real,-

real,- muss sich warm anziehen!

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real,- muss sich warm anziehen!

Heftige Streiks gegen die Tarifflucht von real,-

Tausende Beschäftige der SB-Warenhauskette real,- haben heute die Arbeit niedergelegt und kamen zu einer Demonstration sowie zentralen Kundgebung vor der Zentrale der Metro AG in Düsseldorf zusammen, um gegen die Flucht der Metro-Tochter real,- aus der Tarifbindung zu protestieren. In Düsseldorf findet heute zeitgleich eine Aufsichtsratssitzung der Metro AG statt.

Der Hintergrund: real,- hatte am 17. Juni 2015 den Wechsel in die sogenannte OT-Mitgliedschaft (ohne Tarifbindung) des Arbeitgeberverbands verkündet. Das Unternehmen strebt einen Haustarifvertrag mit abgesenkten Löhnen und Arbeitsbedingungen an, im Einzelnen will die Geschäftsführung:

  • variables Urlaubs- und Weihnachtsgeld nach Unternehmenserfolg
  • weniger Urlaubstage
  • Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit ohne Lohnausgleich
  • Änderung der Nachtzuschläge
  • Wegfall der Spätöffnungszuschläge
  • eine neue Entgeltstruktur für Neueingestellte

„Das ist ein verheerendes Signal für die Beschäftigten bei real,-. Durch die Tarifflucht drohen ihnen in den nächsten zwei Jahren Einkommensverluste von bis zu 2.000 Euro. Das ist Geld, das die Menschen im Handel dringend benötigen, um jetzt und im Alter über die Runden zu kommen", so Stefanie Nutzenberger, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand.

Sie fährt fort: „Die Beschäftigten sind keine Mitarbeiter zweiter Klasse. Sie verlangen ohne Wenn und Aber die Rückkehr in die Tarifbindung. real,- muss sich warm anziehen, die Beschäftigten wehren sich entschieden gegen den Großangriff auf ihre Entgelte und Arbeitsbedingungen!“

Nutzenberger forderte real,- auf, endlich die geplanten Verschlechterungen im Detail zu benennen. „real,- taktiert, weil man die Wut und die Gegenwehr der Beschäftigten fürchtet. Aber die Wut ist schon jetzt immens“, so Nutzenberger.

Bisher ist klar, dass real,- durch die Tarifflucht den Beschäftigten die aktuellen Entgelterhöhungen der Tarifrunde 2015 vorenthalten will, in den meisten Regionen sind das 2,5 Prozent in diesem und zwei Prozent im nächsten Jahr.

Bei Neueinstellungen droht eine generelle Verschlechterung der Löhne, Gehälter und Arbeitsbedingungen. ver.di fordert von real,- den Abschluss eines Anerkennungstarifvertrags, so dass die Tarifbindung trotz des Wechsels von real,- in die OT-Mitgliedschaft wiederhergestellt werden kann.

Am Dienstag, 29.09., fanden in Düsseldorf Tarifverhandlungen mit real,- statt, eine Einigung gab es erwartungsgemäß nicht.

Auf der zentralen Streikkundgebung am folgenden Mittwoch, 30.09., in Düsseldorf übergaben die Beschäftigten rund 25.000 Protestunterschriften an den Vorstand der Metro AG. Zur Kundgebung reisten Beschäftigte aus etlichen Teilen des Bundesgebiets an. An einer Vielzahl von Standorten fanden Arbeitsniederlegungen statt.

Bei real,- arbeiten rund 38.000 Beschäftigte. Weitere Informationen zur Tarifflucht gibt es in unseren ver.di-Flugblättern als PDF zum Download: