Der (Streik)sommer ist noch nicht vorbei!

08.09.2023

 Nicht nur der Sommer zeigt sich nochmal mit voller Kraft, sondern auch die Streiks gehen bundesweit weiter!

Der Handel schreibt weiterhin Geschichte, denn noch nie waren so viele Kolleg*innen und Betriebe im Streik. Wie oft die Arbeitnehmer*innen im Handel noch „heute ist kein Arbeitstag, heute ist Streiktag“ rufen müssen, hängt weiterhin davon ab, ob sich die Arbeitgeber willig zeigen endlich faire Angebote in den laufenden Tarifverhandlungen zu machen!

 
Streikende Tarifrunde Handel

 

Verhandlungsrunde im Groß- und Außenhandel NRW: Seit Juni kein neues Angebot – Verhandlungen bereits am Vormittag beendet

 

Die 6. Verhandlungsrunde für die rund 306.000 sozialversicherungspflichtig und 54.000 geringfügig Beschäftigten des Groß- und Außenhandels NRW wurde am Montag (4.9.) schon nach 20 Minuten beendet. Bereits seit Juni legt die Arbeitgeberseite kein neues Angebot vor. Ver.di kündigt eine Verschärfung des Tarifkonflikts an.

„Die Arbeitgeber setzen die Taktik des Mauerns auch über den Sommer hinaus fort. Sie deuten eine Tarifsteigerung im hohen einstelligen Bereich für 24 Monate an, verweigern aber ein konkret verbessertes Angebot. Damit bleibt es beim Status Quo. Für die Beschäftigten bedeutet das, mit dem zu haushalten, was die Arbeitgeber ihnen anbieten“, erklärte die Verhandlungsführerin für den Handel in NRW, Silke Zimmer. „Die Beschäftigten können sich keine weiteren Reallohnverluste leisten. Deshalb werden die Streiks in den nächsten Wochen unermüdlich fortgesetzt.“ Die Verhandlungen werden am 19. Oktober fortgesetzt.

 

Streik im Groß- und Außenhandel Berlin-Brandenburg: Arbeitgeber müssen Angebot deutlich verbessern

 

Seit Donnerstag vergangener Woche (31.August 2023) streiken die Beschäftigten des Groß– und Außenhandels in Berlin-Brandenburg. An den Streiks beteiligten sich bislang verschiedene Edeka-Lager, der Pharmagroßhandel und das Rewe-Lager Oranienburg. Die Streiks führten zu Verzögerungen in der Medikamentenauslieferung und zu leeren Regalen in den Supermärkten.

Am Mittwoch, den 06.09.2023 streikten die Beschäftigten den REWE-Lagers Oranienburg und setzten damit den vorläufigen Schlusspunkt in der aktuellen Warnstreikwelle. Mit den Streiks verleihen die Beschäftigten ihrer Forderung nach eine tabellenwirksamen Entgelterhöhung Nachdruck, mit der das Reallohnniveau gesichert werden soll. Der Fokus der Arbeitgeber auf eine Inflationsausgleichprämie wird von den Beschäftigten abgelehnt, da diese nicht zu einer nachhaltigen Steigerung der Gehälter führt. Die Lohnsteigerung soll auch der drohenden Altersarmut bei den Beschäftigten entgegenwirken.

Die nächste Tarifverhandlung findet am 7.09.2023 statt.

 

Tarifrunde Handel Nord 2023: Streiknacht bei Andreas Paulsen

 

Die Beschäftigten beim Sanitärgroßhandel Andreas Paulsen in Kiel waren am 6. September 2023 ganztägig zum Streik aufgerufen. Der Streik begann bereits um Mitternacht, als sich erste Streikposten vor den Werkstoren platzierten um die ankommenden Kolleginnen und Kollegen über die Arbeitsniederlegung zu informieren. Fast alle Fahrer*innen beteiligten sich am Streik und so kam es am Mittwoch zu massiven Einschränkungen bei der Zulieferung. Viele Kloschüsseln, Waschtischarmaturen, Duschen und weitere Sanitärartikel, die eigentlich an jenem Mittwoch verbaut oder installiert werden sollten blieben im Lager.

Die ganze Nacht hindurch standen dann aktive ver.di-Kolleg*innen vor dem Betrieb. Im Laufe der Nacht und des Tages schlossen sich immer weitere Kollegen und auch eine Kollegin dem Streik an. „Das war eine weitere starke Streikaktion in der Tarifrunde 2023. Wir haben ein deutliches Signal gesetzt und erwarten nun Bewegung am Verhandlungstisch“, stellte ver.di-Verhandlungsführer Bert Stach nach der Langen Nacht fest.

Hier gibt es Eindrücke von einer zentralen Streikkundgebung aus der Tarifunde Nord: