LIDL

Protest lohnt sich

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Protest lohnt sich

Anspruch und Wirklichkeit: Zur Nachhaltigkeit beim Wareneinkauf des Discounters Lidl
Kampagnenmotiv von Oxfam Deutschland zur Aktion "Hey Lidl, mach dich fit für fair!" Oxfam Deutschland Was oft wirklich in süßen tropischen Früchten steckt – z.B. Ausbeutung und giftige Pestizide –, schmeckt uns gar nicht!

Die entwicklungspolitische Organisation OXFAM hat eine Kampagne zum Discounter Lidl gestartet, die Anspruch und Wirklichkeit in Sachen Nachhaltigkeit beim Wareneinkauf (Ananas, Bananen) aufs Korn nimmt und zeigt, dass da eine Riesenlücke klafft. In den Begleitmaterialien wird die ehemalige Lidl-Kampagne von ver.di positiv hervorgehoben.

Mit dem Slogan "Hey Lidl, mach dich fit für fair" sammelt OXFAM in der aktuellen Kampagne bis zum 1. Oktober 2016 Unterschriften zu verschiedenen Forderungen:

  • Existenzssichernde Einkommen für Kleinbäuerinnnen und Plantagenarbeiter
  • Gesundheitsschutz / Schutz vor Pestiziden
  • Gewährleistung gewerkschaftlicher Organisierung durch Lidl
  • faire Preise

In den Oxfam-Informationen zur Kampagne, die bundesweit gestreut werden, bewertet die Organisation die Lidl-Kampagne der Gewerkschaft ver.di und das Schwarz-Buch Lidl sehr positiv.

Wörtlich heißt es in dem Factsheet:

"2004 dokumentierte die Gewerkschaft ver.di im 'Schwarz-Buch Lidl' die Bespitzelung von Verkäufer/innen und die gewerkschaftsfeindliche Haltung des Konzerns. Auch heute noch ist die Arbeitsbelastung bei Lidl hoch. Und doch berichten Mitarbeiter/innen über Verbesserungen (siehe Kasten).

Auf das 'Schwarz-Buch Lidl' folgte eine Kampagne, die bessere Arbeitsbedingungen bei Lidl und den Lieferanten forderte. Als Reaktion nahm Lidl 2006 als erster Discounter Produkte mit dem Fair-Trade-Siegel in sein Sortiment auf, darunter Bananen. Zumindest bei diesen Produkten zahlt Lidl seinen Lieferanten einen fairen Preis.

Lidl spart nicht mit Eigenlob, wenn es um sein Fair-Trade-Sortiment geht. Doch tatsächlich sind fair gehandelte Waren ein Nischenprodukt geblieben. Zum konsequenten Schritt, bei allen Bananen und anderen Produkten auf existenzsichernde Löhne für Arbeiter/innen zu setzen, fehlt Lidl bisher der Wille – oder der öffentliche Druck."

Was hat sich bei Lidl seit dem „Schwarz-Buch Lidl“ verändert?

"In den vergangenen Jahren hat sich einiges in den Filialen verbessert. Dennoch gibt es nach wie vor Berichte über Kontrollen und überzogene Testkäufe, über hohen Arbeitsdruck, willkürliche Stundeneinteilung und eine äußerst knappe Filialbesetzung", so Andreas Hamann, Discounter-Experte und Autor des „Schwarz-Buch Lidl“.

Und er fährt fort: "Durchgehend besser geworden ist das Führungsverhalten, wenngleich es immer noch einige Vorgesetzte gibt, die sich wie im Kasernenhof verhalten. Mitbestimmung ist weiterhin absolut unterbelichtet, es gibt Betriebsräte nur für eine Handvoll der über 3.300 Filialen. Doch insgesamt hat der u.a. durch die ver.di-Kampagne und das Schwarz-Buch Lidl ausgelöste öffentliche Druck starke Veränderungen in Gang gesetzt."

Da betriebliche Mitbestimmung bei Lidl praktisch nicht vorhanden ist und die Konzernleitung in der ganzen Schwarz-Gruppe (inkl. Kaufland) verhindert, dass Unternehmensmitbestimmung gelebt wird, werden den Beschäftigten weiterhin wesentliche Verbesserungen vorenthalten.

Das kann sich nur ändern, wenn sich möglichst viele von ihnen in ver.di organisieren und aktiv werden!

Auf der Website von Oxfam Deutschland gibt es: