Die Streiks gehen weiter!

14.07.2023
Streikende im Großhandel SAT

Auch die Angebote der Arbeitgeber in den Verhandlungen dieser Woche bedeuten immer noch Reallohnverluste. Das können sich die Beschäftigten nicht leisten, so die übereinstimmende Botschaft der Kolleginnen und Kollegen.

Gerade nach der einseitigen Absage in der Fortsetzung der vierten Verhandlungsrunde im Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen ist die Antwort deutlich: wir kämpfen weiter – für dauerhafte Tariferhöhungen. Auch diese Woche zeigen die Streikenden Mut und Ausdauer!

 

Obwohl die Tarifverträge bereits Ende April ausgelaufen sind, haben die Arbeitgeber bis heute keine Angebote vorgelegt, die den dramatischen Preissteigerungen etwas entgegensetzen. Die Arbeitgeber haben daher die Chance verpasst, den Beschäftigten zu zeigen, dass sie ihre Nöte ernst nehmen. Deshalb bekommen sie jetzt die Antwort aus den Betrieben.

Silke Zimmer, Verhandlungsführerin für den Groß- und Außenhandel NRW

Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen: Fortsetzung der vierten Verhandlungsrunde verschoben. Beschäftigte zeigen Mut und Ausdauer!

ver.di NRW verstärkt den Druck auf die Arbeitgeber bei den laufenden Tarifverhandlungen für existenzsichernde Einkommen im Handel. Bislang haben die Arbeitgeber in den Verhandlungen lediglich Reallohnverluste angeboten. Daher wurden die Beschäftigten in ausgewählten Betrieben am Donnerstag zu Streiks aufgerufen.

Aufgerufen wurden die Beschäftigten von Sanacorp, Metro Schwelm und Handelshof Haan. Die H&M Filialen Hilden, Remscheid und Bilker Arkaden in Düsseldorf. Kaufland Bilk, Saturn Königsallee, ZARA Königsallee und Primark Schadowstr. im ver.di- Bezirk Düssel-Rhein-Wupper.

Nach intensiven Verhandlungen am 05. Juli erbaten die Arbeitgeber im Einzelhandel eine Unterbrechung der vierten Verhandlungsrunde bis zum 13. Juli. Diesen Termin sagten sie im Nachgang ab und verschoben die weiteren Verhandlungen auf den 07. August. Skandalös - Wir kämpfen weiter für dauerhafte Tariferhöhungen.

Die Tarifverhandlungen für den Groß- und Außenhandel werden am 15. August fortgesetzt.

 

Dritte Tarifverhandlung im bayerischen Einzelhandel endet ohne Ergebnis: Arbeitgeberangebot bedeutet weitere Reallohnverluste!

Vor der 3. Tarifverhandlung haben die Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel ihre Entschlossenheit klar gemacht: In den Streikversammlungen lautete die übereinstimmende Botschaft: Die Beschäftigten können sich keine weiteren Reallohnverluste leisten. In der Tarifverhandlung legten die Arbeitgeber zwar ein verbessertes Angebot vor, aber auch dieses bedeutet weitere Reallohnverluste für das Jahr 2023 und 2024. ver.di kündigt nun an, die Streikaktionen fortzusetzen.

 

Wir kämpfen weiter für dauerhafte Entgeltsteigerungen. Es kann nicht sein, dass Menschen, die ein Leben lang arbeiten, von Altersarmut bedroht sind. Unsere Antwort ist klar: Wir streiken weiter. Wir streiten um jeden Euro.

Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer im bayerischen Einzelhandel.

„In den beeindruckenden Streikaktionen haben die Beschäftigten eine klare Botschaft gesendet: Sie können sich keine weiteren Reallohnverluste leisten. Die Menschen im Handel müssen von ihrer Arbeit leben können und es braucht einen deutlichen Schritt im Kampf gegen die drohende Altersarmut. Auch das neue Angebot bedeutet Reallohnverluste, berücksichtigt die Interessen der Konzerne, aber verliert die Beschäftigten aus dem Blick“, erklärt Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer im bayerischen Einzelhandel.

Die Tarifverhandlungen werden am 16.08.2023 fortgesetzt.

 

 

 

Dritte Tarifverhandlung im genossenschaftlichen Großhandel Bayern: Dann streiken wir eben weiter!

Am 10. Juli 2023 hat die dritte Tarifverhandlung für die Beschäftigten im genossenschaftlichen Großhandel Bayern stattgefunden. Mit am Verhandlungsort in München waren auch rund 150 Streikende der REWE Lagerstandorte Buttenheim und Eitting. Die Streikenden wollten den Arbeitgebern, besonders den Vertreter*innen von REWE und Penny, ihre aktuelle dramatische Lebenssituation schildern und ihnen erklären, dass 1,7 % für 2022 und das bisherige Angebot verheerende Folgen für sie haben. Die Arbeitgeber ihrerseits versuchten den Streikenden einzureden, dass ihr Angebot für 2023 viel Geld ist und den Beschäftigten damit geholfen sei.

Anstatt, dass die Arbeitgeber ein abschlussfähiges Angebot machen, das den Beschäftigten die dringend benötigten Entgelterhöhungen bringt, legten sie ein neues Angebot vor, das die Situation der Beschäftigten weiter dramatisch verschärft und einem weiteren Schlag ins Gesicht gleichkommt.

