Toys R Us

Warnstreiks für Tarifbindung

Toys R us

Warnstreiks für Tarifbindung

Arbeitsniederlegungen in 15 deutschen Filialen

Knapp 180 Beschäftigte des Spielwarenhändlers Toys 'R' Us haben am 8. Juni in fünf Bundesländern (NRW, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Bremen) in über 15 Filialen die Arbeit niedergelegt. Sie verleihen mit dem eintägigen Warnstreik ihrer Forderung Nachdruck, dass auch bei Toys 'R' Us die jeweils regional gültigen Tarifverträge des Einzelhandels angewendet werden sollen.

Neben den Kolleginnen und Kollegen aus Nordrhein-Westfalen reisten aus Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz und Hamburg streikende Beschäftigte mit Bussen nach Köln, um gemeinsam für eine Tarifbindung zu demonstrieren.

Mit Sprechchören zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer um die Hauptverwaltung und forderten lautstark „Tarif R Us“.

Ein starkes Zeichen der Kolleginnen und Kollegen bei Toys 'R' Us, die damit klarmachen: Mit einer Lohnerhöhung von 20 Cent brutto/Stunde lassen wir uns nicht abspeisen!

Die Streiks finden im Rahmen der aktuellen Entgelttarifrunde für den Handel statt.

WIR erwirtschaften euren Gewinn!

"Die Beschäftigten fordern die Anerkennung der Tarifverträge und neben deutlich höheren Löhnen vor allem gute und verlässliche Arbeitsbedingungen für alle. Sie erwirtschaften schließlich jeden Tag die Unternehmensgewinne", sagt Heike Lattekamp, Verhandlungsführerin von ver.di.

"Bisher diktiert Toys 'R' Us die Arbeitsbedingungen völlig willkürlich und ignoriert die Forderung nach einem Tarifvertrag. Das nehmen die Beschäftigten nicht mehr hin und daran wird auch die Ankündigung nichts ändern, das Unternehmen wolle künftig 20 Cent mehr pro Stunde bezahlen!"

Der größte Teil der Beschäftigten bei Toys 'R' Us erhält nur die 8,50 Euro Mindestlohn und arbeitet unfreiwillig in Teilzeit. Solche Bedingungen führen geradewegs in die Armut und zu späteren Armutsrenten!

Heike Lattekamp, Verhandlungsführerin von ver.di

Der US-Spielwarenhändler hat in Deutschland 65 Filialen und rund 1.700 Beschäftigte. Ein einheitliches Vergütungssystem existiert nicht, über die Hälfte ist nur befristet beschäftigt, die überwiegende Mehrheit arbeitet (meist unfreiwillig) in Teilzeit.

ver.di hatte das Unternehmen im Februar dieses Jahres zu Tarifverhandlungen aufgefordert, Toys 'R' Us ignoriert diese Aufforderung bis heute.

Stattdessen hat das Unternehmen angekündigt, die Stundenlöhne von mehrheitlich 8,50 Euro ab dem 1. Juli 2015 um 20 Cent brutto/Stunde zu erhöhen.

Würden bei Toys 'R' Us allerdings die Tarifverträge des Einzelhandels gelten, bekämen ausgelernte Beschäftigte im Verkauf beispielsweise in Hamburg zwischen 11,53 Euro und 14,50 Euro brutto/Stunde.

Zudem hätten sie unter anderem einen verbindlichen Anspruch auf günstigere Regelungen zu Arbeitszeiten und Urlaub sowie auf diverse Zuschläge.

Für die Beschäftigten steht fest: Solange sich nichts tut, kommen wir wieder!