Auf Aktion folgt Reaktion!

25.08.2023

Diese Woche beeindruckten die Kolleginnen und Kollegen in Nordrhein-Westfalen mit einer Streikaktion, der sich mehr als 3000 Beschäftigte anschlossen! Um noch einmal Druck aufzubauen für die am heutigen Freitag anstehende 6. Runde in den Tarifverhandlungen im Einzelhandel. Aber auch in anderen Teilen Deutschlands waren die Beschäftigten aus dem Handel auf den Straßen, um die Haltung der Arbeitgeber nicht länger hinzunehmen!

 

Tarifrunde Handel in NRW: Große Streikveranstaltung mit Frank Werneke in Bochum

 

Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber im Handel reichen eindeutig nicht zu einer Sicherung der Einkommen. Deshalb kämpfen die Beschäftigten für einen guten Tarifabschluss. Damit diejenigen, die für unser aller Versorgung sorgen, auch in Krisenzeiten anständig von ihrer Hände Arbeit leben können. Sie haben dafür die Solidarität und Rückendeckung der gesamten ver.di.

ver.di Vorsitzender Frank Werneke

Am Dienstag (22.08.) rief die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di NRW) rund 3.500 Beschäftigte des Einzel-, sowie des Groß- und Außenhandels zum Streik auf, um in den laufenden Tarifrunden für den Handel Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Die Streikenden wurden am Vormittag zu einer Kundgebung mit anschließender Demonstration vor dem Bergbaumuseum in Bochum erwartet. Auf der Veranstaltung sprachen der ver.di-Vorsitzende, Frank Werneke, und die Verhandlungsführerin für den Handel, Silke Zimmer, zu den Streikenden.

„Menschen sollten von ihrer Hände Arbeit leben können. Das gilt auch und vor allem für die Beschäftigten im Handel. Sie wurden noch in der Pandemie als für die Gesellschaft systemrelevant hervorgehoben. Jetzt frisst die Inflation Monat für Monat immer mehr von ihrem Gehalt auf. Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber im Handel reichen eindeutig nicht zu einer Sicherung der Einkommen. Deshalb kämpfen die Beschäftigten für einen guten Tarifabschluss. Damit diejenigen, die für unser aller Versorgung sorgen, auch in Krisenzeiten anständig von ihrer Hände Arbeit leben können. Sie haben dafür die Solidarität und Rückendeckung der gesamten ver.di“, erklärte der ver.di Vorsitzende Frank Werneke.

„Seit April warten die Beschäftigten auf Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit. Die Arbeitgeber bieten nach fünf Verhandlungsrunden aber weiterhin nur Reallohnverluste. Viele Handelsbeschäftigte sind akut von Altersarmut bedroht. Dass Kolleginnen und Kollegen nach 45 Jahren harter Arbeit fürchten müssen, mit ihrer Rente nicht über die Runden zu kommen, ist nicht hinnehmbar. Dieser Entwicklung kann man durch nachhaltige Entgelterhöhungen entgegenwirken. Ihnen diese Sicherheit zu verweigern ist respektlos und muss ein Ende haben“, so die Verhandlungsführerin Silke Zimmer.

ver.di fordert in der Tarifrunde 2023 im Einzelhandel NRW 2,50 Euro mehr Gehalt und Lohn pro Stunde. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 250 Euro angehoben werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft ein Mindeststundenentgelt von 13,50 Euro.

Im Groß- und Außenhandel NRW fordert ver.di eine Erhöhung der Entgelte von 13 Prozent, mindestens aber 400 Euro. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 250 Euro angehoben werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.

Die Verhandlungen im Einzelhandel werden am 25. August und im Groß- und Außenhandel am 4. September fortgesetzt.

 

Tarifrunde Großhandel in Schleswig-Holstein: Noch mehr Druck auf Arbeitgeber

 

5,1% in 2023 und 2,9% in 2024 sind einfach zu wenig, wenn man sich die aktuelle Inflationsrate anschaut. Da muss von Arbeitgeberseite noch mehr kommen.

Elisa Brummel, Gewerkschaftssekretärin im Fachbereich Handel in Neumünster

Mit Trillerpfeifen und Warnwesten sind am Donnerstag, den 24. August 2023 rund 100 Beschäftigte aus dem Großhandel durch die Innenstadt von Neumünster gezogen und haben so ihrem Ärger über die festgefahrenen Verhandlungen Luft gemacht.

Aufgerufen hatte ver.di die Beschäftigten des Netto Zentrallagers in Henstedt-Ulzburg, sowie der beiden Neumünsteraner Betriebe Bartels-Langness und Max Jenne. Die Zeichen bei den Tarifverhandlungen im Großhandel – wie auch im Einzelhandel – in Schleswig-Holstein stehen derzeit auf Konfrontation. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeberseite für die Beschäftigten im Großhandel sieht nur Reallohnverluste für die Beschäftigten vor. „5,1% in 2023 und 2,9% in 2024 sind einfach zu wenig, wenn man sich die aktuelle Inflationsrate anschaut. Da muss von Arbeitgeberseite noch mehr kommen“, sagt Elisa Brummel, Gewerkschaftssekretärin im Fachbereich Handel in Neumünster. Die Streiks in Neumünster reihen sich ein in eine ganze Streikserie im Landesbezirk Nord, unter anderem in Norderstedt, Rostock, Flensburg und Kiel, sowie auch in die intensiven Streikmaßnahmen in den anderen Bundesländern.

Darüber, dass der vergangene Verhandlungstermin am 18. August in Rendsburg wieder keine Lösung im Tarifkonflikt gebracht hat, zeigte sich auch ver.di Verhandlungsführer Bert Stach enttäuscht: „Für die Beschäftigten bedeutet diese Hängepartie, dass sie weiter auf ihr Geld warten. Gerade in Anbetracht der hohen Preise für Lebensmittel, Strom, Energie brauchen die Kolleginnen und Kollegen jetzt eine ordentliche Entgelterhöhung.“

Der nächste Verhandlungstermin ist für den 4. Oktober angesetzt.