Karstadt

Weiterer Verzicht ist völlig inakzeptabel!

Karstadt

Weiterer Verzicht ist völlig inakzeptabel!

Arbeitgeber muss sich endlich bewegen

Nachdem die Arbeitgeber im letzten Jahr bereits die Schließung von sechs Filialen verkündet haben, verlieren jetzt bundesweit über 2.200 Kolleginnen und Kollegen ihren Arbeitsplatz und viele damit ihre berufliche Perspektive. Geht es nach der Geschäftsleitung, so ist das aber noch lange nicht das Ende...

Karstadt-Beschäftigte müssen weiterhin um ihre Arbeitsplätze bangen Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de Massiver Arbeitsplatzabbau – was plant das Management noch?

Tarifrückkehr soll noch mehr gestreckt werden

In den letzten Tarifverhandlungen haben die Arbeitgebervertreter weitere Zugeständnisse verlangt: Auch in den nächsten drei Jahren sollen keine Tarifgehälter gezahlt werden. Es soll weder Urlaubsgeld noch tarifliche Sonderzahlung geben.

Danach will man die Rückkehr in den Tarif über weitere drei Jahre strecken. Erst 2022 soll die vollständige Tarifrückkehr erfolgen. Jedes Jahr steigen die Mieten und andere Lebenshaltungskosten, aber die Karstadt-Beschäftigten sollen weiter verzichten?

Diese Vorstellung der Arbeitgeber bedeutet konkret, dass von den Beschäftigtenweitere rund 240 Mio. Euro gefordert werden. Das ist völlig inakzeptabel!

Soziale Verantwortung ist etwas anderes

Eine Frechheit ist es da erst recht, wenn trotz der gerade laufenden schmerzhaften Kündigungswelle aus Sicht der Arbeitgeber auch danach keine Ruhe sein soll.

Denn sie wollen weitere Schließungen in den nächsten Monaten ebenso wenig ausschließen wie die Abgabe von Verkaufsflächen. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust soll offensichtlich bestehen bleiben.

Die Mitglieder unserer ver.di- Bundestarifkommission haben deutlich gemacht: Es reicht! Die Arbeitgeber müssen endlich ihre soziale Verantwortung für die Beschäftigten übernehmen und sich in den Punkten Arbeitsplatzsicherheit und Einkommen bewegen!

Bausteine für das Warenhaus der Zukunft: gute Beratung und bester Service

Und hier ist auch der Eigentümer gefragt: Es ist versprochen worden, dass Karstadt als erfolgreiches Warenhaus weiterentwickelt werden soll. Den warmen Worten folgt wenig.

Zu erleben ist nur, dass die Mieten weiterhin zu hoch bleiben und dass über den Immobilienweg – durch Fremdvermietung – weiter Geld verdient werden soll.

Schon die Schließung der sechs Filialen und der Verlust von 2.400 Kolleginnen und Kollegen sind schmerzhaft und vor allem ein großer Fehler: Karstadt braucht jeden Beschäftigten, um als Warenhaus wieder erfolgreich zu sein.

Gute Beratung und bester Service sind die Bausteine für das Warenhaus der Zukunft. Wer weiterhin die Axt an diese Äste legt, der gefährdet entwederleichtsinnig die Zukunft aller Arbeitsplätze oder er hat ein völlig anderes Ziel, als Karstadt als Warenhaus in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Die Zukunft beginnt heute. Die Zeit für schöne Bilder, was man künftig machen will und wann Investitionen durch den Eigentümer erfolgen sollen, ist längst vorbei.

Die Zukunft für Karstadt muss heute beginnen

Deswegen fordert die ver.di-Bundestarifkommission, dass Karstadt jetzt umgehend eine tarifliche Standort- und Beschäftigungssicherung und die sofortige Rückkehr in die Tarifbindung unterzeichnet.

Wenn sich die Arbeitgeberseite diesem Ziel in den nächsten Wochen weiter verweigert, werden wir gemeinsam mit allen Beschäftigten über kurzfristige Aktionen beraten.

Die aktuellsten ver.di-Informationen für die Beschäftigten der Karstadt Warenhäuser sowie von Karstadt Sports und der KaDeWe Group gibt es auf der rechten Seite jeweils als PDF zum Download.