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Bundesweite Streiks in rund 150 Filialen

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Bundesweite Streiks in rund 150 Filialen

ver.di ruft Beschäftige zum Arbeitskampf auf

ver.di hat die Beschäftigten der SB-Warenhauskette real,- für den heutigen Freitag erneut zum Streik aufgerufen. (ver.di Pressemitteilung vom 11. März 2016)

Nachdem gestern bereits Beschäftigte aus 74 Filialen in NRW mit großer Beteiligung dem Streikaufruf gefolgt sind, legen heute Beschäftigte bundesweit in rund 70 Filialen die Arbeit nieder.

An den Protesten gegen die Tarifflucht der Metrotochter beteiligten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von real,- Märkten in Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Berlin und Brandenburg. Einige Filialen werden auch am morgigen Samstag die Arbeitskämpfe fortsetzen.

"Mit den Streiks wird der Druck auf real,- erhöht. Die Verhandlungen über einen Zukunftstarifvertrag stocken", sagte Verhandlungsführerin und ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

"Die Arbeitgeber haben bisher kein tragfähiges Konzept vorgelegt. Stattdessen fordern sie einen Verzicht der Beschäftigten in Höhe von rund 400 Millionen Euro!"

Wir, die Beschäftigten von real,- sind bereit, für das Überleben von real,- zu kämpfen. Allerdings kämpfen wir auch für einen Tarifvertrag mit Gehältern, die das Leben lebenswert machen!

Werner Klockhaus, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei real,-

"Die Beschäftigten sind nicht bereit zu solch drastischen Einschnitten, die am eigentlichen Problem des Unternehmens erkennbar nichts verändern werden", fährt Nutzenberger fort.

Denn real,- hat vor allem ein Umsatzproblem.

Die Arbeitgeberseite hat in den zurückliegenden Verhandlungen tiefe Einschnitte gefordert:

  • Sie verlangen die Kürzung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes um 75 Prozent (das bedeutet für eine Verkäuferin in der tariflichen Endstufe einen Verlust von 2050 Euro im Jahr).
  • Sie fordern die Aussetzung der Tariferhöhungen und des Durch- und Aufstiegs in den Berufsjahren bis Ende 2017.
  • Sie wollen die Absenkung der Nachtzuschläge in der Zeit von 20 Uhr bis 22 Uhr von 50 bzw. 55 Prozent auf 20 Prozent.
  • Sie möchten 12 bis 17 Märkte schließen.

Darüber hinaus sollen Tariferhöhungen erst ab 2018 schrittweise weitergegeben werden, allerdings unter Vorbehalt eines Sonderkündigungsrechts für den Tarifvertrag, sofern bis Ende 2017 keine neue Entgeltstruktur vereinbart wurde.

real,- war im Juni 2015 aus der Tarifbindung ausgetreten. Für die rund 38.000 Beschäftigten bedeutet das bereits jetzt Einkommensverluste, weil die vergangenen Tariferhöhungen nicht weitergegeben werden.

Videobeitrag Aktuelle Stunde, 10.03.2016, WDR (verfügbar bis 17.03.2016)