Sommer, Sonne, Streiklaune.

28.07.2023

Während der Sommerferien ruht der größte Teil der Tarifverhandlungen 2023; nicht aber die Beschäftigten! Vieler Orts wird weiterhin gestreikt, um der bislang inakzeptablen Haltung der Arbeitgeber entgegenzutreten!

 

Groß- und Außenhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: Streik im REWE-Lager Nossen und bei EDEKA Foodservice Chemnitz verlängert!

ver.di verstärkt den Druck auf die Arbeitgeber bei den laufenden Tarifverhandlungen für existenzsichernde Einkommen im Handel. Bislang haben die Arbeitgeber in den Verhandlungen lediglich Reallohnverluste angeboten.

Deshalb sind die Beschäftigten im Rewe-Großhandelslager in Nossen seit Samstagmitternacht in den Ausstand getreten. Der Streik soll bis zum 29. Juli 2023, 24 Uhr andauern. Unterstützt werden sie durch die Beschäftigten vom Edeka Foodservice in Chemnitz. Dort streiken die Kolleginnen und Kollegen seit dem 25. Juli 2023 3 Uhr, mehrtägig.

„Die Kolleginnen und Kollegen im Großhandel haben eine hohe Erwartungshaltung an die diesjährige Tarifrunde und sind sehr verärgert über das immer noch nicht zufriedenstellende Angebot der Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde. Zwischen Angebot und Forderungen klaffen noch Welten, deshalb müssen wir streiken. Die Beschäftigten benötigen eine kräftige tabellenwirksame Entgelterhöhung, um die enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten zu stemmen“, erklärt Sylke Hustan, ver.di Verhandlungsführerin im Großhandel in Sachsen.

 

Der Arbeitgeberverband hat am 25. Juli die Chance verpasst, den Kolleginnen und Kollegen die notwendige Wertschätzung für ihre tagtägliche Arbeit zukommen zu lassen.

Bert Stach

Einzelhandel in Schleswig-Holstein: Tarifverhandlungen weiterhin ohne Abschluss – Arbeitgeber verwehren Beschäftigten notwendige Entgelterhöhung!

Auch die dritte Runde der seit Mai andauernden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Einzelhandel in Schleswig-Holstein blieb ohne Abschluss. Zwar legten die Arbeitgeber am 25. Juli in Rendsburg sogar zwei neue Angebote vor, doch bleiben diese weiterhin unter den prognostizierten Preissteigerungen und würde für die Beschäftigten weiterhin einen deutlichen Reallohnverlust bedeuten.

Die vorgelegten Angebote sollten die Entgelte in zwei Stufen im Verlauf von zwei Jahren um 150 Euro und 3,1 Prozent anheben. Identische Vorschläge waren bereits in anderen ver.di- Landesbezirken von den jeweiligen Tarifkommissionen als unzureichend abgelehnt worden. Auch die Tarifkommission für den Einzelhandel in Schleswig-Holstein lehnte das Angebot ab.

„Was die Kolleginnen und Kollegen im Einzelhandel brauchen, ist eine ordentliche Entgeltsteigerung. Das neue Angebot der Arbeitgeber bleibt unzureichend. Ohne die Kolleginnen und Kollegen läuft in den Märkten und Filialen nichts, ohne sie gibt es keinen Handel“, sagt Bert Stach, Landesbezirksfachbereichsleiter Handel und Verhandlungsführer für die Gewerkschaft ver.di. Gerade vor dem Hintergrund, dass einzelne Unternehmen bereits freiwillige Vorabanhebungen der Löhne und Gehälter angekündigt haben, ist der Position des Arbeitgeberverbands am Verhandlungstisch unverständlich.