Kaiser's Tengelmann

Edeka und Rewe müssen neue Arbeitsplätze schaffen

Kaiser's Tengelmann

Edeka und Rewe müssen neue Arbeitsplätze schaffen

Einigung zur Übernahme der Supermarktkette
Beschäftigte von Kaiser's Tengelmann ver.di Pünktlich zur Weihnachtszeit können die Tengelmann-Beschäftigten endlich aufatmen

Selten hat sich die Übernahme eines Unternehmens so lange hingezogen wie die von Kaiser’s-Tengelmann (KT) durch Edeka – und auch Rewe. Nun aber ist die Einigung geschafft. 

Tarifverträge über die Sicherung der KT-Arbeitsplätze, von Filialen und anderen Geschäftsbereichen sowie der Mitbestimmung sind inzwischen auch mit Rewe abgeschlossen worden. „Ich denke, wir können uns über das Erreichte endlich freuen“, sagt Erika Ritter, Fachbereichsleiterin Handel im ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg.

Minister Sigmar Gabriel hatte den KT-Verkauf an Edeka unter strengen Auflagen genehmigt und dafür zunächst eine Klage von Rewe kassiert, die nun zurückgezogen werden soll. Die Einhaltung der Ministerauflagen wurde nicht nur jetzt, sondern soll auch künftig bei einem jährlichen Monitoring überprüft werden. Auch das Bundeskartellamt nimmt den Vertrag unter die Lupe, der die Weitergabe von Filialen, Lagern und anderen KT-Unternehmensteilen von Edeka an Rewe regelt.

Der Vereinbarung zufolge übernimmt Marktführer Edeka alle Filialen von Kaiser's Tengelmann und reicht unter anderem 62 Kaiser's-Geschäfte in Berlin an den Konkurrenten Rewe weiter. 

Eigene KT-Betriebsräte bei Edeka

In den Filialen, die an Edeka gehen, bleibt es in den nächsten Jahren bei eigenen Kaiser’s-Betriebsräten – so wie in den Tarifverhandlungen im Herbst bereits ausgehandelt. Vereinbart wurde auch mit beiden Unternehmen, dass die KT-Integration nicht zu Lasten der Belegschaften bei Edeka und Rewe gehen darf. Nach der bindenden Ministererlaubnis ist die Beschäftigtenzahl vom Dezember 2015 maßgeblich. Wegen der langanhaltenden Sorge um ihre Arbeitsplätze haben sich seitdem aber schon etliche KT-Beschäftigte neue Stellen gesucht und sind gegangen.

700 neue Arbeitsplätze 

Nach der Einigung zur Zukunft der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann müssen Edeka und Rewe nun also neues Personal einstellen. Das bedeute rund 700 Arbeitsplätze mehr, als es derzeit in Filialen und Zentralen gibt. Während des Übernahmekampfs war die Mitarbeiterzahl reduziert worden. "Vereinbart ist die Rückkehr zum Beschäftigtenstand von Ende 2015", so der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. (Quelle: SPON vom 07.12.2016)

Integration in bestehende Betriebsräte bei Rewe

In den Regionen Nordrhein und München/Oberbayern geht KT fast vollständig an Edeka. Im Raum Berlin erhält Rewe 60 von 121 Filialen, die Logistik K-Log sowie die Regionalverwaltung. „Bei den Tarifverhandlungen hat Rewe darauf bestanden, die KT-Betriebsräte in die vorhandenen Rewe-Betriebsratsstrukturen zu integrieren“, sagt Erika Ritter. Bis zu den BR-Wahlen 2018 bleibt der jetzige Kaiser’s-Betriebsrat als Sparten-BR im Amt; in die Rewe-BRs sollen in gut einem Jahr auf jeden Fall auch bisherige Kaiser’s-Betriebsratsmitglieder gewählt werden. „Außerdem“, so Erika Ritter, „werden zwei Ausschüsse im Betriebsrat zur Integration von Kaiser’s gebildet, die paritätisch besetzt sein sollen und beratende Funktion haben.“

Text: Gudrun Giese für ver.di am 02.12.2016

Ein ausführlicher Bericht mit zahlreichen Hintergrundinformationen und Videos zur Übernahme von Kaiser's Tengelmann steht auf der Website von ZDF heute zur Verfügung.