Tarifpolitik

ver.di zieht positive Bilanz der Tarifverhandlungen im Einzelhandel

Tarifpolitik

ver.di zieht positive Bilanz der Tarifverhandlungen im Einzelhandel

Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge bleibt drängendes Thema.
Beschäftigte von H&M und Kaufland in Stuttgart beim Streik (31.05.2019) J. Röttgers Beschäftigte von H&M und Kaufland in Stuttgart beim Streik (31.05.2019)

ver.di zieht eine positive Bilanz der diesjährigen Tarifrunde im Einzel- und Versandhandel. Mit Mecklenburg-Vorpommern hatte am 14. August 2019 die letzte der zehn Tarifregionen einen Abschluss erzielt.

In allen Gebieten erhalten die Beschäftigten in diesem Jahr 3,0 Prozent und 2020 noch einmal 1,8 Prozent mehr Geld. Hier findet ihr alle Tarifergebnisse 2019 für den Einzel- und Versandhandel, sortiert nach Tairfgebieten.

"Wir blicken auf eine gute Beteiligung an Aktionen und Streiks und einen guten Abschluss. Wichtige Ziele haben wir erreicht, zum Beispiel die überproportionale Erhöhung der Auszubildendenvergütungen und der unteren Entgeltgruppen. Das ist maßgeblich der Verdienst der Beschäftigten, die sich mit Mut und Entschlossenheit an den Streiks beteiligt haben", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

11.000 Beschäftigte sind im Laufe der Auseinandersetzungen ver.di neu beigetreten. Gestreikt wurde auch in zahlreichen tariflosen Unternehmen, wie etwa Kaufhof, Karstadt Sports, Amazon, dm, Smyth Toys oder Douglas. Die Streiks werden in diesen sogenannten oT-Betrieben (ohne Tarifbindung) weitergehen, um eine Tarifbindung zu erreichen.

Die Arbeitgeber sind in der Pflicht, den Vernichtungs-Wettkampf im Einzelhandel nicht rücksichtslos über die Lohnkosten und damit auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen.

Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied bei ver.di und zuständig für den Handel

"Ein absolut drängendes Thema bleibt die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Handel", so Nutzenberger weiter und forderte:

"Auch die Politik muss das Thema mit größerer Entschiedenheit angehen, denn Tarifflucht führt im Handel zu Verwerfungen und geht zu Lasten des Sozialstaates!"

Nutzenberger begrüßte in diesem Zusammenhang eine Bundesratsinitiative der Länder: Diese haben in einem Entschließungsantrag vom 7. Juni 2019 die Bundesregierung dazu aufgefordert, eine Strategie zur Stärkung der tariflichen Ordnung zu erarbeiten.

Im Einzelhandel ist die Tarifbindung seit Anfang der 2000er Jahre dramatisch gesunken, weil die Arbeitgeberverbände die Allgemeinverbindlichkeitserklärungen aufgekündigt hatten. 2017 arbeiteten im Westen gerade noch 40 Prozent der Beschäftigten tarifgebunden, im Osten waren es nur noch 29 Prozent.

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