Hennes & Mauritz

Solidarität mit Ayse

Hennes & Mauritz

Solidarität mit Ayse

Protest gegen H&M

Immer wieder fällt die Modekette H&M mit betriebsratsfeindlichen Aktivitäten auf. Schikanen, Mobbing, Kündigungen oder Amtsenthebungen von Betriebsratsmitgliedern – H&M lässt nichts aus, um die Arbeit der Interessenvertretungen zu behindern oder gleich ganz zu verhindern. Der Heilbronner Gewerkschaftssekretär von ver.di, Thomas Müssig, verurteilt die betriebsratsfeindlichen Praktiken des Textilkonzerns als „Union Busting“, die sogenannte systematische Sabotage von Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften.

Es geht um die Betriebsrätin Ayse, die seit 2012 in der H&M Filiale in der Stadtgalerie Heilbronn beschäftigt ist. Im August 2013 wurde sie in den erstmals gegründeten Betriebsrat gewählt und ist seit März 2014 Betriebsratsvorsitzende. Als engagierte Gewerkschafterin beteiligte sie sich an den erfolgreichen Kämpfen von ver.di gegen massive Verschlechterungen des Tarifvertrags.

Zu den Erfolgen des Betriebsrats der Filiale zählen sowohl Entfristungen mehrerer befristeter Kolleginnen und Kollegen als auch soziale Arbeitszeitregelungen, vor allem für die beschäftigten Mütter in der Filiale. Die erfolgreiche Arbeit des Betriebsrats war der Filialleitung ganz offensichtlich ein Dorn im Auge. Eine bereits gemachte Zusage, Ayse nach Ablauf ihres befristeten Vertrags erneut für zwei Jahre befristet zu übernehmen, soll plötzlich nicht gemacht worden sein. Mit der Entlassung der Betriebsratsvorsitzenden aber wird nun vor allem eines erreicht: Der Betriebsrat wird geschwächt.

Die Güteverhandlung am 25. Juli vor dem Arbeitsgericht in Heilbronn hat kein Ergebnis gebracht hat. Vor dem Gerichtsgebäude fand an diesem Tag eine Solidaritätskundgebung statt, an der auch viele Arbeitskolleginnen von Ayse teilnahmen. Gewerkschafter Thomas Müssig betonte, die betriebsratsfeindlichen Praktiken stellten einen Angriff auf die demokratischen Grundrechte dar und dürften keine Schule machen. Er überreichte den Arbeitgebervertreterinnen direkt vor der Verhandlung eine Sammlung von rund 2.200 Unterschriften und kündigte weitere Aktionen an, um Ayse zu unterstützen. Dafür bekam er Beifall von den Zuschauer_innen des überfüllten Gerichtssaals.

Noch vor dem Termin der bevorstehenden Hauptverhandlung am 11. November hat ver.di versucht, die Weiterbeschäftigung der Betriebsrätin über eine einstweilige Verfügung durchzusetzen. Am 13. August hat dazu erneut das Heilbronner Arbeitsgericht entschieden und den Antrag von ver.di abgewiesen. Die Arbeitsrichterin hatte beide Parteien gefragt, ob sie an Vergleichsverhandlungen interessiert seien. Die H&M-Rechtsanwältin Isabel Haug hat dies entschieden abgelehnt.

Weiterführende Infos zum Thema findet ihr im BlogTeamayse powered by ver.di und auf der offiziellen Facebook-Seite zum Thema HM Betriebsräte unterstützen.