Tarifrunden 2021

Erfolge erkämpft

Erfolge erkämpft

Tarifabschlüsse im Norden und Südwesten. Anderswo gehen die Streiks weiter
Ohne uns kein Geschäft: Streiktag am 14. Oktober 2021 in Berlin ver.di Handel Ohne uns kein Geschäft: Streiktag am 14. Oktober 2021 in Berlin

19. Oktober 2021. In immer mehr Bundesländern ist es in den vergangenen Tagen zu Tarifabschlüssen im Handel gekommen: Im Einzelhandel in Niedersachsen/Bremen und Hamburg sowie im baden-württembergischen Groß- und Außenhandel.

Doch das war und ist kein Grund für die Beschäftigten, sich auf den bisher erkämpften Ergebnissen auszuruhen. Im Gegenteil! Auch in der letzten Woche haben Kolleginnen und Kollegen wieder richtig Gas gegeben, um den Chefetagen zu zeigen, dass jede und jeder im Handel bessere Bedingungen verdient hat. Wir lassen nicht locker, bis auch in der letzten Tarifverhandlung gute Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen auf dem Tisch liegen.

Streik am 11. Oktober 2021 bei H&M in Erlangen ver.di Handel Bayern Streik bei H&M in Erlangen

Am Montag, 11. Oktober zeigten die Beschäftigten von H&M in Erlangen vor ihrer Filiale klare Kante: Held*innen verdienen mehr! Weiter ging es am Mittwoch, 13. Oktober, in Leipzig. Beim Pharmagroßhändler Phoenix zeigte schon die Frühschich, was sie von den Ergebnissen der letzten Verhandlungsrunde halten: Gar nichts! ver.di-Streikleiter Jörg Lauenroth-Mago erklärte: „Das Arbeitgeber-Angebot ist noch völlig unzureichend. Auch unter Corona-Bedingungen sind die Umsätze gut gelaufen, die Beschäftigten haben einen super Job trotz Pandemie gemacht. Die Arbeitgeber bleiben mit ihrem Angebot weiter unter der Inflationsrate und zeigen keinen wirklichen Weg auf, die im Vergleich zu den anderen Bundesländern sehr niedrigen Löhne und Gehälter anzugleichen.“

Am vergangenen Donnerstag, 14. Oktober, streikten dann Berliner und Brandenburger Kolleginnen und Kollegen aus dem Einzelhandel und einigen Lebensmittellagern. Auf dem Breitscheidplatz in Berlin machten sie deutlich, dass sie sich in den Verhandlungen nicht unterkriegen lassen. „Jetzt ist Zahltag“ verkündeten rund 500 Beschäftigte von Ikea, Rewe, Kaufland, Galeria Karstadt Kaufhof, Edeka, Thalia, H&M und Primark gemeinsam und schlugen (im wahrsten Sinne) richtig auf die Pauke. Den Abschluss der Woche machten am Freitag Streikende beim Netto-Lager Thiendorf.

Erneut konnten wir eine überproportionale Erhöhung für die unteren Entgeltgruppen erreichen. Das ist ein großer Erfolg.

Heike Lattekamp, ver.di Hamburg

Am Montag, 18. Oktober, wurden dann endlich die nächsten Abschlüsse erreicht. In Niedersachsen/Bremen und in Hamburg steigen die Löhne rückwirkend zum 1. September um 3,0 Prozent, eine weitere Lohnsteigerung gibt es am 1. Mai 2022 um 1,7 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen steigen zum 1. September 2021 und 2022 jeweils um 30 Euro. Die Tarifverträge laufen bis zum 30. April 2023.

„Es ist der Erfolg der Aktiven und Streikenden aus den Betrieben, dass wir diesen langandauernden Tarifkonflikt im Einzelhandel nun endlich beenden konnten. Sie haben sich diesen Abschluss mit Mut und Ausdauer erkämpft und sind unbeeindruckt von Vorweganhebungen und anderen Spaltungsversuchen der Arbeitgeber geblieben“, erklärte die Hamburger ver.di-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp. „Der erkämpfte Abschluss gilt für alle Beschäftigten des Einzelhandels, unabhängig davon, wo sie arbeiten. Erneut konnten wir eine überproportionale Erhöhung für die unteren Entgeltgruppen erreichen. Das ist ein großer Erfolg.“

Im baden-württembergischen Groß- und Außenhandel steigen die Löhne zum 1. Oktober um 3,0 Prozent, im März 2022 gibt es noch einmal 1,7 Prozent mehr. Außerdem konnte eine Einmalzahlung in Höhe von 84 Euro im kommenden Januar durchgesetzt werden. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 25 Monate.


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