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Ohne Sonntag ist kein Staat zu machen!

Ladenschluss & freier Sonntag

Ohne Sonntag ist kein Staat zu machen!

Zum Tag des freien Sonntags erinnert die Sonntagsallianz an den gesetzlichen Sonn- und Feiertagsschutz.
Sonntag Morgen morgens Ausschlafen Erholung Urlaub alexeys, Bild-ID #4131553, Depositphotos.com Ausschlafen und Zeit fürs Privatleben sollten wenigstens am Sonntag drin sein!

„Politik und Wirtschaft müssen dem Sonntagsschutz als Verfassungsrang stärker Geltung verschaffen!“ – Das fordert das Netzwerk „Allianz für den freien Sonntag“ am 3. März, dem „Internationalen Tag des freien Sonntags“.

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Grundgesetzes kritisierte die Sonntagsallianz außerdem auch, dass der im Grundgesetz verankerte Sonntagsschutz aus kommerziellen und wirtschaftlichen Gründen zunehmend ausgehebelt wird.

„Der Sonn- und Feiertagsschutz ist kein Luxus, sondern unverzichtbares Gestaltungselement freier Gesellschaften“, erklärt ver.di-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Gesellschaft und Staat haben darauf zu achten, dass gemeinsame, arbeitsfreie und soziale Zeit für möglichst alle Bürgerinnen und Bürger gewährleistet ist.

Ohne arbeitsfreien Sonntag gibt es keine soziale Gesellschaft mehr, sondern nur noch Wettbewerb und Konkurrenz!

Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied der ver.di und zuständig für den Handel

„Als Christinnen und Christen müssen wir Widerstand leisten gegen eine Wirtschaft, die den Menschen nur noch unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Verwertbarkeit als Konsument und Produzent versteht“, betont Maria Etl, Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB).

Nicht der Mensch habe sich der Wirtschaft zu unterwerfen, sondern die Wirtschaft habe dem Menschen zu dienen, betont deshalb Dr. Ralf Stroh vom Evangelischen Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA). „Der arbeitsfreie Sonntag ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern die angemessene Form, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen“, so Dr. Stroh.

„Wir erteilen den Bestrebungen von Wirtschaft und Handel eine Absage, den Sonntagsschutz aus wirtschaftlichen Gründen weiter auszuhebeln“, sagt Erwin Helmer von der katholischen Betriebsseelsorge.

Erstmals vor gut hundert Jahren wurde in Deutschland der Sonntagsschutz trotz wirtschaftlich und gesellschaftlich angespannter Situation in der Weimarer Verfassung festgeschrieben und nach dem Zweiten Weltkrieg von den Müttern und Vätern des Grundgesetzes erneut bestätigt.

Die Trägerorganisationen der Allianz für den freien Sonntag sehen in der rechtlichen Absicherung der arbeitsfreien Sonn- und Feiertage ein wesentliches Element des gesellschaftlichen Zusammenhaltes. „Ohne den Schutz der arbeitsfreien Sonn- und Feiertage ist kein Staat, keine menschenwürdige Gesellschaft zu machen“, betont das kirchlich-gewerkschaftliche Bündnis.

Bundesweit kämpft die Allianz für den freien Sonntag juristisch gegen die ausufernden Sonntagsöffnungen im Einzelhandel.

Mehr zum Thema:

Pressemeldung des Landesfachbereichs Handel in Bayern vom 29. März 2019
Angriff auf die Sonntagsregelung: „Aiwanger wird wortbrüchig“

 

Zur bundesweiten Allianz für den freien Sonntag gehören:

  • die Gewerkschaft ver.di,
  • die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB),
  • der Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA),
  • die Katholische Betriebsseelsorge,
  • der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA)
  • sowie weitere Unterstützerorganisationen.

Mittlerweile gibt es Sonntagsallianzen in neun Bundesländern sowie in über 90 Städten und Gemeinden Deutschlands.

Die Sonntagsallianz hat sich europäisch vernetzt und ist Mitglied der 2011 in Brüssel gegründeten European Sunday Alliance.

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