Ein offenes Zeichen von Überheblichkeit und Arroganz!

18.09.2023

Auch diese Woche ist es in den Tarifverhandlungen zu keinem Abschluss gekommen. Altersarmut und Reallohnverluste werden seitens der Arbeitgeber weiterhin in Kauf genommen, während Beschäftigte jetzt schon kaum über die Runden kommen.

„Die Arbeitgeber müssen sich endlich deutlich bewegen. Das zeigt auch die Beteiligung der Beschäftigten an den Streiks. Bisher zeigen die Unternehmen ihre Kreativität nur, wenn es darum geht, den Kund:innen immer neue Ausreden aufzutischen, weil das Warenangebot in den Filialen streikbedingt ausgedünnt ist“ so Conny Weißbach.

Die Blockadehaltung der Arbeitgeber geht weiter! Streikherbst, wir kommen!

 

Vierte Tarifverhandlung im Groß- und Außenhandel/Verlage in Hessen: „Ein offenes Zeichen von Überheblichkeit und Ignoranz“

 

Eine angebotene Lohnerhöhung von 5,1 Prozent für 2023, die deutlich unter der aktuellen Inflationsrate läge, als gut und abschlussfähig darzustellen, ja zu ‚zelebrieren‘, ist wirklich ein offenes Zeichen von Überheblichkeit und Ignoranz.

Marcel Schäuble

„Verantwortungsbewusstsein für die wirtschaftliche Lage der Beschäftigten muss anders aussehen, als dies die Arbeitgeber:innen derzeit demonstrieren. Eine angebotene Lohnerhöhung von 5,1 Prozent für 2023, die deutlich unter der aktuellen Inflationsrate läge, als gut und abschlussfähig darzustellen, ja zu ‚zelebrieren‘, ist wirklich ein offenes Zeichen von Überheblichkeit und Ignoranz. Sich dann noch verwundert zu zeigen, dass ver.di diesem niedrigen Niveau nicht noch entgegenkommt, muss schon als besonders dreist eingeschätzt werden“, erklärt Marcel Schäuble, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer für den hessischen Groß- und Außenhandel/Verlage.

„Vor diesem Hintergrund waren die heutigen Tarifverhandlungen nicht bloß unergiebig, sondern faktisch verschwendete Zeit. ver.di fühlte sich erneut bestätigt, dass es offenbar ein starres, bundesweit abgesprochenes Festhalten der Arbeitgeber:innen an einem für die Beschäftigten unannehmbares Angebot gibt. Wir können uns nicht auf einen Tarifabschluss unter der Inflationsrate und ohne Ausgleich für die aufgrund der dramatisch explodierten Teuerung aus 2022 noch nachwirkenden Einbußen einlassen. Denn damit würden den Beschäftigten nicht mehr Kaufkraft und ein stabiler Lebensunterhalt, sondern ein dauerhafter Reallohnverlust und weitere finanzielle Engpässe beschert. Das wäre sozialpolitisch verantwortungslos. Deshalb waren die Tarifverhandlungen heute bereits nach einer halben Stunde beendet.“

Die 5. Runde in den Tarifverhandlungen findet am Montag, dem 30. Oktober 2023, statt.

 

Einzelhandel in Berlin und Brandenburg: Drei Tage Streik im Einzelhandel ab Donnerstag!

 

Bisher zeigen die Unternehmen ihre Kreativität nur, wenn es darum geht, den Kund:innen immer neue Ausreden aufzutischen, weil das Warenangebot in den Filialen streikbedingt ausgedünnt ist.

Conny Weißbach

Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten des Einzelhandels in Berlin und Brandenburg von Donnerstag, den 14.09. bis einschließlich Samstag, den 16.09. zum Streik auf. ver.di macht mit dem Streik Druck in den festgefahrenen Tarifverhandlungen für den Einzelhandel in Berlin und Brandenburg.

Die Arbeitgeber halten in den Verhandlungen weiterhin an ihrer Forderung nach Reallohnverlusten für die Beschäftigten fest. ver.di besteht dagegen in Berlin-Brandenburg und bundesweit auf einer Lohnerhöhung, die die Reallöhne sichert. Hierfür fordert ver.di eine Lohnerhöhung von 2,50€ pro Stunde. Diese Erhöhung muss dauerhaft wirksam sein und nicht nur als Einmalzahlung erfolgen. Eine deutliche Lohnerhöhung ist auch deshalb nötig, weil vielen Beschäftigten im Einzelhandel bereits jetzt die Altersarmut droht. Die Arbeitgeber bieten bislang umgerechnet auf den Stundenlohn eine Erhöhung der Gehälter um 90 Cent an.

„90 Cent im Vergleich zu 2,50€. Das ist eine Differenz, bei der es nicht möglich ist, in konstruktive Tarifverhandlungen einzusteigen. Die Arbeitgeber müssen sich endlich deutlich bewegen. Das zeigt auch die Beteiligung der Beschäftigten an den Streiks. Bisher zeigen die Unternehmen ihre Kreativität nur, wenn es darum geht, den Kund:innen immer neue Ausreden aufzutischen, weil das Warenangebot in den Filialen streikbedingt ausgedünnt ist“ erklärt Conny Weißbach, ver.di-Landesfachbereichsleiterin für den Handel in Berlin Brandenburg.

„Während sie auf der einen Seite den Fachkräftemangel beklagen, vertreiben die Arbeitgeber die Beschäftigten mit ihrer Lohnpolitik geradezu aus dem Handel. Bei so einer Unternehmenspolitik wird auch ein Bündnis für Ausbildung keine Abhilfe schaffen können“ ergänzt Andrea Kühnemann, ver.di Landesleiterin für Berlin-Brandenburg.

Neben einer Entgelterhöhung fordert ver.di in Berlin und Brandenburg außerdem eine Angleichung der Laufzeit der Tarifverträge. Hintergrund der Forderung ist, dass in Berlin und Brandenburg die Verhandlungen auf Grund der Laufzeit der Tarifverträge erst drei Monate nachgelagert zu den Verhandlungen in den anderen Bundesländern beginnen. Damit haben die Unternehmen und die Beschäftigten in der Hauptstadtregion nicht die Möglichkeit, von Beginn an in die Verhandlungen einzugreifen. Dies wird der Bedeutung der Hauptstadtregion und der Stellung des Handels als zweitgrößter Arbeitgeber nicht gerecht.

 
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