Beschäftigte im Handel zeigen Mut und Ausdauer

Wir bleiben dran!
10.07.2023
Streikende in Bayern

Die Beschäftigten im Handel kämpfen mit Mut und Ausdauer für tabellenwirksame Erhöhung und gegen Reallohnverlust.

Die sogenannten Angebote der Arbeitgeberverbände sind bislang schlichtweg inakzeptabel. Die Kolleg*innen sind jedenfalls entschlossen, solidarisch für ihre Ansprüche zu kämpfen.

 

Vierte Tarifverhandlung im bayerischen Groß- und Außenhandel ohne Ergebnis beendet: Arbeitgeber blockieren Abschluss!

Am Montag, den 03.07.2023 hat die vierte Verhandlungsrunde für die Beschäftigten des Groß- und Außenhandels stattgefunden. Trotz stundenlangen, intensiven und harten Sondierungen haben sich die Arbeitgeber geweigert, einen von den Beschäftigten dringend benötigten Abschluss zu vollziehen. Seit Mitte Mai haben sich tausende von mutigen Beschäftigte im bayerischen Groß- und Außenhandel an Arbeitskampfmaßnahmen beteiligt und so eindrucksvoll gezeigt, dass sie dringend tabellenwirksame Erhöhungen benötigen und nicht billig abgespeist werden wollen.

 

„Die Arbeitgeber haben gestern das letzte Stück Vertrauen der Beschäftigten verspielt.“

Thomas Gürlebeck, Verhandlungsführer der Gewerkschaft ver.di

„Trotz der unwiderlegbaren dramatischen und zum Teil existenzbedrohenden Situation der Beschäftigten, verweigerten sie nach stundenlangen Sondierungen einen Abschluss, der schnell viel Entgelterhöhungen in die Taschen der Beschäftigten spült. Oberdrein haben die Arbeitgeber ein neues Angebot am Ende des Verhandlungstags vorgelegt, das man nur als Frechheit und weiteren Schlag ins Gesicht der Beschäftigten bezeichnen kann. Eine derartige Gleichgültigkeit den eigenen Beschäftigten gegenüber ist skandalös.“ erklärte Thomas Gürlebeck, Verhandlungsführer der Gewerkschaft ver.di, nach den Verhandlungen.

Der nächste Verhandlungstermin ist der 18.07.2023.

 

4. Tarifrunde Einzelhandel in NRW: Arbeitgeber sagen Fortsetzung der Verhandlungsrunde einseitig ab!

Nach intensiven Verhandlungen am 05. Juli erbaten die Arbeitgeber eine Unterbrechung
der vierten Verhandlungsrunde bis zum 13. Juli 2023. Jetzt sagen sie diesen Termin einseitig
ab und vertrösten uns auf den 7. August 2023.

Die Arbeitgeber spielen auf Zeit. Wertschätzung und Respekt sehen anders aus. Die
Beschäftigten brauchen dringend sofort mehr Geld angesichts der explodierenden Lebenshaltungskosten.

Wir kämpfen weiter – für dauerhafte Tariferhöhungen!

 

Vierte Tarifrunde Groß- und Außenhandel NRW: Arbeitgeber provozieren mit neuem Angebot unterhalb der Preissteigerungsrate

Die Tarifverhandlungen für die rund 306.000 sozialversicherungspflichtigen und 54.000 geringfügig Beschäftigten des Groß- und Außenhandels NRW sind am Freitag (30.06.2023) auch in vierter Verhandlungsrunde ergebnislos beendet worden. Trotz der zahlreichen Streikmaßnahmen der letzten Wochen haben die Arbeitgeber kein wirklich besseres Angebot unterbreitet.

 

„Obwohl die Arbeitgeber vollmundig angekündigt haben, einen schnellen Tarifabschluss erreichen zu wollen, haben sie ein Angebot vorgelegt, dass die aktuelle Preissteigerungsrate von 6,2 Prozent in NRW (Juni) nicht kompensiert.“

Verhandlungsführerin für den Groß- und Außenhandel NRW, Silke Zimmer.

„Stattdessen bieten sie Reallohnverluste und Einmalzahlungen. Das hilft den Beschäftigten aber in ihrer Lage nicht und deshalb werden wir auch über den Sommer hinweg, weiter für unsere Forderungen streiken.“

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 15. August 2023 in Düsseldorf statt.

 

 

 

 

 

Groß- und Außenhandel in Sachsen: weitere Streiks!

Die Beschäftigten des Edeka-Großhandelslagers in Berbersdorf legen erneut ihre Arbeit nieder. Seit Mittwochnacht 02:00 Uhr sind sie in den Ausstand getreten. Der Streik soll voraussichtlich bis Montag 06:30 Uhr andauern.

 

„Das lassen wir uns nicht gefallen, die Streikbereitschaft wächst. Wir fordern die Arbeitgeber auf, uns bei der nächsten Verhandlung keine Almosen, sondern ein akzeptables Angebot vorzulegen“

Sylke Hustan

„Die Beschäftigten sind wütend über das Verhalten der Arbeitgeber“ so Sylke Hustan, ver.di Verhandlungsführerin im Großhandel in Sachsen.

