Einzelhandel

Dauerbeschallung mit Weihnachtsmusik

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Dauerbeschallung mit Weihnachtsmusik

Neue Regeln des Bundesarbeitsministeriums: Arbeitgeber muss auf Beschäftigte Rücksicht nehmen.
Weihnachten Lärm Lautstärke Luis Molinero, Bild-ID #1234679068, Shutterstock.com Gegen "Stille Nacht" in Disco-Lautstärke können sich Beschäftigte jetzt wehren.

Um die vorweihnachtlichen Endlosschleifen von Jingle Bells, Oh du Fröhliche, Last Christmas und Stille Nacht in den Geschäften auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, weisen wir betroffene Betriebsräte auf neue Regeln des Bundesarbeitsministeriums für die Arbeitsstätten hin.

Demnach darf der Lärm in Einzelhandelsgeschäften 70 Dezibel (dbA) nicht überschreiten. Wird Musik gespielt und gibt es Durchsagen, was in den Läden üblich ist, müssen bis zu sechs Dezibel abgezogen werden, so dass das Maximum bei 64 Dezibel liegt. Das entspricht ungefähr der Beschallung durch einen Fernseher in Zimmerlautstärke.

Wenn Weihnachtsmusik gesundheitsgefährdend ist, hat sie ihren Sinn verfehlt.

Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied bei ver.di und zuständig für den Handel

Betriebsräte und Beschäftigte sollten Arbeitgeber, die Musik in Richtung Disco-Lautstärke aufdrehen, auf die neuen Regelungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hinweisen.

Denn danach ist der Arbeitgeber verpflichtet, "Maßnahmen festzulegen, umzusetzen und eine Wirksamkeitskontrolle durchzuführen", die den Missstand abstellen.

Solche Maßnahmen sind beispielsweise:

  • deutliche Reduzierung der Hintergrundmusik und der Durchsagen
  • Schalldämmungselemente insbesondere in Kassenebereichen sowie an Service- und Infopoints
  • Vereinbarung zu Arbeitsunterbrechungen von etwa zehn Minuten alle zwei Stunden, um negative Stressfolgen zu reduzieren.

Damit es nicht zu alljährlichen Auseinandersetzungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber kommt, empfehlen wir, die Abmachungen in einer Betriebsvereinbarung festzuhalten.

Die neuen Regeln gelten ganzjährig für jede Art von Beschallung.

"Die meisten Kunden haben sicher großes Verständnis für Schutzmaßnahmen der gestressten Verkäuferinnen und Verkäufer sowie des Kassen- und Servicepersonals. Denn die stundenlange Dauerbeschallung mit zu lauter Weihnachtsmusik hat gesundheitliche Folgen, von Bluthochdruck über negativen Stress bis zur Erhöhung der Herzfrequenz. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nimmt dadurch um 20 Prozent zu", erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

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