Karstadt

Das Warenhaus lebt von den Menschen

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Das Warenhaus lebt von den Menschen

Karstadt braucht ein wirkliches Zukunftskonzept

Das Bangen der Beschäftigten um die Arbeitsplätze nimmt kein Ende. ver.di und der Gesamtbetriebsrat von Karstadt kritisieren die weiteren beabsichtigten Einschnitte bei Karstadt-Beschäftigten, die am 11. September auf der Aufsichtsratssitzung im Rahmen des Sanierungskonzepts vorgestellt wurden.

5 vor 12 bei Karstadt ver.di Karstadt: 5 vor 12

„Gerade die letzen Jahre haben deutlich gemacht, dass Personalabbau keine Antwort auf die Frage der Zukunft des Warenhauses ist. Die Beschäftigten haben in den letzten Jahren dramatische Restrukturierungsmaßnahmen hinter sich. Die einen haben immer mehr Arbeit und die anderen verlieren ihre Existenzgrundlage. Wer jedoch die Vorteile des stationären Handels ausspielen will, braucht ein schlüssiges und kreatives Gesamtkonzept, in dem die Beschäftigten eine zentrale Rolle spielen", sagte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied und zuständig für den Handel.

Und sie fährt fort: "Die Beschäftigten sind diejenigen, die durch ihre kompetente Beratung dafür sorgen, dass Kunden, ob Jung oder Alt, sich beim Einkaufen wohlfühlen und gerne in das Warenhaus gehen. Noch weniger Personal auf der Fläche bedeutet, dass immer weniger Beschäftigte immer mehr Arbeit erledigen sollen. So kann man die zentralen Stärken des stationären Handels – guter Service und Beratung – nicht ausspielen. An der falschen Stelle zu sparen, hat noch kein Unternehmen in die Zukunft gebracht!“

Personalabbau ist der falsche Weg!

Auch Hellmut Patzelt, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Karstadt, kritisierte die präsentierten Pläne: „Der Personalabbau in den Filialen geht zu Lasten der Beschäftigten aber auch auf Kosten der Kundschaft“, sagte Patzelt. Er befürchtet, dass weitere Einschnitte beim Personal die Situation nicht verbessern.

„Man kann operative Fehler und ausbleibenden Erfolg nicht ständig mit Personalabbau kompensieren. Das geht auf Dauer nicht gut. Die Würdigung der enormen Leistungen der Kolleginnen und Kollegen verbunden mit der Sicherheit der Arbeitsplätze und den tariflichen Einkommen wird im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende.

Das, was das Management heute vorgelegt habe, werde den Anforderungen an ein Zukunftskonzept und den Chancen für Karstadt nicht gerecht, betonte Nutzenberger. „Wir erwarten, dass das Management ein schlüssiges Konzept für ein Warenhaus der Zukunft präsentiert, das die jeweiligen regionalen und lokalen Wünsche der Kunden bezogen auf das Sortiment sowie ausreichendes Personal in den Mittelpunkt stellt. Unerlässlich ist dafür die tarifliche Sicherung von Arbeitsplätzen und existenzsichernden Arbeitsbedingungen“, sagte Nutzenberger.

Umstrukturierung ist das Mittel der Wahl!

"Karstadt braucht zudem eine Überprüfung der Strukturen und Abläufe in jeder Filiale. Das ist in den letzten Jahren aus dem Fokus geraten und hat zu ineffektiven Strukturen geführt. Darauf weisen die Beschäftigten seit langem hin. Deswegen fordern wir das Management auf, nicht weiter gegen die Beschäftigten, sondern mit ihnen zusammen jetzt den notwendigen Umbau zu starten. Statt Arbeitsplätze zu vernichten und Filialen zu schließen, muss es darum gehen, die Umsätze zu steigern“, fordert Nutzenberger.

Kauf- und Warenhäuser sind unverzichtbar, sie sind häufig Magneten, die die Stadtzentren lebendig halten. „Wir brauchen Innenstädte mit einem abwechslungsreichen Angebot des Einzelhandels, damit für alle Menschen, egal welchen Alters, die Innenstädte attraktiv bleiben. Karstadt spielt darin eine entscheidende Rolle“, sagte Nutzenberger.

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