Karstadt

Nach wie vor bitter

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Nach wie vor bitter

In den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Karstadt-Konzerns haben sich am Mittwoch die Arbeitnehmer- und die Arbeitgeberseite darauf geeinigt, dass für die rund 330 Beschäftigten der sechs Karstadt-Filialen, die geschlossen werden sollen, rückwirkend die jeweiligen regionalen Flächentarifverträge gelten.

ver.di kämpft für Karstadt-Beschäftigte ver.di im Handel ver.di kämpft für Karstadt-Beschäftigte

„Damit werden die Kolleginnen und Kollegen wieder an die Tarifentwicklung angekoppelt, erhalten ein höheres Entgelt und entsprechend auch Arbeitslosengeld. Die Schließung der Filialen und die drohende Arbeitslosigkeit bleiben natürlich für jeden einzelnen Beschäftigten nach wie vor bitter. Wir hätten uns gewünscht, dass es auch für die Beschäftigten dieser sechs Filialen eine Perspektive gegeben hätte“, sagte Arno Peukes, ver.di-Verhandlungsführer.

„Die Schließung der Filialen und die drohende Arbeitslosigkeit bleiben natürlich für jeden einzelnen Beschäftigten nach wie vor bitter.“

Arno Peukes, ver.di Verhandlungsführer

Darüber hinaus vereinbarte ver.di mit den Arbeitgebern, in den folgenden Gesprächen über einen gemeinsamen Zukunftstarifvertrag für alle drei Unternehmens-bereiche (Warenhaus, Sports und Premium) zu verhandeln. „Der Anteilseigner hat ein Konzept für das Warenhaus der Zukunft vorgelegt. Daraus ergeben sich viele Fragen, die wir tarifvertraglich ausgestalten wollen. Für uns gehört dazu die Beschäftigungs- und Standortsicherung, denn das Warenhaus der Zukunft kann nur mit ausreichendem Personal betrieben werden. Auch ist die Rückkehr in die Tarifbindung zentral“, sagte Peukes.

In einem Zukunftstarifvertrag müsse es unter anderem darum gehen, bei einer möglichen Vergabe von Karstadt-Flächen an Fremdanbieter, sogenannte Concession-Bereiche, dafür zu sorgen, dass die dort eingesetzten Beschäftigten unter dem Karstadt-Dach nicht zu Beschäftigten zweiter Klasse würden. „Es geht etwa um Vereinbarungen, dass auch für diese Beschäftigten die Tarifbindung gilt und darum, die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte entsprechend auszuweiten. Außerdem ist für uns zentral, die Concession-Vergabe je nach Unternehmensbereich zu begrenzen. Die harten Verhandlungen zu allen Punkten stehen erst am Anfang“, sagte Peukes.

„(...) das Warenhaus der Zukunft kann nur mit ausreichendem Personal betrieben werden."

Arno Peukes, Verhandlungsführer ver.di

Die Tarifgespräche sollen Anfang nächsten Jahres fortgesetzt werden. Bei den sechs Filialen, die geschlossen werden sollen, handelt es sich um die Karstadt-Häuser in Hamburg-Billstedt und Stuttgart, um die K-Town-Filialen in Göttingen und Köln und die Schnäppchen-Center in Paderborn und Frankfurt/Oder.