Menschen singen auf dem Balkon oder klatschen für uns. Aber ein Dankeschön, warme Worte und ein Lächeln reichen nicht aus, um unsere Miete zu bezahlen."

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Privatisierungen in der Daseinsfürsorge sind mehr als ein Sündenfall! In der Krise rächt sich die marktorientierte Gesundheitspolitik.

Die Politik muss die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern. Ein Gesetz zum Verhältnis, wie viele Kolleginnen und Kollegen wie viele Bedürftige pflegen, ist zwingend notwendig, wenn wir Gesundheit und Pflege nicht zur Ware verkommen lassen wollen.

Auch in der Krise bleibt es im Kapitalismus bei harten Interessenskonflikten. Die Rolle des Staates und der Politik in den Verteilungskämpfen wird überaus deutlich und spürbar.

Für die Gewerkschaften geht es um die Organisation der Solidarität in der Klasse. Diese Feststellung hat ausdrücklich auch einen internationalen Auftrag. Jeder Standort-Egoismus ist nicht nur historisch falsch, sondern schwächt uns auch für die Zukunftsarbeit.

Gesundheit für alle!

(Text von Georg Wäsler, langjähriges GEW- und ver.di-Mitglied, davon 35 Jahre als Gewerkschaftssekretär. Dieser Artikel ist eine gekürzte Fassung eines Beitrags für die „DDS“, Zeitschrift der GEW Bayern)

Was hilft am besten in schwierigen Zeiten? Zusammenhalt und Solidarität!

Seid dabei und gebt uns Rückendeckung: als ver.di-Mitglied und damit als Teil unserer Basis. Denn wir sind umso stärker, je mehr wir sind. Und umso besser können wir für euch verhandeln.

Alle zusammen: Mitmachen, mitbestimmen, Mitglied werden – in eurem eigenen Interesse!
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