Kaiser's Tengelmann

Solidaritätsaktion für die Beschäftigten

Kaiser's Tengelmann

Solidaritätsaktion für die Beschäftigten

„Unser Herz schlägt für unsere Arbeitsplätze“ - Unterstützung von Kunden

Am 17. Juni 2015 starteten Betriebsrat und Gewerkschaft in Starnberg eine bayernweite Sympathieaktion für die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann unter dem Motto „Unser Herz schlägt für unsere Arbeitsplätze“.

Immer mehr Kunden, die von der unsicheren Zukunft der Beschäftigten bei Kaiser's Tengelmann erfahren, erklären sich mit den Beschäftigten solidarisch und sichern ihre Unterstützung zu.

Macht die Firma Edeka ihre Ankündigung wahr, die Filialen nach der Übernahme an selbstständige Kaufleute auszugliedern, drohen Tarifdumping, prekäre Beschäftigung und der Generalangriff auf die Betriebsräte als wichtigsten Schutz für die Beschäftigten. 

„Damit kommen wir der Aufforderung vieler Kunden nach, die sich sichtbar solidarisch zeigen wollen – mit den Beschäftigten und ihren Forderungen nach existenzsichernden Arbeitsbedingungen, für den Schutz durch Betriebsräte und gegen die Ausgliederung an selbstständige Kaufleute“, erklärte Manfred Schick, Betriebsratsvorsitzender der Region Süd.

Beschäftigte wehren sich gegen Tarifflucht und Lohnkürzungen

Neben der Hängepartie nach der Untersagung durch das Bundeskartellamt gelte es vor allem, die drohende Ausgliederung an selbstständige Kaufleute zu verhindern.

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass nach Privatisierungen wie bei Edeka massiver Druck auf die Betriebsräte gemacht wurde, um sie zur Aufgabe zu zwingen. Anschließend waren Tarifflucht und Lohnkürzungen für die Beschäftigten an der Tagesordnung“, so Hubert Thiermeyer, ver.di Fachbereichsleiter für den Handel in Bayern.

Wir haben schon viel Unterstützung und Solidarität von Beschäftigten anderer Betriebe erhalten, aber die Unterstützung der Stammkunden ist natürlich elementar!

Hubert Thiermeyer, ver.di Fachbereichsleiter für den Handel in Bayern

Hintergrund der Aktion ist die am 07.10.2014 vom Tengelmann-Eigentümer bekanntgegebene Absicht, Kaiser's Tengelmann an die Edeka zu verkaufen.

Aufsichtsrat, Gesamtbetriebsrat und Beschäftigte erfuhren erst nach dem Verkauf und wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Edeka gab danach bekannt, dass sie den Großteil der Filialen an selbstständige Kaufleute ausgliedern wollen.

In der Folge startete ver.di gemeinsam mit den Betriebsräten öffentlichkeitswirksame Aktionen zum Schutz und Erhalt der Arbeitsplätze bei Kaiser's/Tengelmann bei einer Betriebsversammlung am 12.03.2015, an der über 2.700 Beschäftigte teilnahmen.

Manfred Schick, BR Vorsitzender erklärte in der Betriebsversammlung unter großem Beifall der Beschäftigten: „Deshalb kämpfen wir für die Existenzsicherung durch Tarifverträge, den Schutz der Beschäftigten durch Betriebsräte, eine nachhaltige Beschäftigungssicherung und lehnen die Ausgliederung an selbstständige Kaufleute ab – denn Eigentum verpflichtet nicht nur moralisch, sondern auch im Sinne unseres Grundgesetzes!“

Eigentümer fordern Ministererlaubnis für untersagte Übernahme

Das Bundeskartellamt hat im April die Übernahme von Kaiser’s/Tengelmann (KT) durch Edeka wegen zu starker Marktmacht untersagt.

Doch KT-Eigentümer Karl-Erivan Haub und Markus Mosa, Vorstandschef der Edeka-Zentrale, wollen das Geschäft abschließen. Deshalb beantragten sie Ende April bei Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) eine Ministererlaubnis.