 

Vierte Tarifverhandlung im Einzel- und Versandhandel in Hessen: Es reicht noch nicht – wir wollen mehr!

 

Unsere Streiks zeigen Wirkung, die Arbeitgeber fühlen sich unter Druck gesetzt. Ob sie das offen oder hinter vorgehaltener Hand zugeben, ist nicht entscheidend. Wichtig wäre, wenn sie daraus die richtigen Konsequenzen ziehen würden.

Marcel Schäuble, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer

„In der gestrigen Tarifverhandlung bewegten sie sich zwar, aber wie bereits in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachen/Bremen vorher noch nicht ausreichend. Deshalb war es kein Wunder, dass die Streikenden vor dem Verhandlungslokal riefen: „Es reicht noch nicht – wir wollen mehr!", berichtet Marcel Schäuble, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer für den hessischen Einzel- und Versandhandel: „Nach etwa dreimonatigen Verhandlungen bieten die Arbeitgeber immer noch kaum mehr als 5 Prozent für dieses und deutlich weniger für ein zweites Jahr an. Allmählich muss an ihrem politischen Willen gezweifelt werden, die diesjährige Tarifrunde zu einem akzeptablen Abschluss bringen zu wollen. Wir haben ihnen deshalb erneut deutlich zu machen versucht, dass eine Lohnerhöhung sowohl die Verluste als auch die Bedürfnisse unserer Kolleg:innen berücksichtigen müsse. Zudem sei es gerade jetzt an der Zeit, sich endlich unserer Forderung nach einem festen, also gleichen Steigerungsbetrag für alle Gehalts- und Lohngruppen zu nähern, damit die Beschäftigten mit niedrigeren Einkommen verhältnismäßig mehr erhalten als jene mit höheren Verdiensten."

An der Kundgebung vor dem Lokal der 4. Tarifverhandlung am 11. Juli im NH Hotel Frankfurt Airport West in Raunheim beteiligen sich etwa 400 Streikende aus Filialen von Esprit, Galeria Karstadt Kaufhof, H&M Hennes & Mauritz, Ikea, Kaufland, Parfümerie Douglas, Primark, REWE/PENNY und Zara.

Die nächsten Tarifverhandlungen in Hessen finden am 04. September 2023 statt.

 

Tarifverhandlungen beim Thüringer Großhandel: weitere Streiks!

ver.di rief am 11. Juli, 6:30 Uhr erstmals die Beschäftigten vom Phoenix-Pharmahandel zum ganztägigen Streik auf. Eine Delegation Streikunterstützer vom Phoenix-Pharmahandel in Leipzig waren ab 10:00 Uhr vor Ort sein. Zeit, zusammen zu halten, heißt das Motto unserer diesjährigen Tarifrunde und wird so gelebt.

„Die Kolleginnen und Kollegen im Großhandel haben eine hohe Erwartungshaltung an die diesjährige Tarifrunde und sind sehr verärgert über das immer noch nicht zu- friedenstellende Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde am 6. Juli 2023. Zwischen Angebot und Forderungen klaffen noch Lichtjahre, deshalb müssen wir streiken. Die Beschäftigten benötigen eine kräftige tabellenwirksame Entgelterhöhung um die enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten zu stemmen“, erklärt Sylke Hustan, ver.di Verhandlungsführerin im Großhandel in Thüringen.

 

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern: Dritte Verhandlungsrunde im Groß- und Außenhandel wieder ohne Ergebnis

Auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen über Gehälter und Löhne für die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel im Norden endete am 10. Juli 2023 in Bad Segeberg ohne Ergebnis. Nach zahlreichen Streiks in verschiedenen Betrieben im Großhandel im Norden legte der Arbeitgeberverband AGA immerhin ein neues Angebot vor. Auch das neue Angebot würde zu einem herben Reallohnverlust führen und wurde vor diesem Hintergrund von der ver.di- Tarifkommission als unzureichend abgelehnt. „Uns wurde im Norden dasselbe Angebot unterbreitet, dass die Kolleginnen und Kollegen in Baden-Württemberg, Bayern und NRW bereits abgelehnt hatten – wie kann man erwarten, dass wir hier zustimmen würden“; kritisierte ver.di-Verhandlungsführer Bert Stach die Taktik der Arbeitgeberseite.

Der nächste Verhandlungstermin muss noch koordiniert werden.

 

Dritte Tarifverhandlung im Hamburger Groß- und Außenhandel ohne Ergebnis beendet: Arbeitgeber provozieren mit einem neuen Angebot

Die Tarifverhandlungen für die rund 60.000 Beschäftigten im Hamburger Groß- und Außenhandel wurden am Mittwoch, den 12. Juli 2023 ergebnislos beendet. „Das ignorante Verhalten der Arbeitgeber lässt keinen ernsthaften Einigungswillen erkennen. Das Angebot gleicht bei weitem nicht die aktuelle Preissteigerungsrate aus, die im Juni 2023 gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,4 Prozent gestiegen ist. Das ist angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung im Groß- und Außenhandel skandalös“, betont ver.di-Verhandlungsführerin und stellvertretende Landesbezirksleiterin Hamburg, Heike Lattekamp.

Am Donnerstag, den 13. Juli 2023 rief ver.di die Beschäftigten im Hamburger Groß- und Außenhandel aus ausgewählten Betrieben erneut zu ganztägigen Streiks auf.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 17. August 2023 statt.