Bei der zweiten Tarifverhandlung am 22. Juni 2023 haben die Arbeitgeber kein neues Angebot vorgelegt, das war ein Schlag ins Gesicht für die Beschäftigten im Großhandel.

 

 

 

 

Groß- und Außenhandel in Thüringen: zweite Tarifverhandlung!

Am Donnerstag, den 6. Juli 2023, finden die zweiten Tarifverhandlungen für die rund 16.000 Beschäftigten im Groß- und Außenhandel Thüringen statt.

„Das erste Angebot der Arbeitgeber war und ist eine riesengroße Unverschämtheit und deckt nicht im Geringsten die gestiegenen Kosten ab. Da müssen die Arbeitgeber noch eine gehörige Schippe drauf packen, um die Erwartungshaltung der Beschäftigten ansatzweise zu befriedigen. Die Kolleginnen und Kollegen im Großhandel sind über das Mini-Angebot und die Hinhaltetaktik sehr wütend. So haben die Beschäftigten bei Selgros in Gera und in Erfurt und bei Metro in Erfurt für die Verbesserung des Angebotes gestreikt und fordern damit die Arbeitgeber auf, das Angebot kräftig nachzubessern“, so Sylke Hustan, ver.di Verhandlungsführerin.

 

Einzelhandel in Mecklenburg-Vorpommern: Tarifverhandlungen ergebnislos, Arbeitgeber bewegen sich nicht

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind am 30. Juni 2023 in Güstrow die Tarifverhandlungen im Einzelhandel gestartet.
Die Arbeitgeber kamen mit demselben Angebot an den Verhandlungstisch, das bereits seit Anfang Mai in verschiedenen Tarifbereichen in Deutschland vorgelegt und abgelehnt wurde. Die Tarifkommissionen zeigte sich empört, erschüttert und lehnte auch in Güstrow das Arbeitgeberangebot ab.

„Die Beschäftigten sollen einen massiven Reallohnverlust hinnehmen! Die Preise bei Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln sind in den letzten Jahren explodiert. Statt mit angemessenen Angeboten Bewegung in die Verhandlungen zu bringen und für die Beschäftigten wieder existenzsichernde Einkommen zu zahlen, übt sich der Handelsverband wohl lieber in juristischen Spitzfindigkeiten und will das Streikrecht angreifen“, so Bert Stach, Landesbezirksfachbereichsleiter Handel und Verhandlungsführer ver.di.

 

Einzelhandel in Niedersachsen-Bremen: Dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis vertagt!

„Reallohnverlust können wir uns nicht leisten.“ Immer mehr Beschäftigte im Einzelhandel wissen angesichts der explodierenden Lebenshaltungskosten nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollen.

Bei dauerhaft hohen Preisen müssen auch die Löhne und Gehälter dauerhaft steigen. Die Beschäftigten fordern einen schnellen Abschluss mit nachhaltigen Entgelterhöhungen. Die Arbeitgeberseite verweigerte in den Verhandlungen existenzsichernde Entgelte und verwies stattdessen auf die Möglichkeit der Beschäftigten, staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen (!).

 

Groß- und Außenhandel in Baden-Württemberg: vierte Verhandlungsrunde, zweites Angebot – immer noch viel zu niedrig!

 

„Das reicht bei weitem noch nicht! So kommen wir nicht zusammen. Da muss noch deutlich mehr auf den Tisch!“

ver.di-Verhandlungskommission

Auch die vierte Runde der Tarifverhandlungen am 5. Juli in Korntal-Münchingen ging ergebnislos zu Ende. Die Arbeitgeber legten zwar ein neues, verbessertes Angebot vor. Die ver.di-Verhandlungskommission hat das Angebot bewertet und machte eine klare Ansage an die Arbeitgeber.

 

 

Einzelhandel in Schleswig-Holstein: Einigung noch weit entfernt!

Die Verhandlungen für die Beschäftigten im Einzelhandel in Schleswig-Holstein sind auch nach zahlreichen Streiks weiterhin zäh. In der aktuellen Tarifauseinandersetzung ist auch der zweite Verhandlungstermin mit dem Arbeitgeberverband für den Einzelhandel in Schleswig-Holstein (Handelsverband Nord) am 4. Juli in Rendsburg erfolglos zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber legten auch bei diesem Zusammentreffen kein neues Angebot vor.

„Offensichtlich ist den Arbeitgebern die Situation ihrer Beschäftigten gänzlich unklar. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen jetzt dringend eine kräftige Lohn- und Gehaltserhöhung, damit sie sich ihren Alltag weiterhin leisten können. Wir fordern eine bessere und angemessene Bezahlung – die Arbeitgeber scheinen einen Streiksommer zu fordern“, sagt Bert Stach Landesbezirksfachbereichsleiter Handel und Verhandlungsführer für die Gewerkschaft ver.di.

Der nächste Verhandlungstermin ist für den 25. Juli 2023 angesetzt. In den nächsten Wochen kommt es darauf an, zu zeigen, dass die Beschäftigten klar hinter den Forderungen stehen.