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Zukunftstarifvertrag beim SB-Warenhaus

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Zukunftstarifvertrag beim SB-Warenhaus

Rund 70 Prozent der befragten Mitglieder votieren für die Annahme der Tarifbindung
Bundesweite Streiks bei real,- (hier in Bayern) Foto: Hubert Thiermeyer / ver.di Handel in Bayern Der Zukunftstarifvertrag ist erkämpft

Nachdem die ver.di-Mitglieder unter den real,- Beschäftigten überwiegend einverstanden waren, erklärte die Tarifkommission in ihrer gestrigen Sitzung vom 26.07.2016 ihre Zustimmung zum Zukunftstarifvertrag. Der Vertrag soll in den nächsten Tagen unterschrieben werden und tritt dann in Kraft.

"Wir haben viele drastische Kürzungen abgewehrt und die Tarifbindung wieder hergestellt. Trotzdem müssen die Beschäftigten Einschnitte hinnehmen. Jetzt ist es an den Unternehmensverantwortlichen, die Zukunft von real,- neu zu gestalten. Wir erwarten von den Arbeitgebern, dass sie ihre Zusagen erfüllen und ein nachhaltiges Zukunftskonzept umsetzen. Daran müssen die Beschäftigten unmittelbar beteiligt werden, denn sie wissen am besten, was die Kunden wollen und wo real,- besser werden kann", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.  

Der Zukunftstarifvertrag sieht unter anderem vor:

  • Eine Bestandsgarantie für 265 real,- Märkte und den Ausschluss von betriebsbedingten Beendigungskündigungen in diesen Märkten
  • Investitionszusagen in Höhe von einer Milliarde Euro, die zum ersten Mal in einem Tarifvertrag des Handels vereinbart wurden
  • die Rückkehr in den Flächentarifvertrag sowie die Beteiligung von leitenden Angestellten an Einsparungen

Im Gegenzug zur Arbeitsplatz- und Standortsicherung verzichten die Beschäftigten auf der Fläche von 2015 bis einschließlich 2017 auf Entgelterhöhungen und Teile ihres Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. ver.di-Mitglieder erhalten eine Vorteilsregelung: 2016 eine Zahlung von einem Prozent, 2017 bis 2019 von 1,5 Prozent des Gesamtjahresbrutto. Ausführlichere Informationen gibt es im zugehörigen Eckpunktepapier von Anfang Juni 2016.

Erfüllt real,- die Investitionszusagen nicht, sind die Reduzierung der Sonderzahlungen sowie die Nicht-Weitergabe der Entgelterhöhungen nichtig.

Nutzenberger verwies darauf, dass etliche weitergehende Einschnitte abgewehrt werden konnten. Dazu zählen die Einführung einer neuen Entgeltgruppe für neu eingestellte sogenannte Ladenverkäufer, die mehrere Hundert Euro weniger verdient hätten als derzeitige Verkäuferinnen und Verkäufer, die Streichung der Nachtzuschläge und die Verlängerung der Arbeitszeit um eine Stunde.

Beibehalten wird auch der Durch- und Aufstieg. Er ermöglicht ungelernten Kräften nach langjähriger Berufserfahrung im Betrieb, in die Gehaltsgruppe für gelernte Verkäuferinnen und Verkäufer aufzusteigen.

Zur vollständigen Pressemitteilung der ver.di vom 27.07.2016