Tarifbewegung im Groß- und Außenhandel

Ost-West-Lohnlücke endlich schließen!

Ost-West-Lohnlücke endlich schließen!

Tarifkonflikt in Sachsen: Arbeitgeber im Groß- und Außenhandel legen kein verbessertes Angebot vor
Streik bei ThyssenKrupp Schulte in Radebeul am 12. November 2021 ver.di Handel SAT Streik bei ThyssenKrupp Schulte in Radebeul

27. Januar 2022. Auch die mittlerweile am 24. Januar 2022 stattgefundene 7. Tarifverhandlung im sächsischen Groß- und Außenhandel wurde ergebnislos vertagt. Die Arbeitgeber zeigten sich nicht bereit ihr Angebot aus dem Monat Dezember 2021 zu verbessern.

Seit 2013 fordern wir einen Sachsenzuschlag für alle, um einen ersten Schritt in Richtung Angleichung an andere Tarifgebiete zu erreichen. Um es noch deutlicher zu sagen: 32 Jahre nach der Wiedervereinigung muss Schluss sein mit unterschiedlicher Bezahlung in Ost und West. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, das muss und kann nur das Ziel sein, um die Kollegen*innen in den Unternehmen für ihre tägliche Arbeit gebührend wertzuschätzen und um den sozialen Frieden zu erhalten.

ANGLEICHUNGSSCHRITTE für alle sind unverzichtbar und dringend notwendig!

In der Tarifverhandlung am 6. Dezember 2021 und am 24. Januar 2022 haben uns die Arbeitgeber neben den bundesweiten Erhöhungen von 3 % und 1,7 % einen Zuschlag ab dem 1. Oktober 2022 von 30 Euro für die Lohngruppen L1 bis L5 angeboten. Dieser Zuschlag gilt nur für Lohngruppen, die Gehaltsgruppen sollen keinen Zuschlag bekommen, sie sollen leer ausgehen und im Gegenteil den Zuschlag noch finanzieren.

Aber auch die Beschäftigten in Lohngruppen sollen den Zuschlag bezahlen, indem die Laufzeit um einen Monat für alle Beschäftigten verlängert werden soll. Ende des Tarifvertrages wäre dann nicht mehr der 30. April, sondern neu der 31. Mai. Das bedeutet, Tariferhöhungen in Sachsen gibt es immer einen Monat später als in allen anderen Tarifgebieten bundesweit.

Alle Tarifverträge im Großhandel enden bundesweit zum 30. April, nur Sachsen soll wieder hinten Anstehen und jedes Jahr einen Monat Tariflohnerhöhung einbüßen. Bei bundesweiten Aktionen oder Arbeitskampfmaßnahmen im Mai schauen die Sachsen dann auch nur noch zu, denn durch die Laufzeitverlängerung um einen Monat besteht eine Friedenspflicht bis zum 31. Mai und bekanntlich liegen auch öfters im Mai einige Feiertage. Es ist auch aussichtslos eine einmal verlängerte Laufzeit wieder zu verkürzen. Deshalb hat die Tarifkommission dieses „Angebot“ nicht angenommen.

Wir wollen einen Zuschlag für alle, keine Diskriminierung der Gehaltsgruppen und keine eigene Finanzierung. Wir wollen einen Zuschlag und keine Umverteilung. Wir wollen einen Zuschlag von den Arbeitgebern und nicht von den Beschäftigten.

Die nächste 8. Verhandlungsrunde findet am 07. März 2022 in Dresden statt.


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