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Geplante Flucht aus dem Tarifvertrag ist hochgradig verantwortungslos!

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Geplante Flucht aus dem Tarifvertrag ist hochgradig verantwortungslos!

ver.di will das Geschäftsmodell "Lohndumping und Altersarmut" verhindern.
Transparent auf real,- Demo bei METRO in Düsseldorf (Sept 2015) ver.di im Handel real,- Demo bei METRO in Düsseldorf (Sept 2015)

Als „hochgradig verantwortungslos“ hat ver.di die beabsichtigte Flucht der Unternehmensleitung des SB-Warenhauses real,- aus dem geltenden Tarifvertrag bezeichnet.

Obwohl im Hintergrund noch Gespräche zwischen ver.di und Metro liefen, entschied der Metro-Vorstandsvorsitzende am Dienstag, 27. März 2018, den Zukunftstarifvertrag mit ver.di zu kündigen.

Gleichzeitig gaben der METRO-Konzern und seine Tochter real,- gestern eine Pressemitteilung sowie eine Tarifinformation für die Beschäftigten heraus.

Nach aktuellem Kenntnisstand beabsichtigt real,- die Kündigung des Zukunftstarifvertrags. Diese liegt derzeit nicht vor und ist laut Tarifvereinbarung erst ab dem 01.04.2018 möglich.

Offen ist, ob sie in den HDE mit Tarifbindung eintreten werden. Sie haben angekündigt mit dem AHD (Metro Arbeitgeberverband) eine tarifliche Lösung, wohl mit dem DHV vorzubereiten. Dazu wollen sie eine gesellschaftsrechtliche Um-/Ausgliederung vorbereiten und durchführen.

„Gesellschaft und Politik müssen entscheiden, ob Geschäftsmodelle, die auf Lohndumping und Altersarmut der Beschäftigten aufbauen, in Deutschland möglich sein sollen", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

"Es wird jetzt höchste Zeit, die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen im Handel zu erklären“, so die Gewerkschafterin.

Offenbar ist den Verantwortlichen im Metro-Konzern ein tariflich garantierter Schutz der 34.000 Beschäftigten beim Tochterunternehmen real,- völlig egal!

Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied der ver.di

 real,- wolle sich auf Kosten der Beschäftigten einen Vorteil im Verdrängungswettbewerb der Branche verschaffen.

„Wir stellen uns auf eine harte Auseinandersetzung in diesem Generalkonflikt ein. Zusammen mit den Beschäftigten werden wir uns weiter für die Tarifbindung bei real,- einsetzen – mit Löhnen, Gehältern und Arbeitsbedingungen, die zum Leben reichen“, so das ver.di-Vorstandsmitglied.

Die ver.di-Tarifkommission hatte es abgelehnt, die Gehälter der real,- Beschäftigten dauerhaft radikal um bis zu 40 Prozent zu senken.

„Armutstarife sind mit uns nicht zu machen. Schon jetzt sind die Verdienste zu knapp für ein auskömmliches Leben im Alter. Nach 45 Jahren Vollzeit – was selten genug vorkommt – erhält eine Verkäuferin nur rund 1.200 Euro Rente im Monat", erklärte Nutzenberger.

"Das noch abzusenken, während die Managergehälter stetig erhöht werden, hat mit seriöser Unternehmensführung nichts zu tun!“

ver.di hatte in den letzten Wochen bei zwei Treffen bzw. Telefonkonferenzen mit der Unternehmensführung das Angebot an den Metro-Konzern gemacht, den existierenden Zukunftstarifvertrag zu verlängern, um mehr Zeit für eine Lösung bei der Tochter real,- zu gewinnen. Das hatte der Vorstandsvorsitzende Olaf Koch abgelehnt.

Bei anderen Discountern und zum Beispiel im SB-Warenhaus Kaufland könnten mindestens Tariflöhne gezahlt werden. Wenn das bei real,- nicht möglich sein soll, muss die Frage gestellt werden, an wem das liegt.

„An den Beschäftigten jedenfalls nicht“, sagte Nutzenberger.

Unten findet ihr die zugehörige Pressemitteilung der Metro, die Tarifinformation der real,- sowie eine ver.di-Info für die Beschäftigten bei real,- als PDF.