Tarifrunden 2021

Ohne uns kein Handel!

Ohne uns kein Handel!

Eine Woche voller Abschlüsse: Die Tarifrunden 2021 sind auf der Zielgeraden
Bayern Sylwia Lech Arbeitskampf in Bayern

2. November 2021. Im Handel geht es jetzt Schlag auf Schlag. Im Einzel- und Versandhandel sind die Tarifrunden 2021 inzwischen weitgehend abgeschlossen und die Beschäftigten bekommen mehr Geld. Auch im Groß- und Außenhandel sind in einigen Bundesländern Abschlüsse erreicht worden, so in Rheinland-Pfalz/ Saarland, Bayern, Hessen, Thüringen und Schleswig-Holstein. In den anderen Ländern gehen die Tarifverhandlungen auf die Zielgerade.

Nachdem es am Montag vergangener Woche im rheinland-pfälzischen und saarländischen Einzel- und Versandhandel Abschlüsse erreicht worden waren -- analog zu den anderen Bundesländern steigen die Löhne im laufenden Jahr um 3,0 und 2022 um 1,7 Prozent -- ging es am Dienstag bei der BayWa AG weiter. Die Tarifkommission konnte hier 3,0 Prozent Entgelterhöhung für 2021 und 1,8 Prozent für 2022 herausholen. Für die Auszubildenden gab es außerdem eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 30 Euro zum 01.09.2021 und 20 Euro zum 01.09.2022.

Am Donnerstag, 28. Oktober, konnten sich die Kolleginnen und Kollegen aus dem hessischen Groß- und Außenhandel und den Verlagen über ihren Tarifabschluss freuen. Rückwirkend zum 1. Oktober 2021 bekommen sie 3,0 Prozent Gehaltserhöhung, am 1. Mai 2022 folgen dann noch einmal 1,7 Prozent. Als Sahnehäubchen wurde zudem endlich die diskriminierende Altersstaffelung abgeschafft. Seit Jahren schon setzten wir uns dafür ein, dass jüngere Kolleginnen und Kollegen nicht schlechter bezahlt werden als der Rest. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir dieser Ungerechtigkeit mit dem Tarifabschluss in Hessen endlich einen Riegel vorschieben konnten.

Die überproportionalen Erhöhungen der Ausbildungsvergütungen sind ein wichtiger Beitrag dazu, Ausbildung im Groß- und Außenhandel attraktiver zu gestalten

Heike Lattekamp, ver.di-Verhandlungsführerin Schleswig-Holstein

Einen Tag später, am 29. November, endete auch für die 16.000 Beschäftigten des Groß- und Außenhandels in Thüringen die Tarifrunde nach knapp sechs langen Monaten. Wie in Hessen steigen die Löhne und Gehälter etappenweise erst um 3,0 und im April kommenden Jahres nochmal um 1,7 Prozent. Für die Auszubildenden gibt es in diesem Jahr 30 Euro mehr Ausbildungsvergütung, die im Herbst 2022 um weitere 20 Euro monatlich erhöht wird.

Noch am gleichen Tag zog auch der Groß- und Außenhandel in Schleswig-Holstein mit einem Tarifabschluss nach, der den Ergebnissen in den anderen Bundesländern gleicht. ver.di-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Angesichts der pandemiebedingt schwierigen Rahmenbedingungen ist ein für beide Seiten akzeptabler Kompromiss gelungen. Sofern die Teuerungsraten nicht völlig aus dem Ruder laufen, sollte damit Reallohnsicherung gelingen. Die überproportionalen Erhöhungen der Ausbildungsvergütungen sind ein wichtiger Beitrag dazu, Ausbildung im Groß- und Außenhandel attraktiver zu gestalten.“

Ein anstrengendes, aber erfolgreiches Jahr geht langsam zu Ende

Wir blicken auf anstrengende Verhandlungsmonate zurück. Deutschlandweit haben Tausende Kolleginnen und Kollegen mit Streiks und anderen Aktionen den Tarifkommissionen den Rücken gestärkt. Diese haben in den Verhandlungen alles gegeben, um für die Beschäftigten im Handel die ihnen zustehenden Gehaltssteigerungen durchzusetzen. Gemeinsam haben wir für das gekämpft, was uns zusteht und haben uns vor allem nicht spalten lassen! Wir sind noch einmal mehr zusammengewachsen und haben verdeutlicht, dass Solidarität bei uns an oberster Stelle steht. Voller Zuversicht schauen wir deshalb auf die noch anstehenden Tarifverhandlungen und sind uns sicher, dass auch hier Abschlüsse eingefahren werden, die den Beschäftigten des Handels die Wertschätzung entgegenbringen, die sie verdient haben. Ohne uns kein Handel!


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