Ladenschluss

ver.di verteidigt den arbeitsfreien Sonntag!

ver.di verteidigt den arbeitsfreien Sonntag!

HDE greift die Sonntagsruhe und das Grundgesetz an
Liegestühle vor dem Lid Zentrallager in Graben während des Streiks am 25. Juni 2021 ver.di Handel Streiktag im Lidl Zentrallager Graben

25. Juni 2021. Immer schriller werden die Angriffe von Arbeitgeberverbänden, Lobbyisten und manchen Parteien auf den arbeitsfreien Sonntag. Von der Spitze des »Handelsverbandes Deutschland« (HDE) kommt jetzt die Forderung, dass alle Einzelhändler ihre Läden »zumindest die restlichen Sonntage in diesem Jahr« öffnen dürfen. Natürlich muss wieder Corona herhalten, doch der Vorstoß ist wirtschaftlich gesehen Blödsinn und ein Generalangriff auf das Grundgesetz, auf die Handelsbeschäftigten und deren Familien.

Als ver.di wehren wir uns zusammen mit unseren Verbündeten aus Kirchen und Sozialverbänden in der »Allianz für den freien Sonntag« mit allen Mitteln gegen diesen Generalangriff.

Dutzende Gerichte bis hin zu den höchsten Rechtsinstanzen der Bundesrepublik Deutschland haben entschieden, dass es in diesem Land ein Grundrecht auf Sonntagsruhe gibt – es ist im Grundgesetz-Artikel 140 verankert und verbunden mit weiteren Verfassungsrechten wie dem Schutz der Gesundheit, der Familie sowie der Koalitions- und Vereinigungsfreiheit. Ständig gibt es auf lokaler und Länderebene neue Entscheidungen, die unsere Position bestätigen und klarmachen, dass die öffnungswütigen Unternehmer rechtswidrig handeln.

Unternehmerspitze trampelt auf Verfassungsrecht herum

Das Recht ist auf unserer Seite, doch das alles schert den HDE wenig. Er agiert gegen die Interessen der Beschäftigten, will ihre verbrieften Erholungsmöglichkeiten beschneiden und trampelt auf dem Grundgesetz herum. Das erfordert nicht nur Widerspruch, sondern Widerstand!

Der Sonntagsschutz sei nicht mehr zeitgemäß, behauptet der HDE und schiebt die zum Teil desolate Lage der Innenstädte in den Vordergrund. Doch für diese Situation ist er ein großes Stück selbst mitverantwortlich: Seit vielen Jahren werden auf Druck der Handelslobbyisten die Öffnungszeiten ausgeweitet. Zigtausende kleiner und mittlerer Geschäfte, die sich das aus Kostengründen nicht leisten konnten, sind schon auf der Strecke geblieben. Und jetzt sollen teure Sonntagsöffnungen der Rettungsanker sein?

So viel ist klar: Die HDE-Spitze stellt sich zum Teil gegen ihre eigene Klientel und favorisiert die Großkonzerne, einschließlich des tariflosen Internetriesen Amazon. Wird der Verdrängungswettbewerb jedoch durch noch mehr Öffnungs- und Auslieferungszeiten angeheizt, bedeutet das für viele weitere Innenstadtgeschäfte das Aus. Und eines wissen auch die Unternehmen: Sonntagsverkäufe verschieben nur den Umsatz von den Werktagen auf das Wochenende. Nur weil länger geöffnet ist, können die Menschen nicht mehr ausgeben.

Machen wir uns gemeinsam stark, verteidigen wir den arbeitsfreien Sonntag!


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Ein Dutzend gute Gründe für den Sonntagsschutz

Titelseite des Flyers 12 gute Gründe für den Sonntagsschutz
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